"Mindestens einmal pro Jahr möchten wir künftig die Öfen anfeuern", gibt Initiatorin Ulrike Müller das Ziel vor. Spätestens beim Dorfmarkt im September wollen die Frauen wieder backen. Vor dem Probelauf hatte Werner Wippermann ungefähr 40 Stunden mit den Vorbereitungen verbracht, unterstützt von Hermann Stich.
Unter anderem mussten Platten auf das Podest vor den Öfen gelegt werden, und der Schornstein brauchte Reinigungsklappen. Erst danach konnten die Öfen, getauft auf die Namen "Fridolin I" und "Fridolin II", zum Glühen gebracht werden. Als von Glut nichts mehr zu sehen war, sorgte die im Stein gespeicherte Hitze dafür, dass das Brot gar wurde. Außerdem wurden verschiedene Sorten Kuchen, Quiche und Brötchen in den Ofen geschoben.
Wer in der bisher achtköpfigen Gruppe mitmachen möchte, kann Ulrike Müller anrufen: (05722) 9050287. Neue Ideen dürfen mitgebracht werden. Künftig sollen die Backwaren aus eigener Herstellung auch verkauft werden.
Nach Erkenntnissen des Heimatvereins gibt es bundesweit nur wenige Doppelöfen in historischen Backhäusern, eine Handvoll vielleicht. Das Meierhof-Backhaus selbst ist wegen seiner imposanten Größe (75 Quadratmeter Grundfläche, zwei Stockwerke) einmalig im ostwestfälischen Raum und eine Rarität in Nordrhein-Westfalen.
Nun soll das rund 200 Jahre alte Gebäude mit Leben gefüllt werden. "Die Backaktion hilft uns, nicht in der Historie hängen zu bleiben", erklärt Schriftführerin Angelika Heine. Hinzu kommt: "Historische Gebäude bleiben länger akkurat, wenn sie benutzt und bewohnt werden."
Von akkurat konnte früher keine Rede sein. Das Backhaus stand an einer anderen Stelle in Kleinenbremen und war bereits halb verfallen. Dann drohte der Abtransport nach Niedersachsen, worauf der Heimatverein sich 2005 zu einer spektakulären Rettungsaktion entschloss.
Das Gebäude wurde komplett zerlegt und auf dem Mönkhoff-Hof wieder aufgebaut, Fachleute sprechen von einer Translozierung. Unterstützung fanden die Heimatfreunde bei der Mindener Initiative für Arbeit und Schule (Ifas), einer Beschäftigungsgesellschaft, die einen zeitlich befristeten Kooperationsvertrag schloss und Arbeiter nach Kleinenbremen schickte. Auftraggeberin war die Pro-Arbeit GmbH in Porta Westfalica.
Was bis heute fehlt, ist der Innenausbau des denkmalgeschützten Backhauses. Walter Caselitz, Vorsitzender des Heimatvereins, rechnet dafür mit etwa 30 000 Euro.