Auch Elternwille entscheidet über Schullandschaft / Viel Arbeit für den "Runden Tisch"
Im vergangenen Jahr wurden nur noch 174 Kinder im Stadtgebiet geboren. Dies sind die späteren Erstklässler in den Grundschulen. Hier wurden zum Schuljahr 2009/2010 noch 285 Kinder angemeldet (MT vom 10. März). Diese Grundschüler werden vier Jahre später in die weiterführenden Schulen wechseln.
Somit sinken auch dort die Schülerzahlen. Für das kommende Schuljahr wurden aus dem Stadtgebiet noch 302 neue Fünftklässler gemeldet. Eine deutlich gestiegene Zahl wechselt jedoch nicht an Schulen im Stadtgebiet.
Waren entsprechend der Quote der Vorjahre (sieben Prozent) hier 23 Kinder im alten Schulentwicklungsplan errechnet worden, sind tatsächlich aber 45 Jungen und Mädchen an den Gesamtschulen in Hille und Minden angemeldet worden. Dies sind knapp 15 Prozent aller neuen Fünftklässler im Stadtgebiet.
Weiter rückläufig ist die Anmeldequote für die Hauptschule Petershagen, jedoch hat sich der Rückgang verlangsamt. Waren es im Vorjahr nur noch 18,3 Prozent, so beträgt der Anteil im kommenden Schuljahr mit 53 Anmeldungen nun 17,6 Prozent. Im Schulentwicklungsplan waren noch 69 Hauptschüler in zwei schulen (21,8 Prozent) ausgewiesen worden.
Drastischer sind die Verluste der Realschule Lahde gegenüber dem Vorjahr. Dort waren im Frühjahr 2008 noch 41,7 Prozent der künftigen Fünftklässler aus dem Stadtgebiet angemeldet worden. In diesem Jahr waren es nur noch 33,1 Prozent. Das entspricht 100 Schülern, gegenüber 122, die im Schulentwicklungsplan auf Basis der Vorjahresquoten errechnet worden waren.
Leicht schwankend ist der Anteil der zukünftigen Gymnasiasten an den Grundschulabgängern. Wechselten im Vorjahr 32,2 Prozent der Kinder aus der Stadt Petershagen in das Gymnasium sind es im kommenden Schuljahr 34,4 Prozent (104). Gegenüber dem Schulentwicklungsplan (101) ist dies ein leichtes Plus. Hinzu kommen noch rund 40 neue Gymnasiasten aus Niedersachsen und Minden.
Die geänderte Schulwahl der Eltern bei Haupt- und Realschule sowie Gymnasium und Gesamtschule ist Thema am "Runden Tisch" zur Schulentwicklung im Stadtgebiet. Zudem stehen hier der vom Stadtrat beschlossene Schulneubau in Lahde und Veränderungen bei den Grundschulen aufgrund sinkender Schülerzahlen auf der Tagesordnung.
Der "Runde Tisch" mit Vertretern aus Verwaltung, Politik und Schulen (Schulleiter und Schulpflegschaftsvorsitzende) hat erstmals getagt. Dabei wurde der neue Schulentwicklungsplan vorgelegt, der aufgrund der aktuellen Geburtenzahlen drastische Rückgänge der Schülerzahlen in den nächsten Jahren ausweist.
Beschlossen wurde eine Bestandsaufnahme aller Schulen, bei der nicht nur Schülerzahl und Raumangebot abgefragt werden. Zusammen mit den Planzahlen soll nach der Kommunalwahl die zukünftige Schullandschaft der Stadt gezeichnet werden.
Zu berücksichtigen ist dann eventuell auch eine politische Entscheidung auf Landesebene zum Fortbestand der Hauptschule. Hier wird jedoch wohl die Landtagswahl im Mai 2010 abgewartet werden müssen.
Im benachbarten Niedersachsen werden derzeit Haupt- und Realschulen zusammengelegt (das MT berichtete). Diesen Weg beschreiten auch andere Bundesländer.
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