Klimabündnis im Mühlenkreis geht auf Radtour zu den energetischen Meilensteinen in Porta Westfalica
Ausgangspunkt für die 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tour durch die Möglichkeiten alternativer Energiegewinnung war das Badezentrum in Holzhausen, wo Stadtwerke-Leiter Randulph Noack eine kombinierte Heizung vorstellte, die für die jüngeren Entwicklungen steht. Die Bürgersolaranlage an der Möllberger Straße ist dagegen schon ein etabliertes System, so der Vorsitzende des Klimabündnisses, Rainer Rohrbeck, und Albrecht von Lochow, Leiter des Umweltamtes der Stadt Porta Westfalica.
Mittlerweile zehn vergleichbare Anlagen in Porta produzieren inzwischen Sonnenstrom und eine weitere wird auf den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Nammen aufgesetzt werden, "die von der Lokalen Agenda 21 initiiert ist", erklärt von Lochow.
Passivhäuser, wie das von Dirk Neitmann in der Holzhauser Weseraue, waren 1998 noch etwas ganz Besonderes, erläuterte Rohrbeck. Denn damals bestanden noch Schwierigkeiten, die Materialien zu bekommen und passende Handwerker zu finden. Daher musste Dirk Neitmann als Elektro-Ingenieur noch viel Eigenleistung erbringen.
Am Windrad, das von den Stadtwerken Minden errichtet worden ist, etwa 500 Meter vom Passivhaus der Neitmanns entfernt, stoppt die Energie-Rad-Tour ebenfalls an einem System, das heute viele tausend Mal in Deutschland zu finden ist und zu den vertrauten Anblicken zählt. Regenerative Energie aus Holz-Hackschnitzeln ist einer der ganz großen Sparhelfer, erfahren die Radler auf dem Bauernhof von Karl-Heinrich Schlensker an der Ellerburger Straße.
Rainer Rohrbeck sagte, früher seien jährlich 10 000 Liter Öl verheizt worden, heute spare eine 100-Kilowatt-Anlage viel Geld, wobei Schlensker die Hackschnitzel selber erzeuge und vermarkte. "Wir wollten heute ein Spektrum zeigen, von dem, was alles geht und was in Porta Westfalica schon umgesetzt ist." Darüber hinaus solle jetzt die zweite Runde der Klima-Olympiade neue Projekte anstoßen.
Umwälzpumpen austauschen
Der Portaner Ratsherr Heinz Hauenschild, der die Tour organisiert hat, hofft an der letzten Station am Wasserwerk Veltheim am Sprengelweg für die Zukunft: "Dass wir parallel zu den Bürgersolaranlagen künftig unter anderem auch Bürger-Blockheizkraftwerke auf den Weg bringen können."
Darüber hinaus bestehe für einzelne Haushalte großes Sparpotenzial zum Beispiel durch den Austausch herkömmlicher Umwälzpumpen von Heizungen gegen moderne, hoch effiziente Pumpen. Denn: "Konventionelle Pumpen verbrauchen so viel Energie wie der gesamte öffentliche Personennahverkehr."