Seit 1999 hätten zwei Firmen die meisten Schulen gereinigt. Damals seien städtische Reinigungskräfte an die Firmen abgegeben worden, so Blume. In der Neuausschreibung der Reinigungsleistung zum 1. Januar 2012 sei nur eine Firma erfolgreich gewesen.
Die städtischen Mitarbeiterinnen des unterlegenen Unternehmens wurden in die Eigenreinigung der Stadt zurückgeholt. Das beauftragte Unternehmen sei gebeten worden, die von der zweiten Firma entlassenen Mitarbeiterinnen nach Möglichkeit zu übernehmen, berichtete der Bürgermeister.
"Wir haben die Oberwerte vorgegeben", verwies Kämmerer Dirk Breves (CDU) auf Vorgaben der Stadt an das beauftragte Büro, das Ausschreibung und Vertrag erarbeitete. "Das sind keine Werte, die nicht zu schaffen sind", so Breves. Die Leistungsvorgaben seien besser als in der Privatwirtschaft. Die Arbeitskräfte hätten jetzt aber eine "höhere Taktzahl".
Breves verwies auf die Einsparung von 150000 Euro. Diese Summe war beim Ratsbeschluss zur Haushaltskonsolidierung von zwei Jahren von allen Parteien getragen worden. Im Vorjahr seien für die Fremdreinigung der Schulen rund 550000 Euro ausgegeben worden, in diesem Jahr seien es noch etwa 390000 Euro, berichtete der Kämmerer.
Die SPD hatte in den Ratsbeschluss eine Kostenprüfung von Eigenreinigung gegenüber Fremdreinigung aufnehmen lassen (Text oben). Dies sei geprüft worden, meint Breves. Zwar entspreche das Gehalt im öffentlichen Dienst in etwa dem der Fremdreinigungskräfte, jedoch fielen zusätzliche Kosten auch für Maschinen, Reinigungsmittel, Kleidung, Buchhaltung oder Arbeitsvorbereitung an.
"Wir haben heute weiterhin einen Mix der Reinigungsleistungen", machte Breves deutlich. Es seien nicht mehr Objekte in der Fremdreinigung als vor der Neuausschreibung.
So werden die beiden Rathäuser und auch die Grundschule Windheim weiterhin von eigenen Kräften gereinigt. Die Reinigung in den Rathäusern sei eine "Vertrauensstellung", erklärte Dirk Breves und verwies auf Unterlagen auf den Schreibtischen.
"Früher war es sauber und rein in den Schulen, heute ist es noch sauber", verweist Bürgermeister Dieter Blume auf Böden, die nun nicht mehr glänzten. Die alten Standards seien nicht mehr leistbar. So würden die Klassen auch nur noch dreimal pro Woche gereinigt. "Das ist ein Lernprozess in den Schulen", so Blume. Schulen und Firma machten derzeit ihre Erfahrung.
Die Verwaltung sei mit den Schulleitungen im Gespräch und steuere auch nach, ergänzte Kämmerer Breves. Dies sei nicht immer einfach, da jede Schule anders sei. Manche Schüler griffen selbst zum Besen, andere nicht.
Derzeit werde ein Qualitätsmesssystem von dem beauftragten Büro erarbeitet, um die Reinigungsqualität zu prüfen. Die Hausmeister würden entsprechend geschult. "Dieses Qualitätssystem soll dann auch in der Eigenreinigung eingesetzt werden", blickte Dirk Breves voraus.
Für die Einteilung der Arbeitskräfte sei das Unternehmen selbst verantwortlich, reagierte der Kämmerer auf den Hinweis gesunkener Arbeitszeiten und Einkommen der Reinigungskräfte in der Firma. Alle Fraktionen seien im Januar schriftlich über den Sachstand informiert worden, ergänzte der Bürgermeister.