Petershagen (mt). "Wir sehen noch viele Aufgaben, die eine nach der anderen abgearbeitet werden", beschreibt Rudolf Reich die Arbeit der Seniorenvertretung in der Stadt Petershagen. Vorgestellt wurde vom Vorstand eine Notfall-Karte.
Im Juli 2009 wurde erstmals eine Vertretung für die Senioren in der Stadt Petershagen gewählt. Das Gremium berät Verwaltung und Politik und beschäftigt sich mit Themen aus dem Seniorenbereich.
So gab es Mitsprache bei der Planung von Hauptstraße und Sparkassenstraße in Petershagen. Erreicht wurde auch die weitere Öffnung des Lahder Freibades für die meist älteren Frühschwimmer.
"Wir wollen den örtlichen Seniorengruppen nichts wegnehmen", erinnert sich Vorsitzender Rudolf Reich an eine Sorge vor der Wahl der Seniorenvertretung. "Wir kümmern uns um die stadtweiten Themen." Dazu gehört auch die Notfall-Karte.
Sie enthält wichtige Informationen über den Eigentümer. Neben Name und Adresse sind zu benachrichtigende Personen und der Hausarzt angegeben. Grunderkrankungen, Medikamente, Hilfsmittel und Allergien sind ebenfalls enthalten. Die Daten sind einzutragen.
Die Idee dieser Notfallinformation sei vom Seniorenbeirat Porta Westfalica übernommen worden, erklärt stellvertretender Vorsitzender Friedrich Borgmann. Informationen würden bei den Treffen der Seniorenvertretungen im Kreisgebiet ausgetauscht.
Das Portaner Formular wurde auf Petershagen umgewandelt und bei der PIT im September vergangenen Jahres verteilt. "Die Nachfrage war so groß, dass wir noch Zettel nachdrucken mussten", erinnert sich Reich.
Auch in Hüllhorst und Hille sei die Notfall-Karte ein Thema, wusste Borgmann. Anders als in Porta werde hier auf ein handliches Taschenformat gesetzt. "Das haben wird jetzt auch für Petershagen übernommen und einen Sponsor gefunden, der die Kosten für die ersten 5000 Exemplare übernommen hat", freut sich Friedrich Borgmann.
Die Karte sei nicht nur etwas für Senioren, meint Borgmann, der sich zusammen mit Wilhelm Busse um die Umsetzung des Projektes kümmert. Die Notfall-Karten werden ab der nächsten Woche in den beiden Rathäusern, den Banken, bei Ärzten, Apotheken und Krankenkassen ausgelegt.
Das nächste Thema steht schon fest: behindertengerechte öffentliche Toiletten. "Wir sind nicht für Behinderte zuständig, aber viele Senioren leben mit Behinderungen", begründet Rudolf Reich den Schritt. Solche Toiletten müsse es wenigstens in Lahde und Petershagen geben.
Zudem sei in vielen öffentlichen Gebäuden der Zugang mit Rollator nicht oder nur schwer möglich. Hier solle es ein Kataster für behindertengerechte Gebäude geben.
Ein Fahrlehrer hat die Nachschulung von Senioren angeboten. In Maaslingen habe es einen regen Zulauf bei zwei Veranstaltungen mit der Verkehrswacht der Polizei gegeben, wusste Renate Busse, Schriftführerin im Vorstand.
In die Umsetzung der Ideen sind alle acht Mitglieder der Seniorenvertretung eingebunden. "Wir verteilen in unseren Sitzungen die Aufgaben", erklärte Vorsitzender Reich.
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