Verein "Perlen für Afghanistan" lädt zum Tanztee ein und sammelt für Hilfsprojekte / Aufbau einer Tagesklinik
"Es gibt bei uns zu Hause nicht nur die Burka", versichert Dr. Arsalan Asadi, der Gründer und Vorsitzende des Vereins aus afghanischen Emigranten und deutschen Freunden. Seit Frühjahr 2009 engagiert sich der Verein im Raum Minden mit Hilfsprojekten für die Menschen in der Heimat.
Schwerpunkt ist die Provinz Mazar-e Sharif, wo auch die Bundeswehr im Einsatz ist. Unter anderem arbeite der Verein daran, eine Tagesklinik als Ersatz für eine durch Überschwemmung zerstörte Einrichtung aufzubauen zur medizinischen Versorgung der Bevölkerung. Ebenso solle eine Trinkwasser-Aufbereitungsanlage bereitgestellt werden, um einen infolge der Flut verunreinigten Brunnen wieder nutzbar zu machen.
Bei Veranstaltungen wie dem afghanischen Tanztee versuche der Verein seine Anliegen ins Bewusstsein der deutschen Bevölkerung zu rücken, erklärt Dr. Asadi, der als Chirurg im Klinikum Minden arbeitet. Ein hält einen kurzen Vortrag zur aktuellen Lage in Afghanistan, und dann folgt eine kleine Modenschau, bei der junge afghanische und deutsche Frauen Mode vom Hindukusch vorführen, wie sie vor der Zeit der Vorherrschaft der Taliban und auch jetzt wieder getragen wird.
Die langen Kleider aus farbigen leichten Stoffen sind das Kontrastprogramm zur Burka, jenem Ganzkörperschleier, der in öffentlichen Diskussionen immer wieder als "Symbol der Unterdrückung von Frauen" im Islam angeprangert wird.
Unterstützung auch für Haiti
Die leuchtenden Kleider im Bachhotel drücken Lebensfreude aus, wirken aber dennoch züchtig und dezent im Vergleich zu manchem, was die westliche Mode hervorbringt. "Solche Kleider sind im Grunde übliche Tracht in der Heimat", erklärt Arsalan Asadi, dessen Familie eine der angesehensten in seiner ehemaligen Heimat war, die er vor 15 Jahren verlassen musste. Die Burka stamme ursprünglich nicht aus Afghanistan, sondern sei im Zuge der Islamisierung aus arabischen Ländern eingeführt worden, sagt der Vereinsvorsitzende.
Dem Motto Tanztee wird der Abend im Bachhotel gerecht, als der Reigen zu Musik aus Afghanistan eröffnet wird. Trotzdem gibt es einen Unterschied zum deutschen Begriff, von dem der Name abgeleitet ist: Frauen und Mädchen tanzen miteinander nach orientalischer Weise und auch Paare gehen miteinander auf die Tanzfläche, berühren sich jedoch gar nicht oder allenfalls sehr dezent und respektvoll.
Spendenkonto eingerichtet
Zwischendurch in den Pausen setzen sich die afghanischen Gastgeber mit den deutschen Gästen zum Tee an die Tische beziehungsweise zum Essen à la Hindukusch. Gewürztes gegrilltes Fleisch und verschieden zubereiteter Reis sowie frischer Salat gehören dazu und selbstverständlich reger Austausch. Immer wieder kommen die Hilfsprojekte des Vereins zur Sprache. Dabei stellt sich heraus: "Perlen für Afghanistan" hilft nicht nur in der Heimat. "Nach dem großen Erdbeben vom vorigen Monat konnten wir auch ein Ärzte-Team zum Hilfseinsatz nach Haiti schicken", berichtet Arsalan Asadi. Er gibt Auskünfte unter der Rufnummer 05 71/7 98 12 61, Maliha Niazy, Telefon 05 71/3 86 05 85 und Sonja Petzold, 0 57 07/91 95 57.
Ein Spendenkonto (40 11 81 84) ist bei der Sparkasse Minden-Lübbecke (BLZ 49 05 01 01) eingerichtet.
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