"Wir haben seit Jahren guten Kontakt zum Alten- und Pflegeheim Kruse und sind in einem Gespräch auf diese Idee gekommen", sagt Freya-Vorsitzender Jürgen Krüger. Gemeinsam mit Jan-Frederik Krutschek, zuständig beim TuS Friedewalde für Breitensport, koordiniert er das Projekt.
Zu klären war die Trainerfrage, ein geeigneter Raum musste gefunden werden und die sportlichen Inhalte waren zu planen. Mit Ursula Salberg fand der Sportverein eine Diplom-Heilpädagogin, die in Friedewalde wohnt sowie Zeit und Interesse mitbringt. Der Turnraum wurde nach dem Um- und Neubau des Alten- und Pflegeheims im Dezember fertig. Seitdem machen zwischen sechs und acht Bewohner wöchentlich donnerstags von 10 bis 11 Uhr hier Sport.
Ursula Salberg orientiert sich an die Fähigkeiten der Sportlerinnen und Sportler. Heinrich Küster ist halbseitig gelähmt, Marianne Barndt sitzt im Rollstuhl. Andere Teilnehmer sind, ihrem Alter entsprechend körperlich gesund, weisen aber Anzeichen von Demenz auf.
Das Training beginnt mit Aufwärmübungen, wie Kopf drehen, Arme schwingen, Beine anheben oder auf der Stelle laufen. Im mittleren Teil stehen oft Kräftigungs- oder Koordinierungsübungen an. Dazu benutzt Ursula Salberg auch Tücher, Luftballons, kleine Bälle, Seile, Zeitungen, Papierrollen oder Joghurtbecher.
Die 51-jährige C-Lizenzinhaberin (Breitensport) ist dabei immer wieder überrascht, wie motiviert sich ihre älteren Sportler an die Übungen wagen. "Da täuscht man sich manchmal", sagt Salberg.
Zum Abschluss der Sportstunde bietet die Trainerin Spiele: Schlappi hat den Hut verloren, Sitztanz (mit Musik) oder Fußball mit Luftballons. Weil es für ein solch spezielles Training nur begrenzte Weiterbildungsmöglichkeiten gibt, nutzt Salberg die Unterstützung des Kreis-Sportbundes.