Nächster Termin am 2. Juni
Siegmann berichtet den sechs wetterfesten Führungsteilnehmern von gut 20000 Menschen, die seinerzeit Kaiser Wilhelm II. und seiner Gemahlin bei der Einweihung zujubelten. Und die große Denkmalterrasse unter der sieben Meter hohen Statue von Wilhelm I. war nach Berichten von Zeitzeugen geflutet von vaterländischen Gefühlen.
Dem kleinen Grüppchen dagegen ist weniger an Pathos gelegen, sondern mehr an den Themen Heimatgefühl und Verwurzelung im Mindener und Portaner Land.
Die Wahl-Mindenerin Margarita Jachmann ist in St. Petersburg aufgewachsen. Ihr Besuch beim Kaiser hat auch mit ihrer Mitarbeit als Stadtführerin in Minden zu tun und mit ihrem Interesse an ihrer heutigen Heimatstadt, in deren Integrationsrat sie mitarbeitet.
Helga Schlomanns Wiege stand in Enger und damit nicht so weit von der Porta entfernt, verrät die Dützerin. Mit ihrem Ehemann Reinhard steht sie nicht das erste Mal zu Füßen des Kaisers. Dann und wann ein Besuch beim Wilhelm, das müsse einfach sein, "nicht zuletzt wegen der grandiosen Aussicht".
Die genießen auch die Nachbarn Siegfried und Erika Maurer, die sich gemeinsam mit den Schlomanns zum Denkmalbesuch verabredet haben. Die Geburtsstätte der Maurers liegt am Kaukasus, durch Zwangsumsiedlung der Deutschstämmigen im Gefolge des Zweiten Weltkrieges kamen sie nach Kasachstan, bis Deutschland für die Spätaussiedler zur neuen Heimat wurde. "Wir wohnen jetzt schon 21 Jahre in Dützen und haben hier Heimat gefunden", sagt Erika Maurer. Und dazu gehört auch der "Willem" hoch über dem Wesertal.
Von Mai bis Oktober finden die Führungen zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal jeweils am ersten Samstag im Monat ab 15 Uhr statt. Nächster Termin ist der 2. Juni. Treffpunkt ist die Denkmalgaststätte.