Schulpflegschaft stellt Antrag auf Erhalt der Grundschule Vennebeck / Anbau leicht möglich / Mehr Anmeldungen
Der Antrag enthält die Forderung, dass die Zügigkeit der Grundschule Holzhausen auf zwei Züge beschränkt werden soll, weiter sollen die Aufnahmeentscheidungen der Schulleitungen zugunsten der Grundschule Vennebeck vorgenommen werden. Auch wird gefordert, dass die Entscheidung über den Erhalt nicht von der Schließung anderer Schulen abhängig gemacht wird.
In ihrer Begründung wirbt die Schule damit, dass sie im Vergleich zu allen anderen Schulen in Porta im besten Zustand ist. "Auch können ohne Investitionen sofort acht Klassen mit variabler Ganztagsbetreuung angeboten werden", sagt Schulpflegschaftsvorsitzende Diana Tuleweit.
Weiter verfüge die Schule über eine Sporthalle, einen Sportplatz sowie einen Spielplatz. Darüber hinaus ist das vor 15 Jahren errichtete Gebäude barrierefrei.
Dennoch bleibt ein Problem bestehen: Es gibt zu wenig Anmeldungen, um im Sommer 2010 eine erste Klasse zu bilden. Waren es im Herbst nur neun, so sind es zwar mittlerweile 12 Schüler, die im Sommer die Grundschule besuchen möchten. Doch die Bezirksregierung fordert mindestens 18 Schüler für eine Eingangsklasse. Dies könne nur mit einer Ausnahmegenehmigung umgangen werden.
Und für die wenigen Anmeldungen gebe es einen Grund, so Diana Tuleweit. Eine Verquickung ungünstiger Umstände habe zu den geringen Anmeldezahlen geführt. Zum einen gab es einen geburtenschwachen Jahrgang mit nur 19 Kindern für den Bereich Holtrup, Vennebeck und Costedt. Kinder aus den Grenzbereichen wurden aus verschiedenen Gründen zum Teil in einer entfernter gelegenen Grundschule angemeldet.
Auf der anderen Seite war es die Diskussion um die Schulstandorte selbst - "denn die Schließung des Standorts Vennebeck wurde schnell genannt", so Tuleweit. Das habe die Eltern verunsichert.
Jahrgang ist nicht typisch
Bei den schlechten Schülerzahl-Prognosen gehe die Stadtverwaltung nur von den neu angemeldeten Schülern aus und lasse die zweiten bis vierten Klassen unberücksichtigt. Denn selbst wenn im Jahr 2015 in Vennebeck nur 15 Schüler anfangen, würden insgesamt 100 Kinder die Schule besuchen. "Und wohin mit ihnen?", fragt sie. Nach den ihr vorliegenden Zahlen bilde dieses Jahr einen "Ausrutscher" in den Anmeldezahlen, für die nächsten Jahre sehe das wesentlich besser aus. Für 2011 seien es wieder 32 Kinder für den Bereich Costedt, Holtrup und Vennebeck.
Was sie und Schulleiterin Anke Breuer stört: Die Sitzungen von Schulausschuss und Rat sind erst Ende Mai und Anfang Juli. "Wir brauchen aber jetzt ein Signal, dass es weitergeht", so die Schulpflegschaftsvorsitzende. Sie ist sicher, dass in dem Falle eines positiven Bescheids noch mehr Eltern ihre Kinder in Vennebeck anmelden würden.
Eltern wollen endlich Klarheit
Die Schule Vennebeck wird aktuell von 75 Kindern besucht, ihnen stehen vier Lehrer zur Verfügung. Beim Bau vor 15 Jahren wurde die Schule eineinhalbzügig eingerichtet, ein zweizügiger Ausbau wäre durch Sponsorengelder und Eigenleistung relativ günstig möglich. Pläne für den Anbau liegen bereits vor.
Mit Solarenergie könnten die ohnehin geringen Energiekosten noch gesenkt werden. Bisher gibt es eine Betreuung in den Räumlichkeiten der alten Grundschule. Hier können bisher Schüler bis 15 Uhr betreut werden, geplant ist eine Versorgung bis 16 Uhr inklusive Mittagessen. Forum und Turnhalle werden von zahlreichen Vereinen genutzt.
Auch die Eltern wollen endlich Klarheit. Die Stimmung ist nicht gut, Gespräche beim Abholen der Kinder drehen sich um die Standortfrage. Sie sind sich einig: "Wir haben hier die neueste und beste Schule." Und Lea-Marie (8) hofft mit ihrer Mutter Claudia Meier, dass auch noch ihre kleine Schwester Finja (2) hier zur Schule gehen darf.
Wie die Musketiere... Alle gegeneinander und jeder für sich... oder wie war der Spruch nochmal?