Deutlicher Rückgang der Schulanfänger / Sinkende Kinderzahl wirkt sich aus / Elterninformation zur Sekundarschule
Diese Entwicklung zeigte sich in den vergangenen Jahren ab (das MT berichtete), jedoch ist der Einbruch bei den Anmeldungen in diesem Jahr immens. Im Vorjahr kamen noch 45 Fünftklässler in der Hauptschule Petershagen.
Gingen 2007 noch 23 Prozent der Grundschulabgänger im Stadtgebiet an die Hauptschule, sind es jetzt nur noch elf Prozent. Damit kann nur eine Eingangsklasse gebildet werden, was die Einzügigkeit der Schule bedeutet.
Wenn auch im Folgejahr nur die Einzügigkeit erreicht wird, muss laut Schulgesetz die Schule geschlossen werden. So war es vor fünf Jahren mit der Hauptschule in Lahde. Im Juni 2007 beschloss der Stadtrat die auslaufende Schließung. Die letzten Schüler und Lehrer aus Lahde zogen im Sommer 2011 nach Petershagen um.
Zum veränderten Wahlverhalten der Eltern kommt noch die sinkende Kinderzahl. Der alte Schulentwicklungsplan vom Oktober 2008 geht zum Schuljahr 2012/2013 noch von 262 Fünftklässlern im Stadtgebiet aus. Im vergangenen Jahr wurden in den Grundschulen jedoch nur noch 236 Abgänger für Sommer 2012 erwartet. Tatsächlich sind jetzt 217 Kinder aus der Stadt Petershagen in weiterführenden Schulen angemeldet worden.
Diese Entwicklung ergibt sich aus den Geburten, die weiter sinken. So wurden im vergangenen Jahr nur noch 167 Kinder im Stadtgebiet geboren.
Dies wirkt sich auch auf Realschule und Gymnasium aus. Zwar stieg die Zahl der Fünftklässler in der Realschule prozentual auf 41 Prozent der Grundschulabgänger, jedoch geht die Gesamtzahl zurück. Der Anteil der Grundschüler, die zum Gymnasium wechseln, bleibt mit 32 Prozent konstant, es singt aber die Gesamtzahl.
Rückläufig in der Gesamtzahl sind die Anmeldungen von Fünftklässlern in Gesamtschulen außerhalb der Stadt. Prozentual bleibt sie jedoch bei zwölf Prozent. Diese Eltern möchten, dass ihre Kinder das Abitur erst nach 13 Jahren machen. Deutlich zurückgegangen sind die Anmeldungen an Gymnasien außerhalb von Petershagen.
Angesichts der sich abzeichnenden Schülerzahlen und absehbarer Grundschulschließungen reagierte die Stadtverwaltung und holte sich vor zwei Jahren mit Dr. Ernst Rösner vom Institut für Schulentwicklungsforschung an der Technischen Universität Dortmund fachkundige Beratung. Ende 2010 wurden alle Grundschuleltern nach dem Schulwahlverhalten befragt.
Im Zuge der Diskussion im Landtag zur neuen Gemeinschaftsschule gab es auch die Frage zur Anmeldung in dieser Schulform. 75 Prozent der Eltern gaben an, ihr Kind in diese Schule zu schicken, wenn es keine Hautschule und keine Realschule mehr gäbe.
Im Juli vergangenen Jahres beschloss der Stadtrat beim Land die Gemeinschaftsschule für Petershagen zu beantragen. Im März war bereits der Ratsbeschluss zum Bau einer neuen Schule in Lahde gefasst worden. Die Bauarbeiten laufen.
Die Gemeinschaftsschule wurde zur Sekundarschule bis Klasse zehn, die in Petershagen im Sommer 2013 starten soll. Es wird gymnasialer Standard unterricht, das Abitur an Kooperationsschulen in Klasse 13 abgelegt. Hauptschule und Realschule werden 2013 keine Fünftklässler mehr aufnehmen und auslaufend aufgelöst.
Für den Start der Sekundarschule sind mindestens 75 Schüler (drei Klassen) gefordert. Im September werden die Eltern der Schüler in den 3. und 4. Klassen der Grundschulen nach der Schulwahl befragt. Dann müssen die Anmeldungen für die Sekundarschule verbindlich sein.
Vorher wird das pädagogische Konzept der neuen Schule mit den Eltern entwickelt. Ein Arbeitskreis legte einen Entwurf vor, der unter dem Titel "Gemeinsam länger lernen" steht. (MT vom 5. April).
Am Donnerstag, 10. Mai, ab 20 Uhr wird das Konzept in der Aula des Schulzentrums Lahde vorgestellt. Am Samstag, 19. Mai, folgt dann von 14 bis 16.30 Uhr an gleicher Stelle ein Workshop mit Eltern zu Ergänzung des Konzeptes. Das Konzept ist unter "Aktuelles aus Petershagen" auf
www.petershagen.de nachzulesen.
Ab Sommer 2013 soll es nur noch zwei weiterführende Schulen in der Stadt geben: Gymnasium in Petershagen und Sekundarschule in Lahde.