Regionaldirektor Helmut Weiß überbringt Bewilligungsbescheid zur Dorferneuerung im Ortsteil Höfen
Wie jetzt im Ortsteil Höfen, wo er den beiden Bürgermeistern Reinhard Schmale und Ulrich Finze die Zusage über 285000 Euro aus EU-Mitteln überbrachte und damit pessimistische Stimmen ("Das wird eh nichts. Bei den heftigen Kürzungen in Berlin bekommen wir wahrscheinlich nichts ab.") widerlegte.
Vor drei Jahren, als der Ort in das Programm zur Dorferneuerung aufgenommen wurde, war die optimistische Resonanz bei Politik und Bürgern groß. Es wurde ein Ausschuss gebildet, ein Fachmann engagiert und in mehreren Sitzungen ein Schwerpunktprogramm entwickelt.
Weiß lobte ausdrücklich das Engagement der Einwohner, die aus vielen Ideen zwei herausfilterten, die dem gesamten Ort Nutzen bringen. Vorrang galt dem Ausbau der Durchgangsstraße Richtung B 61. An zweiter Stelle fanden die Pläne zur Renovierung der ehemaligen Schule, die heute als Dorfgemeinschaftshaus genutzt wird, eine Mehrheit. Die eingereichten Kalkulationen für die Straße belaufen sich auf 682000 Euro, wovon 570 000 als förderfähig eingestuft wurden.
"Wir haben unseren Haushaltsplan zwar ohne diese Summe fertig", bilanzierte Ortsbürgermeister Ulrich Finze. "Aber da wir wussten, was auf uns zukommen wird, lässt sich das langfristig auch bewältigen. Höfen ist ein intaktes Dorf, in dem die Gemeinschaft gepflegt und vieles in Eigenleistung erledigt wird."
Für die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses fallen rund 120000 Euro an. Wichtig dabei: Nur Arbeiten am Außenbereich fallen unter die förderfähigen Maßnahmen. Bei der Verwendung von EU-Mitteln werde sehr genau geschaut, betonte Weiß. Da die Bauarbeiten bis zum 31. Oktober 2012 (Straße) und 30. Juli 2014 (alte Schule) abgerechnet sein müssen, sei man froh, dass alle planerischen Voraussetzungen vorliegen, sodass bereits Anfang Juni die Ausschreibungen rausgehen können, freute sich Schmale.
Man müsse ohnehin voraussichtlich in Etappen bauen, da die Zufahrten zu einigen Betrieben offen gehalten werden sollen. Bei der Neugestaltung muss vor allem zunächst beachtet werden, dass das Oberflächenwasser direkt abgeleitet wird.
Die Straßenbeleuchtung wird mit modernen Leuchtmitteln ausgeführt. Die Oberfläche der Straße wird mit stabilem Pflaster ausgestattet, das auch Belastungen durch große landwirtschaftliche Fahrzeuge standhält.
Im Schlusswort dankte der Gast aus Sulingen beiden Landtagsabgeordneten Karsten Heineking (CDU) und Grant Hendrik Tone (SPD), die für den Südkreis zuständig sind, für ihr Engagement.
Intensive Bürgerbeteiligung
Im gleichen Atemzug machte er seine Kritik an der "großen Politik" wegen der Kürzung der Mittel deutlich. Hier auf dem Lande sei so eine große Maßnahme nur mit intensiver Bürgerbeteiligung möglich. Seit 35 Jahren werde das durch gemeinschaftliche Aufgaben praktiziert. Die Zuwendung sei auch für die umliegenden Orte, die erst kürzlich ihre Anträge formuliert haben, ein positives Signal.
Die Sprecher des Planungsausschusses Gerd Koczwara und Kurt Beier nannten als positives Beispiel die soeben erfolgte Erneuerung und Umgestaltung des Spielplatzes (das MT berichtete). Nur mit Eigenleistung, lokalen Zuschüssen sowie Spenden habe man eine vorzeigbare Einrichtung geschaffen, die bereits eifrig genutzt werde.