Heute ist Zukunft der Traditionsgaststätte Schinkenkruse ungewiss / Bald Zwangsversteigerung
Damit würde ein weiteres populäres Ausflugslokal aus der Reihe der sich einst wie Perlen einer Kette auf und an den Höhen und Hängen des Wesergebirges aneinanderreihenden Schankbetriebe verschwinden.
Noch bis in die siebziger Jahre hinein war der Andrang in dem stetig erweiterten Fachwerkbau im Dreiländerdreieck zwischen Preußen, Hessen und Schaumburg-Lippe so groß, dass es schwer war, einen Platz zu bekommen. Heiß begehrt und weit und breit berühmt waren vor allem die ausladenden und üppig belegten Schinkenstullen, die Hausherr Kurt Schäfer und Ehefrau Lina, geborene Kruse, ihren Gästen servierten, und die dem Haus zu seinem werbewirksamen Namen verhalfen. Dazu kam der prachtvolle Terrassenausblick bis weit in die norddeutsche Tiefebene hinein.
Wie bei fast allen anderen Berggasthöfen der Region setzte vor rund 40 Jahren ein schleichender Niedergang ein. Statt Schinken waren Gyros und Pizza gefragt. Dem veränderten Bedarf war zuvor bereits eine ganze Reihe mehrerer heimischer Ausflugslokale zum Opfer gefallen. So schloss im vorigen Jahr auch "Mettwurst-Möller" in Lohfeld die Pforten.
Einer breiten Öffentlichkeit waren die finanziellen Probleme bei Schinkenkruse Anfang 2004 bekannt geworden. Damals meldete das zehn Jahre zuvor zur GmbH umfunktionierte Familienunternehmen, in das mittlerweile auch Tochter und Schwiegersohn eingestiegen waren, Zahlungsunfähigkeit an. Der Insolvenzantrag wurde mangels Masse abgelehnt.
Versuche, mit neuen Ideen und Konzepten wieder auf die Beine zu kommen, blieben ohne den erhofften Erfolg. Die aktuellen Verbindlichkeiten sollen bei rund 220 000 Euro liegen. Der Wert des mehr als 42 000 Quadratmeter großen Anwesens wird vom Gutachter auf 850 000 Euro taxiert. Nach einem ersten vergeblichen Versteigerungsversuch im Januar dieses Jahres dürfte am 6. April um 8.30 Uhr im Bückeburger Amtsgerichts die Entscheidung fallen.
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