Der junge Mann aus Thüringen krachte am Montagabend in Barkhausen mit seinem 40-Tonner gegen das Dach eines Imbisses. Er hatte die Höhe seines Sattelzuges unterschätzt. Auch die sonstigen Abmessungen seines Gefährts waren dem Fahrer, der erst eine Woche zuvor seinen Lkw-Führerschein bestanden hatte, offenbar noch nicht vertraut, denn Zigarettenautomat und Werbetafel wurden ebenfalls beschädigt.
"Der Fahrer war völlig fertig, den mussten wir erst mal ein bisschen bemuttern", berichtet Gregorio Zecca, Junior-Chef im Fleischermeister-Grill an der Portastraße. Dort haben sich am Montagabend Beschäftigte und Kunden gehörig erschrocken, als gegen 19.40 Uhr der Sattelzug aufs Grundstück krachte.
Wie die Polizei berichtet, hatte sich der 23-Jährige im Regen verfahren. Er kam aus Bremen und wollte die A2 in Richtung Rheda-Wiedenbrück nehmen. In der Porta verließ ihn die Orientierung und er fuhr von der Weserbrücke auf die Portastraße. Der Fahrer entdeckte den Grillimbiss, wo er nach dem Weg fragen und zugleich wenden wollte. Das Fahrmanöver missriet gründlich.
Im Imbiss herrschte große Sorge, der Dachvorbau, der ehemals zu einer Tankstelle gehörte, könnte einstürzen. Ein Statiker hat jedoch inzwischen Entwarnung gegeben.
Völlig entnervt zum Autohof
Ungefähr zwei Stunden nach dem Unfall setzte der 23-Jährige seinen Lkw wieder in Bewegung, nachdem er mithilfe der Hydraulik den Sattelzug ein wenig abgesenkt hatte. "Zuvor saß er leichenblass bei uns im Imbiss. Er hatte Angst um seinen Job bei der Spedition. Nicht einmal ein Wasser wollte er. Sogar die Polizei hatte Mitleid", berichtet Zecca.
Der Juniorchef musste wenig später noch einmal Schützenhilfe leisten, weil der völlig entnervte Brummifahrer abermals die Orientierung verlor. "Der ist wieder in Richtung Bremen gefahren und hat dann bei mir auf dem Handy angerufen." Gregorio Zecca lotste den Fahrer in Richtung Holtrup, wo der Thüringer den Autohof ansteuerte und sich erst einmal schlafen legte. Es dürfte eine unruhige Nacht gewesen sein.
Zur Schadenshöhe liegen keine Angaben vor. Die Imbissbesitzer gehen von einer fünfstelligen Summe aus. Glück für den jungen Mann: Er behält seinen Job. "Ich habe noch mal mit ihm telefoniert", berichtet Gregorio Zecca. "Sein Chef gibt ihm eine zweite Chance."
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