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26.04.2010
Eingangsklasse für Vennebeck gefordert
Verein beklagt Versäumnisse

Porta Westfalica-Vennebeck (mt/dh). Der Förderverein der Grundschule Vennebeck fordert die Einrichtung einer Eingangsklasse zum nächsten Schuljahr. "Die Stadt komme nicht um ihre Verantwortung herum", schreibt der Verein und beklagt Versäumnisse in der Schulentwicklungsplanung.

Wie berichtet, hat die Bezirksregierung erklärt, dass die Vennebecker Schulleitung angesichts von lediglich 16 Anmeldungen keine Eingangsklasse einrichten dürfe. "Diese 16 Kinder müssen ja jetzt irgendwo untergebracht werden. Freier Wille ist nicht mehr gegeben", meint der Förderverein. Meldeten die Eltern ihre 16 Kinder an der nächstgelegenen Grundschule in Holzhausen an, müsste dort ein dritter Zug aufgemacht werden. Diese dadurch entstehende Klasse benötigte auch einen zusätzlichen Lehrer. "Wo ist also der Unterschied, ob man eine zusätzliche Lehrerstelle in der einen oder der anderen Schule braucht?", fragt der Förderverein.

"Vier Züge in Holzhausen aufmachen?"

Er verweist zudem auf die Schülerzahlen im nächsten Jahr. Dann stünden in den Orten Vennebeck, Holtrup und Costedt sogar 34 Kinder für die erste Klasse bereit, in Holzhausen seien es laut Meldeprogramm der Stadt 58 Kinder. "Wie soll das dann gehen? Vier Züge in Holzhausen aufmachen? In einer Schule, die bereits jetzt mit zwei Zügen nicht genügend Platz für die Ganztagsbetreuung der angemeldeten Kinder hat?"

Spätestens nachdem im vergangenen Oktober zu wenig Anmeldungen für Vennebeck vorlagen, hätte die Stadt mit intensiver Planung zur Sicherstellung eines geordneten Schulbetriebes in Vennebeck beginnen müssen, meint der Förderverein. "Man kann die Kinder, Eltern und Lehrer doch nicht einfach so ins Leere laufen lassen."

"Zwei kleine Schulen zusammenlegen"

Im "Leitfaden Schulorganisation" der Bezirksregierung sei vorgeschrieben, dass "eine vorausschauende Schulentwicklungsplanung unerlässlich" ist, unter anderem die "Beteiligung der Schulkonferenz" sowie die "Darstellung der künftigen Beschulung der betroffenen Schülerinnen und Schüler". Diese Planung sei jedoch versäumt worden, beklagt der Förderverein. Die politische Entscheidung über Schulstandorte in Porta sei noch immer nicht gefallen. Sollte nun jedoch keine Eingangsklasse gebildet werden, wäre Vennebeck vorzeitig aus dem Rennen.

Stattdessen bestehe die Möglichkeit, zwei kleine Schulen zu einer zweizügigen Grundschule zusammenzulegen, schreibt der Verein. Vennebeck verfüge über ein neuwertiges Schulgebäude einschließlich Turnhalle und biete genügend Platz für acht Klassen.

Vor diesem Hintergrund solle die Stadt die Eingangsklasse an der Grundschule Vennebeck genehmigen, fordert der Förderverein. "Um dann in Ruhe an einer zukunftsgerichteten, sinnvollen Schulentwicklungsplanung zu arbeiten."

www.grundschule- vennebeck.de

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2010
Dokument erstellt am 25.04.2010 um 21:25:53 Uhr
Letzte Änderung am 26.04.2010 um 02:45:40 Uhr

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Kommentare
Sollen denn die Kleinen schon eine lange Busfahrt in Kauf nehmen? Ich finde wirklich das die Kinder nahe an ihrem Wohnort zur Schule gehen sollten um ihnen solch lange Fahrten zuzumuten und das dann auch noch in total überfüllten Bussen, da bekommen die Kleinen Angst, das geht ja schon den Kindern in den weiterführenden Schulen so. Ich bin absolut für die Erhaltung der Vennebecker Grundschule, die anderen Gründe dafür sind hier ja auch schon lang und breit erörtert worden. Hinzu kommt auch noch das Kinder sehr wohl in kleineren Klassen besser und effektiver lernen können, man sollte doch mehr an die Kinder denken und weniger darüber sprechen wer wieviele Kinder an sich binden kann, denn letztendlich müssen die Kinder ja in irgendeine Schule gehen.....darum appeliere ich an noch alle die ein wenig zögern sollten: Meldet eure Kinder in Vennebeck an um die Schule am Leben zu erhalten. So oder so ......

Geehrter "anthrazit"! Wir fordern keine Schliessung einer Schule als Organisation. Sie haben in Möllbergen eine funktionierende Schule mit engagierten Eltern und Lehrern, die sich nur leider derzeit in einem maroden Gebäude befindet, das einen seit vielen Jahren zusammengeschobenen Reparaturstau in Millionenhöhe hat. Man hat Ihnen Hoffnungen auf einen Neubau gemacht, der nur dann kommen könnte, wenn mindestens zwei andere Schulen geschlossen würden. Uns nun solches Denken vorzuwerfen, macht sehr nachdenklich. Denn wir respektieren Ihre Schule. Nur wenn sie denn ohne Neubau (ist ja kein Geld da) heimatlos würde, dann könnten wir ihr hier bei uns eine neue Heimat bieten, und genau darum geht es. Wenn Sie sich aber auch noch vor den Karren unserer Schliessung spannen lassen, dann wird auch diese Chance für Ihre Schule verloren gehen. Lieber Bizepsgegner! Wir nehmen niemandem einen Lehrer weg. Das ist eine populäre Milchmädchenrechnung. Die Lehrerstellen werden nach Schlüssel verteilt, egal wie gross die Schule ist, das Verhältnis und erforderliche Überhänge ergeben sich aus der Klassenbildung. Wenn es nach den Bürokraten geht, soll dabei der Weg gegangen werden, grosse Klassen zu bilden und damit Lehrerkapazität für zusätzliche Förderangebote zu haben, um die bekannten Nachteile der grossen Klassen ein wenig wieder auszugleichen. Letztendlich sollen damit am Ende weniger Lehrer gebraucht werden. Diese miese Trickserei mit unseren Kindern ist für mich als Vater einfach unerträglich. Und auch die zweizügigen Schulen hier in Porta haben das schon verstanden, dass das ein Irrweg ist. Gerade Holzhausen möchte doch gern drei kleinere Klassen anstatt zwei grossen. Nach dieser Rechnung wäre man dann auch da "überversorgt".

