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16.02.2012
"Tierliebhaber können qualvolle Transporte stoppen"
Vlothoer Tierheim Eichenhof unterstützt Appell der Tierärztekammern / Keine "Billigwelpen" kaufen / Schlechte Erfahrungen halten ein Leben lang

Vlotho (va/plö). Tierfreunde weltweit sind geschockt, Annette Kortekamp aus dem Tierheim Vlotho weist ebenso auf die unglaublichen Vorgänge im Zusammenhang mit dem Welpentransport aus Ungarn hin. Verwiesen wird in einer Pressemitteilung auf Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bayerischen Landestierärztekammer und der Bundestierärztekammer.

Unser Symbolfoto zeigt Welpen (nicht die aus dem Transport). Fest steht aber: die kleinen Hunde müssen zunächst bei der Mutter bleiben. Foto: dpa

"Der qualvolle Import von jungen Hunden aus dem Ausland wird nur dann enden, wenn Hundeliebhaber aufhören, solche Welpen zu kaufen", so Mantel. Er rät angehenden Besitzern daher dringend, Welpen nur bei Züchtern zu kaufen, bei denen das Muttertier und die möglichst noch vorhandenen Wurfgeschwister besichtigt werden können und deren Gesundheit und angstfreies Verhalten offensichtlich ist. Oder, so sein Rat, den Hund im Tierheim zu erwerben.

Transport mit fast 100 Welpen

Aktueller Anlass für den Aufruf, der vom Tierheim Eichenhof ausdrücklich unterstützt wird, ist ein Transport mit fast 100 Welpen, der aus Ungarn kam und bei Erlangen im Rahmen einer Verkehrskontrolle gestoppt wurde. Der Fall vereine Tierschutz- und Gesundheitsprobleme, die bei diesen illegalen Importen und den daraus hervorgehenden "Billigwelpen" regelmäßig zu beklagen seien. "Die nur vier bis fünf Wochen alten Welpen waren grausam zusammengepfercht und ohne Versorgung mit Wasser oder Futter. Daher müssen sie nun im Tierheim intensiv medizinisch betreut werden, zumal sie stark verwurmt sind und in diesem Alter keinen Impfschutz haben können", hieß es. Schon allein der Transport so junger Welpen ohne die Muttertiere stelle einen schweren Verstoß gegen das Tierschutzrecht dar. Welpen dürften nicht vor Ablauf der achten Woche von ihrer Mutter getrennt werden. Der Kauf eines "Billigwelpen" fördere diese Tierquälerei und sei am Ende für die neuen Besitzer wesentlich aufwändiger und teurer, als wenn sie einen Hund bei einem guten Züchter oder im Tierheim erworben hätten. Die Hinweise der Tierschützer:

Importierte Welpen werden - auch wegen fehlender Entwurmung und fehlender oder unvollständiger Impfungen - sehr häufig nach dem Erwerb schwer krank und brauchen eine intensive und kostenaufwändige tierärztliche Behandlung. Trotzdem verenden leider viele dieser Welpen.

"Billigwelpen" entwickeln später oft Verhaltensprobleme. Die entscheidende Phase, in der das grundlegende Verhalten eines Hundes geprägt wird, ist zwischen der 3. und 14. Lebenswoche. Werden die Welpen von der Mutter und den Geschwistern frühzeitig getrennt und haben in dieser "sensiblen Phase" keinen ausreichenden Kontakt zu (tierfreundlichen) Menschen und ihren üblichen Verhaltensweisen, werden die Welpen ängstlich und zeigen kein angemessenes Verhalten im Alltag und gegenüber anderen Hunden. Dies hält sich - auch wenn noch andere Erfahrungen folgen - oft ein Leben lang und kann das Zusammenleben von Hund und Besitzer sehr unerfreulich gestalten.

Der Fahrer des Tiertransports, der in Erlangen gestoppt wurde, ist festgenommen worden. Eine dortige Tierheim-Sprecherin meinte, die Welpen seien in dem Kastenwagen "grausam zusammengepfercht" worden. "Ich habe ja schon viel gesehen, aber noch nie solche katastrophalen Bedingungen", meinte die erfahrene Tierschützerin, und: Viele der vier bis fünf Wochen alten Hunde - darunter Golden Retriever, Möpse, Beagle und Zwergpudel - seien derart geschwächt, dass sie an den Tropf gehängt werden müssten.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 15.02.2012 um 23:10:11 Uhr

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Kommentare
Ich verzage .. die Geiz-ist-Geil und Nach-Mir-die-Sintflut Mentalität scheint stärker zu sein als jede Vernunft :-(


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