Die Weißstörche, kürzlich auf die Namen Jakob und Wilhelmine "getauft", sind Eltern von zwei gesunden Küken, die Ende dieses Monats von Storchenexperte Dr. Alfons Bense beringt werden sollen.
Naturfotograf Witold Guzik, der das Brutgeschehen vom ersten Tag an beobachtet, hatte zunächst den verletzten Alt-storch entdeckt, der sich nur humpelnd auf den Weser- und Werrewiesen auf Nahrungssuche begab. Die Naturfreunde machten sich große Sorgen um den kranken Vogel, denn bei Ausfall eines Brutpartners ist der Nachwuchs nicht zu retten. Inzwischen ist er völlig genesen und füttert emsig die Storchenküken.
Nun ein zweiter Schock für den Fotografen. Er musste mit ansehen, wie ein Altstorch ein vermutlich bereits totes Storchenbaby über den Nestrand warf.
Bei Landschaftswart Erwin Mattegiet wurden bereits ungute Erinnerungen an 2006 wach, als "Oeyni" und "Porti" ihr einziges Junges verloren. Storchenexperte Bense spricht von einem häufigen Vorgang in der Vogelwelt. Das kleinste Tier werde gewissermaßen geopfert, damit die anderen gestärkt überleben könnten. Was aus menschlicher Sicht grausam und brutal klinge, diene der Arterhaltung.
Der Storchennachwuchs muss in den kommenden Wochen viel Kraft tanken. Immerhin werden die beiden Jungvögel im August ihre beschwerliche Reise nach Afrika antreten.
Um die Störche nicht bei der Nahrungssuche zu stören, bitten die Experten alle Hundebesitzer, ihre Vierbeiner im Bereich des Horstes anzuleinen.