Es gibt viele Möglichkeiten der Grabgestaltung / Gärtner bieten auch Dauerpflege an
Die Gestaltung von Gräbern ist so individuell wie das Leben. "Meistens sollen sie zu dem Verstorbenen einen Bezug herstellen", sagt Rainer Tilch. Er ist Gärtnermeister und mit den vielen Facetten der Ruhestätten vertraut. Der 47-Jährige berät bei der Gestaltung - und setzt individuelle Wünsche der Angehörigen um. "Und davon gibt es oft sehr ausgefallene".
So sei es heutzutage durchaus möglich, Gräber mit Symbolen zu gestalten. "Beispielsweise mit einem Anker oder einer Skulptur", sagt Tilch. Dabei spiele (natürlich) die Größe der Ruhestätten eine Rolle. Ein Urnengrab werde in aller Regel eher weniger aufwendig gestaltet als eine große Familiengrabstätte. Dennoch seien der Kreativität kaum Grenzen gesetzt.
"Gräber sollten aber auch zu der Umgebung passen", sagt Tilch, der seine Kundschaft gern vorab bei einem Ortstermin berät. Dort könne er die jeweiligen Vorstellungen erfahren - und direkt über die Möglichkeiten der Umsetzung sprechen. "Wenn der Grabstein rund ist, bietet es sich prima an, das gesamte Grab eher rund zu gestalten", sagt der Experte. Nach wie vor wählen die meisten Kunden bei der Bepflanzung den sogenannten Grundaufbau mit Heidekraut und Co., der dann um die jeweiligen saisonalen Pflanzen ergänzt werde. "Zum Beispiel um Stiefmütterchen."
Neu anlegen oder pflegen
Tilch und die Vertreter seiner Branche richten Grabstätten neu an, kümmern sich auf Wunsch aber auch um die Pflege. Besonders in den vergangenen Jahren sei der Bedarf deutlich gestiegen. Weil die Kinder der Verstorbenen oft woanders leben, können sie die Grabpflege nicht leisten. Gärtner bieten in diesen Fällen ihre Dienste an. "Man kann zum Beispiel eine Jahrespflege vereinbaren." In bestimmten Zeiträumen schauen die Fachleute dann vorbei, um die angefallenen Arbeiten auszuführen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Dauergrabpflege. In diesen Fällen kann der dafür erforderliche Geldbetrag treuhänderisch hinterlegt werden. Tritt der Todesfall ein, sei die Grabpflege garantiert. "So eine Vereinbarung kann jederzeit geschlossen werden", sagt Tilch. Missbrauch sei durch die Treuhand unmöglich und: Wenn am Ende vom Geld noch etwas übrig ist, kann der Verstorbene noch zu Lebzeiten entscheiden, wohin es gehen soll.
Die Dauergrabpflege ist vergleichsweise günstig. Zwei Jahrzehnte kosten zwischen 3500 und 6000 Euro. Nicht nur der Verstorbene hat dann buchstäblich seine Ruhe. Auch seitens der Hinterbliebenen müsse sich niemand um das Grab kümmern. Hacken und Unkraut zupfen entfällt. Man kann dann einfach vorbeischauen - und sich erinnern.
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