50000 Euro für Nutzung der alten Schule Costedt als Vereinsheim in Aussicht gestellt
Außer einer Veräußerung von Gebäude und Grundstück wird im Ort auch über eine andere Möglichkeit diskutiert: Für den ehemaligen Schultrakt könnte die Stadt 50000 Euro von der Wilfried-Kampa-Stiftung erhalten. Der Wohnbereich bliebe dabei unberücksichtigt, könnte separat verkauft werden oder Miete erbringen.
In einem früheren Gespräch (siehe MT vom 30. Januar) hatte Kämmerer Karl-Heinz Kuhlmann die Möglichkeit einer Gebäudeteilung mit dem Hinweis ausgeschlossen, dass alle Energie- und Versorgungseinrichtungen nur einmal vorhanden seien. Für Wohnungseigentum sei außerdem die Bausubstanz problematisch.
"Kein böser Wille, sondern bittere Notwendigkeit"
"Wir sind in der schärfsten Stufe des Nothaushalts und müssen uns von allem trennen, was das städtische Vermögen steigert. Das ist kein böser Wille, sondern bittere Notwendigkeit", sagte Kuhlmann auf Anfrage.
Der Heimatverein ist eine der vier Gruppierungen, die im Fall einer Übereignung des städtischen Eigentums an einen außenstehenden Käufer ihr Domizil verlieren würden. Während der Heimatvereins-Hauptversammlung am vorigen Freitag verbreitete sich die Neuigkeit, dass der Kaufinteressent, der bereits von seinem Architekten die Möglichkeit für gewerbliche Nutzungszwecke prüfen ließ, zurückgetreten sei. "Das ist für uns positiv, aber es gibt bereits zwei neue Interessenten", wusste ein Mitglied des Heimatvereins.
Kämmerer Karl-Heinz Kuhlmann bestätigte, dass der mögliche Käufer, der das Gebäude möglicherweise für 115000 Euro erwerben wollte, der Stadt eine Absage erteilte. Allerdings ist der Stadt nichts von neuen Kaufinteressenten bekannt.
Der Heimatverein mit seinen knapp 100 Mitgliedern ist bereits Träger der Friedhofskapelle und hat keine Mittel dafür, ein zweites Gebäude, etwa den Schultrakt samt Folgekosten, zu übernehmen. "Wir könnten das nur stemmen, wenn Sponsoren uns ständig unterstützen", hieß es aus der Runde der Heimatfreunde.
Resignation machte sich breit. Rudolf Höltkemeier fasste den Ärger zahlreicher Anwesender zusammen: "Wir sehen nicht ein, dass fiskalische Belange vor sozialen Interessen rangieren. So eine Chance wie die mit der Kampa-Stiftung und den 50000 Euro kommt nicht wieder."
"Zusage steht und bleibt bestehen"
Geschäftsmann Karl-Heinz Büsching, der die Gelder der Kampa-Stiftung verwaltet, ist gebürtiger Costedter und fühlt sich dem Ort eng verbunden. Meistens fließen die Gelder aus der Stiftung in Mindener Projekte, diesmal könnten Porta Westfalica und Costedt bedacht werden. "Die Zusage steht und die bleibt bestehen", sagt Büsching, der ein Herz für heimische Vereine hat und gewachsene Strukturen in Costedt erhalten möchte.
Die Option bestehe zunächst einmal unbefristet, bis eine endgültige Entscheidung herbeigeführt sei. Karl-Heinz Büsching: "Die Bürger können nicht Pfand für unglücklich verlaufene Maßnahmen einer Stadt sein, wie etwa das Badezentrum oder der Kurpark. Dass sich die Stadt im Nothaushalt befindet, kann man nicht von den Bürgern ausbaden lassen, schon gar nicht von denen, die sich ehrenamtlich engagieren."