Ein halbes Jahrhundert später übergab Angela Huhle (Minden), Obermeisterin der Innung des Maßschneiderhandwerks Ostwestfalen-Lippe, dem Jubilar die Urkunde. Zeit seines Berufslebens stand Edler für Anzüge und Kostüme aus hochwertigen Stoffen, maßgefertigt nach alter Tradition. Viele Portaner kennen den 79-Jährigen außerdem als frühere Tollität der Karnevalsgesellschaft "Grün-Rote Bütt" Hainholz. Auf dem Narrenthron saß er 1972.
Seine Lehre hatte Wilfried Edler bei Karl Schlötel in Hausberge gemacht, bevor er 1949 die Gesellenprüfung ablegte und anschließend in mehreren Portaner Firmen arbeitete. Nach der Meisterprüfung übernahm er den 1931 gegründeten Betrieb seines Vaters Friedrich am Nammer Weg und führte diesen überwiegend als Ein-Mann-Unternehmen. "Ab und zu hatte ich einen Gesellen", erinnert sich Wilfried Edler, der mit 65 Jahren Rentner geworden ist.
Sein Kundenstamm ging stets weit über Porta hinaus. "Von Kundschaft aus dem Dorf allein konnte man nicht leben", erzählt er. Im Jahr 1972 war der Betrieb zum Prinzenweg verlegt worden. An einen Kunden erinnert sich Edler noch heute. Auf dem Weg in die Werkstatt im Keller bediente sich dieser immer aus einer Kiste Bier. Begründung: "Bezahlen muss ich ja sowieso."