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12.05.2012
Rat schafft Voraussetzung für Regioport
Hafenprojekt bleibt umstritten/Bürgermeister: Befinden uns mitten im Verfahren/Bewilligungsbescheid liegt in Münster
VON HANS-JÜRGEN AMTAGE

Minden (mt). Der Mindener Rat hat am Donnerstagabend bei sieben Gegenstimmen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den neuen Hafen "Regioport" am Mittellandkanal geschaffen.

Mit großer Mehrheit sprach sich die Stadtverordnetenversammlung für die Änderung des Flächennutzungsplanes "Regioport Weser" als Entwurf aus. Mit dieser Änderung soll die vorgesehene Hafenfläche für die Landwirtschaft zurückgenommen und als Sonderbaufläche ausgewiesen werden.

Zudem geht es um die Anbindung der Hafenanlage an die Cammer Straße und die Magdeburger Straße als Hauptverkehrsader.

Städtebauliche Aktivitäten zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft sollen in dem Veränderungsentwurf ebenfalls dargestellt werden. Gleichzeitig beauftragte der Rat die Stadtverwaltung, die Änderung des Flächennutzungsplanes öffentlich auszulegen und die notwendigen Stellungnahmen der Behörden und Träger öffentlicher Belange zu dem Hafenprojekt einzuholen.

Drehscheibe für Container

Bis Ende 2014 sollen mit dem interkommunalen Regioport im Planungsgebiet ein Hafen in Minden neu gebaut und ein Hafen in Bückeburg ertüchtigt werden, da der jetzige Containerhafen an der Karlstraße nach Angaben der Mindener Hafen GmbH nicht mehr ausreicht. Vorgesehen ist langfristig eine trimodale Logistikdrehscheibe für den Containerverkehr mit Anschluss an Straße, Schiene und Wasserstraße. Wobei bereits jetzt feststeht, dass ein Gleisanschluss voraussichtlich nicht vor 2022 möglich ist.

Erfolgen soll die Inbetriebnahme des neuen Hafens etwa zeitgleich mit der Fertigstellung der Bauarbeiten an der Schleuse zwischen Weser und Mittellandkanal. Die neue Schleuse, die voraussichtlich Ende 2013 in Betrieb gehen wird, ermöglicht die Befahrbarkeit der Mittelweser mit sogenannten Großmotorschiffen mit einer Länge von bis zu 110 Metern. Sowohl der Bau der Weserschleuse als auch des neuen Containerterminals sind nach Ansicht des Planungsverbandes Regioport, der von den Städten Minden und Bückeburg, sowie den Kreisen Minden-Lübbecke und Schaumburg getragen wird, zukunftsweisende Maßnahmen für die Region. Diese Ansicht vertritt auch das NRW-Wirtschaftsministerium.

Während diese Seite von einem Leuchtturmprojekt spricht, ist das Hafenvorhaben in Teilen der Politik und der Bevölkerung umstritten. Besonders, nachdem der geplante Regioport vor einigen Monaten deutlich verkleinert wurde. Die Kritiker befürchten Millionenverluste, Lärmbelästigung und andere Beeinträchtigungen, fordern die Aufgabe des Vorhabens.

Das wurde auch in der Ratssitzung deutlich, als besonders die Fraktion Die Linke vor der Abstimmung mahnte, das Hafenprojekt "nicht mal eben zu beschließen". Kritik kommt auch von den Bündnisgrünen.

Bürgermeister Michael Buhre (SPD) unterstrich unterdessen die Notwendigkeit der Beschlussfassung, um Planungsreife zu erhalten und damit auch die für das Vorhaben notwendigen öffentlichen Mittel. Der Bewilligungsbescheid für den Regioport liegt zurzeit bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Münster.

Bürgermeister Michael Buhre erinnerte am Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung auch daran, dass mit dem Änderungsbeschluss der Flächennutzungsplan noch nicht beschlossen sei: "Wir befinden uns mitten im Verfahren."

