Fast 800 Fans feiern die Queen-Band "MerQury" und erleben die Geburt einer neuen Konzert-Arena
Keiner singt, wie Freddie mit seiner Dreieinhalb-Oktaven-Stimme sang. Aber manche sind nicht weit davon entfernt, zum Beispiel Johnny Zatylny, Sänger der Tribute-Band "MerQury". Dass Zatylny so ähnlich aussieht wie Mercury, dass er sich bewegt wie ein Klon, zudem das gleiche Outfit trägt, macht die Illusion perfekt, wenn man sich ihr hingibt.
Eine Art Magie: Regen kann die Begeisterung der Fans, die dicht vor der Bühne stehen, nicht trüben. | Fotos: Stefan Lyrath
Die Krone darf nicht fehlen, auch nicht der purpurne Mantel. Dass der Kanadier die ganz hohen Töne nicht so hinkriegt wie das Vorbild - geschenkt, das wäre auch zu viel verlangt. Trotzdem: Es muss eine Art Magie sein, "A Kind of Magic".
Dabei wollen die fünf von "MerQury", gegründet in Freddies Todesjahr 1991, gar keine Kopien sein. Ihre Konzerte verstehen sie als kreative Hommage an eine der besten Rockbands aller Zeiten. Und genau dazu wird der Auftritt im Steinbruch des Kleinenbremer Besucherbergwerks. Fast 800 Fans feiern "MerQury" und erleben die Geburt einer neuen Konzert-Arena.
Kleinenbremen, 19 Uhr. Es regnet. Erst Bindfäden, dann junge Hunde, zwischendurch in Strömen. Langsam füllt sich der Steinbruch, Rock-Fans sind hartgesotten. Kleinenbremen, 20 Uhr. Es hat aufgehört, die Show kann beginnen. Der Regen wird wiederkommen an diesem Freitagabend. Aber wen stört das noch? Längst haben sich die Stuhlreihen als überflüssig erwiesen, ganz dicht hat Johnny Zatylny das Publikum an die Bühne geholt.
"We are the Champions", "Killer Queen", "We will rock you" - rauf und runter spielen "MerQury" die lange Liste der "Queen"-Hits, lassen kaum einen Song aus, zweieinhalb Stunden lang. Natürlich kommt "Bohemian Rhapsody", ein Meisterwerk, das Millionen bejubelt haben, ohne den abgefahrenen Text zu verstehen. Die Größe sprach für sich.
Ein paar Stücke brauchen "MerQury" an diesem eher kühlen Abend, um auf Temperatur zu kommen. Zum Finale lassen sie Kinder mitmachen, drücken ihnen Instrumente in die Hand. Jeder weiß, dass jetzt Schluss ist, weil die Dresdner Band alles gegeben hat. Eine Zugabe erübrigt sich.
"Queen" war Freddie Mercury. Und "MerQury" ist Johnny Zatylny, auch wenn die anderen Bandmitglieder, allesamt hervorragende Musiker, einen sauberen Streifen spielen und ansteckend gute Laune verbreiten. Eine sympathische Gruppe mit enormer Bühnenpräsenz. Einmal muss der Kleinenbremer Auftritt für zehn Minuten unterbrochen werden. Auf dem Bühnendach hat sich Wasser gesammelt. In der Pause kommt "Welcome to the Jungle" von "Guns `n` Roses" aus den Lautsprechern. Willkommen im Dschungel von Kleinenbremen! Und mittendrin liegt malerisch der Steinbruch.
Dann ist es vorbei, für heute jedenfalls. "The show must go on" - auch ohne Freddie. Aus dem Olymp hat er zugesehen. Sicher hat es ihm gefallen. Ihm, Jim und Jimi.
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