Vennebecker Ortsdurchfahrt soll dafür neu beschrieben werden / Stadt und Kreis im Schulterschluss
Der Kreuzungsbereich Ellernstraße/Vlothoer Straße läge dann komplett in einer geschlossenen Ortslage. In solchen Fällen seien Mini-Kreisel rechtlich zulässig, wie Jürgen Thielking, Leiter des Bau- und Planungsamtes beim Kreis Minden-Lübbecke, während einer kurzfristig anberaumten Sondersitzung des örtlichen Bezirksausschusses erklärte. Porta Westfalica will den Vorschlag, die Ortsdurchfahrt zu verschieben, "eins zu eins unterstützen", so Stefan Mohme, technischer Beigeordneter im Rathaus.
Hintergrund ist eine Empfehlung des Ministeriums, wonach außerhalb von Ortslagen keine Mini-Kreisverkehrsplätze realisiert werden sollen. Diese Vorschrift lässt sich womöglich umfahren. "Es geht also um eine Veränderung der rechtlichen Komponente", erläuterte Mohme, der die Aussichten "verhalten optimistisch" beurteilt.
Stadt und Kreis müssen nun bei der Detmolder Bezirksregierung einen Antrag stellen. Später würde dazu unter anderem der Landesbetrieb gehört, mit dem der Kreis zuvor erneut verhandeln will. Falls der Antrag durchkommt, müssten Straßenkarten geändert und sogenannte OD-Steine umgesetzt werden, welche die Ortsdurchfahrt markieren.
Jürgen Thielking hofft, dass die Genehmigung über den Sommer erteilt wird. Dann könnte der Bau im Herbst beginnen. Geplant ist ein Kreisel mit 29 Metern Durchmesser und überfahrbarer Mittelinsel, laut Thielking von namhaften Gutachtern befürwortet. Obwohl 29 Meter etwas viel sind, sieht der Landesbetrieb darin offenbar einen Minikreisel.
Nach dem ersten Spatenstich im Januar schien die Fertigstellung des lang ersehnten Kreisverkehrs, um den Bürgerforum und Bezirksausschuss seit Jahren kämpfen, nur noch eine Frage der Zeit. Dann kam es zu einer bösen Überraschung, die niemand erwartet hatte.
Der Landesbetrieb Straßen in Bielefeld sperrte sich plötzlich gegen den bereits genehmigten Kreisverkehrsplatz mit 29 Metern Durchmesser, weil dieser insbesondere für Fahrer, die auf abschüssiger Strecke von der Bundesstraße 482 kämen, nicht deutlich genug zu erkennen sei und Unfallrisiken berge.
Die Bielefelder pochen auf einen 45-Meter-Kreisel und sehen als Alternative höchstens eine Ampelanlage. Ein Kreisverkehr in dieser Größe käme jedoch weitaus teurer, weil er mit Grunderwerb verbunden wäre.
Für die Vennebecker ist Bielefeld zu einer Art Reizwort geworden. Seitdem die Verantwortlichen des Landesbetriebes Straßen in der Leineweberstadt säßen und nicht mehr in Minden, so glauben viele, fühle sich die Behörde an frühere Zusagen nicht mehr gebunden. "Die haben uns den ersten Spatenstich machen lassen und dann gesagt, dass wir das wieder vergessen können", wettert Petra Kavanagh, Vorsitzende des Ortsgremiums.
"Ein bisschen in der Ehre gekränkt"
"Diese Behördenwillkür" will sich auch Wolfgang Lücke vom Bürgerforum, zugleich Mitglied im Bezirksausschuss, "nicht gefallen lassen, bloß weil die Entscheidungsgewalt plötzlich in Bielefeld liegt". Willi Edler meint: "Der Landesbetrieb hat das Gesicht verloren." Und auch Jürgen Thielking fühlt sich "ein bisschen in der Ehre gekränkt".
Petra Kavanagh hat die Bürger zur Unterstützung aufgerufen. "Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht, um den Kreisverkehr hinzubekommen", verspricht sie.
Nicht betroffen ist der bereits begonnene Bau des Radweges entlang der Kreisstraße 26 von Möllbergen nach Vennebeck.
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