Typisch für alle kleinen Grundschulstandorte? Die Lehrerstellen stehen den Schulen nicht für die Klassen zu, sondern für die Gesamtzahl der Schüler an dieser Schule zu. Das heißt: pro 23.4 Schüler an der Schule gibt es einen Lehrer oder Lehrerin. Eine einzügige Grundschule die 23,4 Schüler x 4 Klassen = 93,6 Schüler hat, ist nicht "überversorgt" und nimmt größeren Schulen die Lehrer weg, sondern "versorgt" sich aus eigener Kraft mit Lehrerstellen. Das ist eine Tatsache die Fans von größeren Schulen nicht ignorieren können und auch nicht sollten. Alle Behauptungen einzügige Grundschulen mit Gesamtschülerzahlen über 93,6 Kindern würden Lehrerstellen "stehlen" sind falsch! Richtig ist hingegen: eine zweizügige Grundschule muß 23,4 Kinder x 8 Klassen = 187,2 Kinder haben , um mit ausreichend Lehrerstellen versorgt zu werden. Jede zweizügige Grunschule in Porta, die diese Gesamtschülerzahlen nicht erreicht, wird demnach mit Lehrerstellen "überversorgt"

Wie stellt sich der Förderverein der Grundschule Vennebeck die "Zusammenlegung zweier kleiner Grundschulen" denn vor? Eine "Zusammenlegung" im rechtlichen Sinne kann ja nicht gemeint sein, denn dazu sind , laut Gesetz, 28 Kinder pro Klasse, in einem Zweizügigen System, notwendig: 28 Kinder x 8 Klassen=224 Kinder. Was wohl eher gemeint ist: Die Portaner Politiker mögen entscheiden, dass eine funktionierende einzügige Nachbargrundschule mit Klassengrößen zwischen 22 und 26(Eingangsklasse für das nächste Schuljahr 25 Kinder) geschlossen werden soll, um diese Kinder an die Vennebecker Grundschule zu zwingen. Das der Förderverein davon ausgeht,das Eltern bei freier Schulwahl ihre Kinder dann automatisch in Vennebeck anmelden, halte ich für gewagt. Nachdem sich der Förderverein der Grundschule Vennebeck durch seinen Vorschlag zur Schließung einer Nachbarschule hervortut, glaube ich nicht, das die Vennebecker Grundschule dann die erste Wahl für die Eltern dieser Nachbarschule sein wird.

Ich war letzten Dienstag auch auf der Sitzung des Bildungausschusses, und die Vertreter der Bezirksregierung haben doch eindeutig erklärt, warum die Bildung einer Eingangsklasse in Vennebeck nicht möglich ist, und was das Problem an diesen kleinen Schulen ist. Einer Schule stehen zur Zeit für 23,4 Schüler 1 Lehrer zu. Da Vennebeck insgesammt nur auf 72 Schüler kommt, stehen der Grundschule in Vennebeck theoretisch nur 3,1 Lehrerstellen zu. Da sie für vier Klassen aber auch mindestens vier Lehrer benötigen, müsste die kleine Schule in Vennebeck mit fast 25% Lehrerstellen überversorgt werden. Diese Überversorgung wird den Schulen mit großen Klassen weggenommen. Diese unfaire Behandlung der Schulen mit großen Klassen will die Bezirksregierung nicht mehr, und deshalb besteht sie auf die Einhaltung der Mindestgröße. Und das zu Recht!! Ich finde es eine Unverschämtheit zu fordern, dass eine Lehrerstelle aus Holzhausen nach Vennebeck abgezogen werden soll. Nachdem die Vennebecker erfolgreich 6 Schüler aus Holzhausen abgeworben haben stehen den Holzhausern für ca. 58 Schüler 2,5 Lehrerstellen zu. Die halbe Lehrerstelle, die die Vennebecker jetzt gerne für sich haben wollen, wird aber in Holzhausen dringend benötigt, um bei den jetzt zwei großen Klassen in Holzhausen, geeignete Fördermaßnahmen für etwas schlechtere Schüler aber auch für Überdurchschnittlich gute Schüler durchzuführen. Den Schülern in Holzhausen ist es meiner Meinung nach nicht zuzumuten, auf diese Förderung zu verzichten und ich empfehle allen Eltern sich dagegen zu wehren. Die Einstellung der Vennebecker Eltern ist typisch für alle kleinen Schulstandorte in Porta. Hauptsache ich bekomme Lehrer und kann so weitermachen wie bisher, egal wie die Standorte mit großen Klassen darunter zu leiden haben. Anmerken möchte ich hier auch noch, dass den Eltern bei der Abwerbung durch die Vennebecker Versprechen gemacht wurden, die meines Erachtens nicht unbedingt einzuhalten sind. Und hoffentlich wird nicht noch jemand von den 4 Lehrkräften krank.


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