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30.07.2012
Zwei Tage voller Tradition und Leben
Vom Parademarsch zum Großen Zapfenstreich begeistern Freischießen-Teilnehmer die Mindener Bevölkerung

Minden (mt). Gemäß der Tradition ist das Freischießen gestern mit dem Großen Zapfenstreich zu Ende gegangen. Neu in diesem Jahr waren Reenactor, die die Vergangenheit in die Gegenwart holten.

Mit dem traditionellen Großen Zapfenstreich ist das Mindener Freischießen gestern am späten Abend zu Ende gegangen.

Ganz begeistert von den kostümierten Darstellern war Jan-Patrick. Der Achtjährige tummelte sich im Lager von "Hortus Bellicus". Die Truppe aus Süddeutschland zieht als Söldnerhorde aus dem 30-jährigen Krieg über die Lande. Besonders fasziniert war Jan-Patrick von den Gewehren der wüsten Gesellen. Aber auch die Glocke von Stadtausrufer Ralf Schymon hatte es ihm angetan. "Die ist ja gar nicht so schwer", stellte er fest.

Überhaupt wurde am Sonntag viel geschossen. In der Stadt zielten die "Langen Kerls" - die Grenadiere des Königsregiments - zur Freude der Zuschauer in die Luft. Vor der alten Regierung führten die Mannen von "Hortus Bellicus" ihr Waffenarsenal vor und der Nachwuchs durfte ebenfalls ans Gewehr. "Freischießen für Kids" stand auf dem Kleinen Domhof auf dem Programm.

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Das Maßnehmen mit dem Lasergewehr ist gar nicht so einfach, stellte Milena Goldammer fest. "Man muss das Gewehr ganz stillhalten, aber man verwackelt trotzdem schnell", sagte die 14-Jährige. "Sie schießt ganz gut", lobte Joachim Laroche. Der Schießwart vom Schützenverein Barkhausen gab den Kindern Tipps, wie man am besten zielt. Zur Kinderschüzenkönigin rief Stadtmajor Klaus Piepenbrink am Abend dann Victoria Wehrmann aus. "Ich freue mich richtig, dass ich jetzt gewonnen habe", sagte die 13-Jährige. "Das habe ich nicht erwartet."

Seit 40 Jahren kein Freischießen ausgelassen

Ein paar Meter weiter sang Volker Rosin, der "König der Kinderdisco" für die ganz kleinen Besucher. Die Kinder waren begeistert, als Rosin seine Hits wie "Känguru Dance" oder der "Gorilla mit der Sonnenbrille" zum Besten gab.

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Schien am Sonntag zu großen Teilen die Sonne, begann der Samstag verregnet. Auf dem Simeonsplatz sammelten sich trotzdem viele Zuschauer, die sich die Parade nicht entgehen lassen wollten. Stadtmajor Klaus Piepenbrink nahm mit Bürgermeister Michael Buhre und den neuen Majestäten Pascal Fahrenberg und Ekkehardt Rohlfing die Parade ab. Anschließend zogen die Marschierer in die Innenstadt.

Dort wurden sie von zahlreichen Zuschauern bereits erwartet. Eine davon war Annemarie Marowski. Sie hatte es sich mit Familie und Bekannten an der Ritterstraße auf einer Bank gemütlich gemacht, die eigens für diesen Zweck dort aufgestellt worden war.

"Seit 25 Jahren gucke ich mir jedes Freischießen an", sagte Marowski. "Ich bin an allen drei Tagen mit dabei, egal, was für ein Wetter ist." Die 81-Jährige erinnerte sich: "Früher haben wir bis 3 Uhr morgens auf dem Marktplatz getanzt."

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Birgit Stolze lässt schon seit 40 Jahren kein Freischießen aus. Jetzt ist sie 67 Jahre alt. Auch sie denkt gerne an das Tanzen auf dem Marktplatz zurück. "Damals sind wir immer von Kanzlers Weide rübergekommen."

Doris Müller und Petra Meyer haben kleine Körbchen dabei, mit denen sie die Marschierer und Reiter mit kleinen Schnäpsen versorgen. "Ich habe 100 Flaschen mitgenommen, viele sind jetzt nicht mehr übrig", sagt Müller und lacht.

Beim anschließenden Ratsempfang wurde der Bataillonsorden an Egon Stellbrink, Harald Steinmetz, Dr. Annette Kahre und Eckhard Schlink verliehen. In das Ehrenbuch des Bürgerbataillons trugen sich Bürgermeister Michael Buhre, Dompropst Roland Falkenhahn und Reit-Ausbilder Jürgen Schünemann ein.

Stadtmajor Klaus Piepenbrink zog am Sonntagmittag eine erste Bilanz: "Es waren trotz des schlechten Wetters am Samstag sehr viele Leute da, das zeigt die Verbundenheit der Mindener mit dem Bürgerbataillon." Es habe eine tolle Atmosphäre geherrscht. "Auch die Summer Base, die wir am Freitag für junge Leute auf die Beine gestellt haben, war ein voller Erfolg." Sowohl die Summer Base als auch die Reenactor sollen in zwei Jahren wieder mit dabei sein.

Im Rahmen des Freischießens wurde auch die älteste Bürgerin der Stadt geehrt: Johanna Gertrud Patzwahl ist 104 Jahre alt geworden.  

Fotostrecken
Freischießen: Zapfenstreich
 
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Freischießen: Impressionen vom Sonntag
 
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Freischießen am Samstag: Parademarsch 1
 
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Freischießen am Samstag: Parademarsch II
 
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Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2013
Dokument erstellt am 29.07.2012 um 23:25:29 Uhr

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Kommentare
Georg,

ich kann Ihnen nur raten, sich zu entspannen - es folgen noch so einige Feste, die (hm hm hm) nicht minder beleumundet sind; als Beispiel führe ich den "Muttertag" an (oder war der schon? Wahrscheinlich...)

Georg, dein Anti-Imp-Weltbild gefällt mir, keine Frage, nur: du machst es DIR und den Mitschreibern zu schwer, Dir zu folgen, weil Du einfach keine anderen Meinungen zu lässt!

Lehn Dich einfach zurück und beobachte.

Was anfänglich braun erschien, wandelt sich schnell in grün, erblüht in fettem Rosa und stirbt in hellem Schein.

Entspann Dich doch mal und geniess den Vollmond.

Sakradi! Können die Mindener grantig aufeinander sein! Bin schon erstaunt über die zum Teil ehrabschneidenden Angriffe. Aber auch erfreut über fröhliche Freischießen-Fans und gute Erklärungen des Hintergrunds. So'ne wie Georg können ja froh sein, dass sie heute leben und nicht vor 300 Jahren auf die böse Bürgerwehr als Schutz angewiesen waren. Vielleicht war ja sogar dem Georg sein Uroppa als Spieß beier Dritten? Nix für ungut. Ich wohne seit 34 Jahren in München und komme mit Begeisterung zum Freischießen in meine Heimatstadt, treffe Menschen, die ich seit der Kindheit kenne und lerne neue kennen. Wie schön! Schade, dass nachts so früh Ende ist. Wisst ihr noch, wie wir früher zum Schluss auf dem Marktplatz getanzt haben?

Hey Georg, Ballern ist sogar olympisch ^^

Achja, die Veranstaltung ist ja auch altbacken. Ganz vergessen XD

Hallo Georg: Wohin was gehört entscheiden Gott sei Dank nicht Sie allein, sondern die Mehrheit der Bewohner. Und das Mindener Freischießen wird von der Mindener Bevölkeung mit absoluter Mehrheit positiv gesehen. Einige der "Ablehner" haben dann andere Gründe -die nichts mit Tradition zu tun haben: "Lärm", Verkehrsbehinderung usw. Gerade die Mindener Geschichte hat keine Angriffe oder Kriegstreiberei aufzuwarten, sondern lediglich diente es zur Verteidigung gegen Angriffe und Brände - und das wird doch einem freien Bürger zugestanden? Verteidigen kann man sich nur ausreichend wenn eine Ausbildung vorhanden ist. Außerdem zeigte besonders der Aufenthalt der Reenactors der Soldaten des 30jährigen Krieges und deren Lagerleben, wie verwerflich Krieg und elendig deren Leben war. Wer also Tradition nicht mag, sollte zu Hause bleiben, aber nicht alles in Frage stellen. Es zwingt sie niemnand begeistert zu sein.
Und Georg: Die Gewehre sind aus Holz, und geballert wird nicht gleichzeitig überall. Sportlich geschossen wurde nur in einem Parkhaus unter vorgeschriebener Aufsicht mit einem hohen Maß an Sicherheit. Es gibt also Nichts, was Sie wirklich beanstanden könnten.
Wie sehr Menschen an historischen Darstellungen interessiert sind, zeigten die 25000 Besucher der Darstellung der Schlacht bei Minden auf Kanzlers Weide vor zwei Jahren. Sie waren vermutlich nicht dort? Sie haben dann bestimmt Fußball angeschaut im Fernsehen, da ist ja immer allesfriedlich, besonders die Fans.

Und meine Zunft macht fleissig weiter XD

Brave Trolle ^^



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