Petershäger Schnatgänger erleben Natur hautnah / Informationen der Biologischen Station
Vom Rathaus ging es vorbei an Hafen und Pumpstation in Richtung Behrmanns Knick und Bad Hopfenberg. Bald waren Pottmühle und Wehkingscher Bauernhof erreicht. Von dort führte der Schnatgang über Bremer Straße und Radweg zurück in die Innenstadt.
Kulturgemeinschaftsvorsitzender Wilhelm Lange erinnerte an die historischen Schnatgänge und wies auf die Wiederbelebung in den 1980er Jahren hin. Zudem ging er auf die Flurnamen "Auf der Bult" nördlich der L770, "Unter der Bult" nördlich der Pumpstation, "Ob der Masch" in der Nähe des Knicks und "Petershäger Masch" östlich von Bad Hopfenberg ein.
Für eine Überraschung sorgte Horst Bahlmann. Er präsentierte den Schnatgängern ein altes Steinbeil aus der Bronzezeit, das vor etwa 50 Jahren in einem Gemüsegarten in der Nähe der heutigen L770 ans Tageslicht kam.
Eine Pause gab es an der Informationstafel über das Vogelschutzgebiet Weseraue an der Auffahrt zur Bremer Straße/Eldagser Straße. Berichterstatter war der wissenschaftliche Mitarbeiter der Biologischen Station des Kreises Minden-Lübbecke, Dirk Esplör.
Unter dem Motto "Natur hautnah erleben" stellte er den Rundweg Gernheim vor, der auf einer Gesamtlänge von 4,5 Kilometern befestigt und gut begehbar sei. "Der Rundweg führt durch die Gernheimer Marsch und die angrenzende Geestlandschaft in der Nähe von Bad Hopfenberg", berichtete Esplör.
Ein Thema war der Petershäger Hanggraben, an den unterschiedliche Lebensbereiche grenzten. Dazu gehörten naturnahe und artenreiche Eichen- und Hainbuchenwälder, Obstwiesen, Gebüsch, feuchtliebende Staudenfluren und Röhrichte. In diesen Lebensräumen hätten zahlreiche Vogelarten einen idealen Lebensraum gefunden. "Der bekannteste Vogel ist der Weißstorch", so Esplör.
Keine Käseglocke über Naturschutzgebiet
Die Biologische Station habe sich bemüht, im gesamten Vogelschutzgebiet Weseraue alle Interessen unter einen Hut zu bringen. "Es wird keine Käseglocke über das Naturschutzgebiet gestülpt. Es sind vier Rundwege angelegt worden. Dazu kommen die Vogelbeobachtungshütten auf dem Deich in Schlüsselburg, in Döhren und Lahde sowie in der Häverner und Windheimer Marsch", führte Esplör aus. Für die Rundwege seien verschiedene Symbole entwickelt worden. "Unser Anliegen ist, naturverbundene Besucher gezielt anzusprechen. Großer Wert muss darauf gelegt werden, die Brutvögel nicht zu stören", bekräftigte der Referent.
Von der Informationstafel führte der Weg nach Norden. Dabei war die Pottmühle auf dem steilen Geesthang weithin sichtbar. Ortsheimatpfleger Uwe Jacobsen ging auf die Geschichte der Pottmühle ein, die seit über 100 Jahren im Besitz der Familie Büsching sei.
Die nächste Station war der Bauernhof Wehking. Friedrich Wehking berichtete über die Fotovoltaikanlagen auf drei Hofgebäuden. Zum Abschluss ging es ins Café Völlmecke, wo Horst Bahlmann eine plattdeutsche Geschichte vortrug.