Polizei: Notbremsung der Eurobahn, aber keine Berührung / Lebensgefährliche Verletzungen
Für den Lokführer, der gestern kurz vor 9 Uhr die Eurobahn durch Eisbergen steuerte, war es der Schock seines Lebens: Zwischen den Schienensträngen lag leblos eine Person. Sofort leitete der Lokführer die Notbremsung ein, doch solch ein Triebzug hat einen langen Bremsweg. Die Bahn fuhr über den Mann hinweg, aber nach Auskunft der Polizei in Minden kam es zu keiner Berührung.
Blut im Gleisbett: Der junge Mann erlitt Kopfverletzungen.
Trotzdem hatte sich der 19-Jährige aus Porta Westfalica lebensgefährliche Kopfverletzungen zugezogen. Zunächst war nicht klar, ob sie durch den starken Luftsog des Zugs verursacht wurden oder ob der laut Polizei stark angetrunkene Mann von der Brücke fiel. Oder ob es vielleicht ganz andere Ursachen gab.
Doch im Laufe des Nachmittags klärte sich die Situation. Seine schweren Kopfverletzungen dürften, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei, "nach aktuellem Ermittlungsstand von einem Sturz von der etwa 4,50 Meter hohen Brücke auf die Gleise herrühren". Eine Selbsttötungsabsicht sei wahrscheinlich, es bestünden keinerlei Hinweise auf eine Fremdeinwirkung.
Der Verletzte wurde ins Mindener Krankenhaus gebracht.
Auch über seine Identität wusste die Polizei stundenlang nichts, da der junge Mann keinerlei Papiere bei sich trug und nicht befragt werden konnte. Ein Passant fand dann ein Portemonnaie mit Ausweispapieren auf der Brücke.
Nach einer Überprüfung im Krankenhaus stand schließlich fest, dass es sich um einen 19-Jährigen aus Porta Westfalica handelt.
Die 20 Fahrgäste in der Eurobahn, die die Strecke Hameln - Löhne befuhr, verließen den Zug und wurden mit Fahrzeugen weiter befördert. Die Strecke war nach Auskunft der Polizei für 95 Minuten voll gesperrt. Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei sucht nun Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können (Telefon 0571-88660).
stehenden Code hier ein*: