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28.05.2011
SONDERSEITEN TRAUER
Anonym - weil pflegeleicht?
Ort und Art der Bestattung sollte gut überlegt sein / Entscheidung wohlüberlegt treffen

Minden (ser). Der Friedhof - ein Ort, an dem man Frieden findet. Ruhe, Besinnung, Einkehr - ein Platz für Erinnerungen. Und doch trügt die Ruhe auf dem Friedhof. Denn auch hier ist schon lange nichts mehr beim Alten.

Die Wahl der Grabstätte ist für die Hinterbliebenen wichtiger, als man denkt. | Foto: dpa

Die Zeit der aufwendig zu pflegenden Familiengräber ist vorbei. Längst ist die Beerdigung wie man sie kannte, die Erdbestattung im Sarg, nur noch eine unter vielen Möglichkeiten, die letzte Ruhe zu finden.

"Die Nachfrage nach Varianten, die die Pflege des Grabs erleichtern oder sogar ganz abnehmen, wächst stetig", so Friedhofsleiter Alwin Pamin. Grund dafür sind immer kleinere Familien, die immer seltener in ein und demselben Ort wohnen, steigende Kosten und immer weniger Zeit.

Im Idealfall informiert man sich irgendwann einmal selbst über die vielen Möglichkeiten, bestattet zu werden. Und welche Entscheidung auch immer man trifft, man sollte bedenken, dass jede Wahl Konsequenzen für die Hinterbliebenen hat - sei es, wenn es um die jahrzehntelange Grabpflege geht, sei es, seinem Partner, seinen Kindern, seiner Familie einen Ort zum Trauern zu lassen.

Die Angebote unterscheiden sich von Kommune zu Kommune. Doch auch dann besteht durchaus die Möglichkeit, sich an anderem Ort bestatten zu lassen. Vorausgesetzt, man hat sich rechtzeitig t darum gekümmert und Vorsorge getroffen. Erste Ansprechpartner sind Bestatter, die Friedhofsverwaltungen der einzelnen Kommunen - und die Angehörigen. Grundsätzlich unterscheidet man - wo auch immer - zwischen Erd- und Urnenbestattungen. Die klassische Variante, die Beisetzung in einem Wahl- oder Reihengrab, bindet über einen Ruhezeitraum von 30 Jahren an die Grabpflege. Gleiches gilt für die Urnenbeisetzung in Wahl- oder Reihengrab.

Info
www.mt-trauer.de

Daneben gibt es in Minden viele Möglichkeiten der Bestattung, bei denen Gräber nicht gepflegt werden müssen. Bei der Erdbestattung ist dies die Beisetzung des Sargs im Rasenbereich oder in Gemeinschaftsfeldern, wie beispielsweise in einem historisch bepflanzten Areal mit Parkatmosphäre.

Urnen können - ohne die Verpflichtung zur Pflege - im Gemeinschaftsgrabfeld beigesetzt werden, im Kolumbarium, man kann sie an einem Baum bestatten oder ein Urnenrasengrab wählen. Bei all diesen Möglichkeiten sind die Angehörigen bei der Beisetzung der Urne anwesend, die Stelle kann später mit einem kleinen Namensschild oder einer Steinplatte versehen werden.

Wer eine anonyme Bestattung wählt, verzichtet auf beides: Die Hinterbliebenen nehmen im Rahmen der Trauerfeier Abschied. Die Urne wird anonym begraben (Alwin Pamin: "Oft erfährt man nicht einmal, auf welchem Friedhof"), die Grabstätte bleibt vollkommen ohne Kennzeichnung. Auch wenn der Inhalt der Urne auf der Aschenstreuwiese ausgestreut wird, bleibt nur ein vager Ort für die Trauer.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 26.05.2011 um 21:15:22 Uhr

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