Minden (mw). Christkind und Weihnachtsengel waren einmal: In diesem Jahr zieren Zwiebeltürme, Monde und Sterne den Baum in der Bürgerhalle - eine Idee, die in der Kunst-AG der Mosaik-Grundschule entstanden ist.
"Wir haben bei uns viele Schüler muslimischen Glaubens. Deshalb haben wir im Bastelkatalog nach etwas gesucht, mit dem alle etwas anfangen können", erklärt Jana Kruse, die die AG leitet.
Wie in jedem Jahr hatte Bürgermeister Michael Buhre Grundschüler dazu aufgerufen, den Weihnachtsbaum in der Bürgerhalle mit Selbstgebasteltem zu schmücken. In diesem Jahr richtete er die Einladung an die Schüler der Mosaikgrundschule.
"Wir haben seit Anfang November mit den Kindern der 4a und in der Kunst-AG gebastelt", erzählt Jana Kruse. Gestern kamen die Schüler in die Bürgerhalle und hängten den Baumschmuck an die Fünf- Meter-Tanne, die eine Mindenerin aus dem eigenen Garten gespendet hatte.
Als Dank überreichte Harald Steinmetz, stellvertretender Bürgermeister, den Schülern Schokonikoläuse und 50 Euro für die Klassenkasse.
Mir ist schon klar, dass es Extremisten gibt und das von denen eine Gefährdung ausgeht. Allerdings überbewerte ich diese Sache nicht.
Meine Meinung beruht auf Erfahrungen und Gesprächen. Vom Islam selbst fühle ich mich nicht bedroht. Auch nicht durch meinen muslimischen Nachbarn und Mitbürgern. Der Bericht, um den es hier geht, ist ja gerade ein Beispiel für Miteinander, was auch meinen persönlichen Erfahrungen entspricht.
Missionierung gehört übrigens nicht zum Islam, auch wenn extreme Richtungen, wie die Salafisten dies versuchen.
Eine rechtsstaatliche Vorgehensweise gegen extreme Islamisten in Deutschland, die ja unsere Demokratie und unser Grundgesetz ablehnen, ist gerechtfertigt. Man darf sich aber nicht bange machen lassen und überall, selbst beim Baumschmücken durch Grundschüler, eine Gefährdung des Abendlandes herbeirufen.
Schon gar nicht sollten wir uns so stark ängstigen lassen, dass wir uns (und andere, unschuldige) in unseren, hart errungenen, demokratischen Grundrechten selbst beschneiden und mit undifferenziertem Misstrauen ein Miteinander erschweren.