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26.04.2012
Klare Grenze für das benachbarte Gewerbe
Anwohnerin Hannelore Ruhe sorgt sich um Ausweitung in Meßlingen / Bebauungsplan schreibt mehr Eingrünung vor
VON UWE VINKE

Petershagen-Meßlingen (mt). Jedes Bauvorhaben braucht Raum, aber auch Grenzen. Räume und Grenzen sind im Flächennutzungsplan der Stadt und im Bebauungsplan benannt. So ist es auch beim Gewerbegebiet in Meßlingen.

Die Einfahrt zum Gewerbegebiet Meßlingen mit der Firma Fahrzeugbau Wiese (hinten links) liegt gegenüber dem Haus von Hannelore Ruhe. | MT-Foto: Uwe Vinke

Dies wurde in der frühzeitigen Bürgerbeteiligung zum Gewerbegebiet deutlich. Persönlich eingeladen worden waren die Anlieger. Hannelore Ruhe meldete starke Bedenken an und sorgte sich um die weitere Ausdehnung des Gewerbegebietes.


"Flächennutzungsplan und Bebauungsplan legen die Grenzen genau fest", entgegnete Rainer Landefeld vom Bauamt der Stadt. Eine Erweiterung des Gewerbegebietes sei danach ausgeschlossen.

Die frühzeitige Bürgerbeteiligung gehört zum Verfahren der Flächennutzungsplanänderung und der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes. "Bisher wurden die Baumaßnahmen im 1977 ausgewiesenen Gewerbegebiet einzeln genehmigt", erklärte Dieter Böhm vom beauftragten Planungsbüro.

Da die Firma Fahrzeugbau Wiese eine weitere Halle bauen wolle, fordere die Aufsichtsbehörde nun einen Bebauungsplan mit all seinen Inhalten und Grenzen. Zusätzlich werde der Flächennutzungsplan geändert, um eine bereits von der Firma genutzte Fläche mit aufzunehmen, die noch als Ackerland ausgewiesen sei.

"Mit der planerischen Festlegung der bestehenden Firmenfläche als Gewerbegebiet soll die Zukunft des Unternehmens gesichert werden", berichtete Dieter Böhm. Es werde keine weitere Fläche außerhalb des Firmengeländes als Gewerbegebiet aufgewiesen.

Festgelegt würden die Baugrenzen im Gewerbegebiet, die vorhandenen Grünflächen seien damit festgeschrieben und die Vorgabe einer Flächen abgrenzenden Begrünung werde gegeben. Genau benannt seien auch Geschossflächen und Bauhöhe.

Hannelore Ruhe fragte nach der vorgegebenen Randbegrünung: "Warum ist neben der Einfahrt gegenüber unserem Grundstück keine Begrünung eingeplant?" Ruhe wohnt gegenüber dem Gewerbegebiet an der Straße Auf der Tappenau. Schräg gegenüber fahren die Lastwagen auf das Firmengelände. "Hier rollen die größten Lastwagen aus ganz Deutschland vorbei", erklärte die Anwohnerin.

Die Firma sei einst als kleine Schmiede geplant gewesen und im Laufe der Jahre durch "Schwarzbauten" immer größer geworden, klagte Ruhe. Rainer Landefeld wies darauf hin, dass alle Gebäude baurechtlich auch von der höheren Bauaufsicht genehmigt seien. Für weitere bauliche Erweiterungen werde jetzt ein Bebauungsplan mit seinen inhaltlichen Grenzen erstellt.

Hannelore Ruhe sorgte sich um die weitere Ausdehnung: "Es wird weiterhin Land gekauft". Die spätere Bebauung sei nur im ausgewiesenen Bebauungsplan möglich, entgegnete Rainer Landefeld und stellte fest: "Dies sind die Grenzen des Gewerbegebietes. Es gibt keine weiteren Flächen".

Zum Verfahren des Bebauungsplanes gehört auch ein Lärmgutachten, auf das Dieter Böhm hinwies. Ruhes Rechtsbeistand Dieter Fechner fragte dessen Inhalt nach und verwies auf "nicht erheblich störendes Gewerbe". Hannelore Ruhe berichtete von täglicher "Rüserei" mit Arbeitsgeräuschen und Abgasbelastung.

Die gesetzlichen Grenzwerte seien laut Lärmgutachten an allen Messpunkten eingehalten, erklärten Landefeld und Böhm. Die Werte würden auch vom Umweltamt des Kreises noch überprüft.

Im Gutachten wird an Arbeitstagen zwischen 6 und 22 Uhr mit 60 Lkw- und 160 Pkw-, sowie nachts mit 20 Pkw-Fahrbewegungen gerechnet. Ein rechnerischer Messpunkt ist das Gebäude von Hannelore Ruhe. Hier liegt der Beurteilungspegel zwar am Höchsten, aber noch unter dem Immissionsrichtwert.

Aufgenommen wurde vom Bauamt die Anregung von Hannelore Ruhe im Einfahrtsbereich zum Firmengelände in Richtung ihres Hauses mehr Grün zu berücksichtigen. Bis zum 4. Mai können weitere Anregungen zum Planverfahren schriftlich im Bauamt eingereicht werden. Über das weitere Verfahren entscheidet dann der Stadtrat im Juni.

"Warum sind die Anwohner nicht schon früher eingebunden worden?", wollte Ruhe noch wissen. "Ich habe meine Wohnqualität und das Grundstück hat an Wert verloren".

Dies sei bei der ersten Ausweisung des Gewerbegebietes im Flächennutzungsplan im Jahre 1977 wohl noch nicht erforderlich gewesen, blickte Rainer Landefeld zurück. "Das ist heute neu", wusste Karl-Christian Ebenau, der als Vorsitzender des Fachausschusses die Bürgeranhörung leitete, und ergänzte: "Die frühzeitige Bürgerbeteiligung ist ein freiwilliges Angebot der Stadt".

Ortsbürgermeister Günter Wehmeyer will die Vergangenheit ruhen lassen. Anliegerin Hannelore Ruhe sei vom Gewerbegebiet besonders betroffen, doch werde es mit dem neuen Flächennutzungsplan und dem Bebauungsgebiet jetzt klare Grenzen geben.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2013
Dokument erstellt am 25.04.2012 um 23:27:59 Uhr

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Kommentare
Nicht unerheblich gefährlich ist die ewige Parkerei der LKW auf der Strasse, wenn der Hof der Fa. voll ist.

Eine anständige Klärung der Zufahrt, nämlich nicht ausgerechnet in der Kurve, bzw. mehr Platz auf deren Hof wäre am wichtigsten für den Stassenverkehr.

Ja Ja die deutschen Streiter... Wer solche Nachbarn hat braucht keine Feinde.
Danke für sie Arbeitsplätze in Petershagen Fam. Wiese !



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