Fotoausstellung in der alten Synagoge in Petershagen / Bilder aus Berlin und Buchenwald
Im Petershäger Informations- und Dokumentationszentrum zur jüdischen Orts- und Regionalgeschichte zeigt der Mindener Fotograf Karl-Heinz Ochs 24 großformatige Schwarz-Weiß-Bilder, die er im früheren Konzentrationslager Buchenwald und am Berliner Denkmal für die ermordeten Juden Europas gemacht hat. Zur Ausstellung lädt die Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagern ein.
Karl-Heinz Ochs wuchs in der Wilhelmstraße nicht weit vom Synagogengebäude entfernt auf. Anfang der 60er-Jahre folgte der Umzug mit Eltern und Geschwistern in das Siedlungsgebiet "Judenberg".
Der gebürtige Petershäger hat sich in den vergangenen Jahren mit der Kamera verschiedenen Themen gewidmet. Er ist Mitglied der Mindener Friedenswoche und gehört dem Arbeitskreis "Stolpersteine" an.
"Erst die digitale Fotografie und die damit verbundene Bearbeitungsmöglichkeit am Rechner macht es mir möglich, konzeptionell so tätig zu sein, dass ich die eine oder andere Bilderserie auch in die Öffentlichkeit bringen möchte", betonte Ochs. Im September 2005 machte er Aufnahmen vom Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin. Das Mahnmal aus 2711 Betonstelen ist nach Plänen des Architekten Peter Eisenman von 2003 bis 2005 in der Nähe des Brandenburger Tors entstanden.
Einige Tage später besuchte Karl-Heinz Ochs die Gedenkstätte Buchenwald. Das Konzentrationslager auf dem Ettersberg bei Weimar wurde im Juli 1937 errichtet. Bis zur Befreiung am 11. April 1945 durch die US-Armee waren dort über 250 000 Menschen inhaftiert. Mehr als 50 000 von ihnen kamen ums Leben.
In Buchenwald kamen neben Juden noch politische Gegner des Nazisystems sowie Sinti, Roma andere verfolgte Menschen ums Leben. Neben dem Torgebäude mit der Inschrift "Jedem das Seine" sind Krematorium, Wachtürme, weitere Gebäude und ein Teil des Lagerzauns erhalten. "Im Gegensatz zum Mahnmal in Berlin ist Buchenwald gar nicht ästhetisch. Das Grauen ist allgegenwärtig, obwohl vieles nicht mehr vorhanden ist", betonte Ochs.
Aufgrund der räumlichen Situation im Synagogengebäude entschieden sich die Verantwortlichen für einen besonderen Bildaufbau. Zwölf der 24 Aufnahmen sind an Brettern befestigt an den beiden Längsseiten des Gebäudes angebracht worden.
Die Aufnahmen aus Berlin und Buchenwald werden bis zum 20. Dezember jeweils sonntags von 16 bis 18 Uhr gezeigt. Zudem können Gruppenführungen an anderen Tagen vereinbart werden. Ansprechperson ist der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Pfarrer Eckhard Hagemeier, Tel. : 0 57 07/ 4 86.
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