Starker Anstieg der Anmeldungen aus dem Vorjahr stabilisiert / Arbeitskreis befasst sich mit Grundschulen
Sinkende Geburtenzahlen wirken sich nicht nur auf die Grundschulen aus. Um vier Jahre verzögert machen sich diese an den weiterführenden Schulen bemerkbar.
Im vergangenen Jahr wurden nur noch 169 Geburten im Stadtgebiet gezählt. Das sind vier weniger als im Vorjahr. Im Jahr 2005 gab es noch 193 Neugeborene im Stadtgebiet.
Die Stadtverwaltung geht im Schuljahr 2011/2012 von 225 Erstklässlern aus. Die Steigerung zur Geburtenzahl lässt sich mit Zuzügen begründen. Die 225 Erstklässler sind dann im Schuljahr 2015/2016 die Fünftklässler in den weiterführenden Schulen.
Hier wurden für das komme Schuljahr noch 271 Schüler in Hauptschule, Realschule, Gymnasium und Gesamtschulen im Umfeld angemeldet. Im Vorjahr wurden noch 305 neue Fünftklässler gezählt. In beiden Jahren lagen die tatsächlichen Anmeldungen unter den Prognosen des Schulentwicklungsplanes der Stadt.
Für Eltern sind aber auch die angebotenen Schulformen wichtig, an denen sie ihre Kinder anmelden. Petershagen verfügt als einzige Kommune im Umfeld über keine Gesamtschule.
Im Vorjahr hatte sich der Anteil der Gesamtschüler auf rund 15 Prozent (48 Schüler) der Grundschulabgänger gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Auch in diesem Jahr wurden wieder 15 Prozent (41) an den Gesamtschulen in Hille und Minden angemeldet.
Weiter rückläufig ist die Anmeldequote für die Hauptschule Petershagen. Sie sank auf rund 16 Prozent (45). Vor fünf Jahren waren es noch 24 Prozent (90).
Die Quote der Realschule Lahde erhöht sich im Vergleich zum Vorjahr wieder auf 36 Prozent (100). Das Gymnasium verliert leicht, liegt aber wieder bei rund 31 Prozent (85) der Grundschulabgänger im Stadtgebiet. Weitere 43 neue Gymnasiasten kommen aus Minden und Niedersachsen.
Schülerzahlen und Wahlverhalten der Eltern sollten Themen am "Runden Tisch" zur Schulentwicklung sein. Stadtverwaltung und Politik sitzen hier mit Schulleitungen und Elternvertretern aller Schulen zusammen. In dem einen Jahr seines Bestehens hat dies Gremium nur selten getagt. Abgewartet wurden Kommunalwahl und Landtagswahl.
Angesichts des Stillstandes gründete sich Ende vergangenen Jahres die "Elterninitiative für gemeinsames Lernen in Petershagen" (eigelp). Sie setzt sich für eine Gesamtschule oder Sekundarschule in Petershagen ein.
Nach dem Politikwechsel in der Landesregierung ist ein Wandel in der Schullandschaft in Nordrhein-Westfalen zu erwarten. SPD und Grüne plädieren für die Einführung der Sekundarschule. Sie könnte aus der Zusammenlegung von Haupt- und Realschule entstehen. Diesen Weg gehen bereits einige andere Bundesländer.
Mit der Grundschullandschaft der Stadt befasst sich neben dem Runden Tisch auch ein Arbeitskreis aus Politik und Stadtverwaltung. Er wurde im Zuge der anstehenden Schließung der Grundschule Ovenstädt gebildet.
Als Fachberater wurde Dr. Ernst Rösner vom Institut für Schulentwicklungsforschung der Uni Dortmund geholt. Er hat das Modell der Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein entwickelt.
Im Arbeitskreis stellte Prof. Dr. August-Wilhelm Meyer seine Vorstellung zur Grundschule Petershagen-Land vor. Inzwischen wurden Rösner auch die erforderlichen Schuldaten von der Stadtverwaltung übersandt.
Wie Bürgermeister Dieter Blume im Stadtrat mitteilte, werden in der Sitzung des Arbeitskreises am 9. Juli erste Ergebnisse von Rösner erwartet. Der Schulfachmann habe im Vorfeld appelliert, bei der Schulentwicklungsplanung die Parteigrenzen fallen zu lassen.
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