Straße zum Denkmal bis Freitag gesperrt / Mehrere Hundert Bäume fallen / Verkehrssicherung und Durchforstung
Mehrere Hundert Bäume werden in dieser Woche im Umfeld der Kaiserstraße gefällt. Eine genaue Zahl hat Markus Uhr nicht parat. Allerdings brauche niemand Kahlschlag zu befürchten, beruhigt der Fachmann des zuständigen Forstbetriebsbezirkes Petershagen.
Gutachter haben im Auftrag des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) entlang der Kaiserstraße, die sich zum Denkmal hinaufschlängelt, viele Bäume mit roter Farbe markiert. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Robinien, Eschen und Buchen. Sie sind nicht mehr standsicher und müssen verschwinden.
"Eine Sturmnacht Anfang Januar hat gewissen Druck in die Aktion gebracht", erklärt Uhr. Er zeigt auf einen Baumstumpf, trauriger Rest einer Robinie, die damals kippte und in einem anderen Baum hängen blieb. Wären beide gefallen, hätte vermutlich ein Wohnhaus an der Kaiserstraße erheblichen Dachschaden davongetragen.
In den vergangenen Wochen haben Markus Uhr und sein Team bereits an der Freilichtbühne und dem Denkmal morsche Stämme gefällt. Ein Teil des Waldes gehört dem LWL, etliche kleinere Flächen aber sind im Besitz von annähernd 20 Privatleuten. Mit jedem Einzelnen von ihnen muss Uhr Kontakt aufnehmen und sich das Einverständnis zum Einschlag abholen. Noch hat der Förster nicht alle Eigentümer erreicht. Mit Neinsagern rechnet er aber nicht. Das Risiko, einen morschen Baum in Straßennähe stehen zu lassen, wäre für den haftenden Waldbesitzer viel zu groß.
Unter den markierten Bäumen sind zahlreiche Robinien. Die bereiten den Experten die größten Sorgen. Uhr: "Das Holz der Robinie wird gerne verarbeitet und gilt als äußerst widerstandsfähig, aber der lebendige Baum wird faul."
Die Arbeiter beseitigen nicht nur Gefahrenstellen, zugleich dient die Aktion der Waldpflege. "Die Durchforstung ist überfällig", sagt Uhr. "Besser veranlagte Bäume können sich anschließend auch besser entwickeln."
Ein Auto hält vor der Straßensperre in Höhe des Stufenwegs, der Fahrer schaut ein wenig irritiert und dreht dann um. Je besser das Wetter, desto mehr Autos und Busse sind zum Denkmal unterwegs. Am Montag muss eine größere Reisegruppe unverrichteter Dinge wieder umkehren. "Der Busfahrer war aber ganz verständnisvoll", berichtet Uhr.
Die Touristen hätten sich bestimmt gefreut, wenn die Bäume bereits im Herbst oder Winter gefällt worden wären. Das sei aufgrund der begrenzten personellen Kapazitäten in dem großen Forstbezirk nicht möglich gewesen und außerdem am Wetter gescheitert ("Erst zu nass, dann zu kalt"), erklärt der Förster. Er hofft, die Arbeiten am Freitag abschließen zu können. Von Samstag an fallen dann keine Buchen an der Kaiserstraße, dann sollen wieder Busse fahren.