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2013
Dokument erstellt am 11.05.2012 um 23:27:19 Uhr
Letzte Änderung am 13.05.2012 um 12:50:19 Uhr

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Kommentare
Aber der MT-Redakteur hatte den Bürgerbeteiligungstermin (in der KTG-Mensa) verpasst. Da hatte ich die Planer einmal kräftig durchgeschüttelt. Da gab es riesigen Trommelfeuer-Applaus darauf dass ich niedrigere Container-Umschlagszahlen als Wirtschaftlichkeitsziele zu bedenken gab. Insofern hat das MT auch nicht mitbekommen, dass dies für alle Seiten zu akzeptablen Änderungen führte. Denn kleiner ergibts weniger Lärmbelastung, zudem geringeres Fehlplanungs-Risiko. Darum ist auch die Aussage, dass Projekt-Verkleinerung zu Projekt-Abbruch führen solle, völlig unlogisch. Ich habe eine solche Aussage in der Ratssitzung nicht gehört. Was ich gehört habe, kam nur von einzelnen Spätnachdenkern welche bei dem Bürgerbeteiligungstermin zuvor nicht zu sehen und nicht zu hören waren. Das konnte das MT ja nicht richtig einordnen, wenn das MT selbst nicht richtig am Ball ist. Meine Beurteilung ist, dass die anfänglichen Regioport-Bedenken nun keine mehr sind.
Matthias Beier UB-UWG
Unabhängige Bürger im Kreistag

@ Watergate: Gut aufgepasst :-) In Münster liegt der Antrag; über den Bescheid weiß ja scheinbar niemand sicheres. Merkwürdig war in der Ratssitzung allerdings die Verwirrung um den Grund der Abstimmung. Z.T. kam der Eindruck auf, der Antrag - der wohlgemerkt schon seit Monaten unterwegs ist - könnte ohne selbige gar nicht auf den Weg gebracht werden. Und die Versuche einer Argumentation waren teils derart holprig, dass die Mahnung der Linken, man versuche hier quasi unbemerkt und en passent den RegioPort letztendlich unumkehrbar zu machen, gar nicht so abwegig klang...

Liegt denn der Bescheid oder der Antrag bei der WSD?

Muss nicht für die Bewilligung de Födergelder Trimodalität vorliegen?

Bahnanschluss nicht vor 2022 bedeutet fehlende Trimodalität und wäre normalerweise der Tod für den Föderantrag und damit das Ende der Hafenplanung. Aber genau wie Studien versacken, Unterlagen nicht bereit gestellt werden, politischer Wille vor Sachverstand geht, so wird dieser Förderantrag "zurechtgel..äh gebogen" worden sein.

Der Hafen wird ein Desaster werden - aus rein politischem Willen. Selbst bei den Kindern in Kindergärten herrscht mehr Sachverstand und Ehrlichkeit als bei den Mindenern Planungsverantwortlichen.

Herr Buhre braucht doch gar nicht Argumentieren. Der Beschluß ist einfach notwendig - weil politisch gewollt - und wenn man etwas soo doll will, dann muss es wohl notwendig sein.

Wen interessiert es denn auch, dass es die GMS mit 110m Länge auf der Weser gar nicht gibt und diese gar nicht auf der Mittelweser fahren könnten? Logik ist nicht gefragt, Sachverstand auch nicht (sagte ich bereits).

Also dann - weiter so Herr Buhre - mit Vollgas ins Verderben.

"Der Bewilligungsbescheid für den Regioport liegt zurzeit bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Münster." So weit richtig. Der Vollständigkeit halber muss Herr Buhre aber auch damit zitiert werden, dass eine Rückmeldung schon im März erwartet wurde. Die blieb bislang aus. Nur "Nachfragen" (Buhre) kamen von dort. Auch erwähnenswert der Verbleib der von Ratsherrn Freise erfragten Planco-Studie, die scheinbar bei Frau Lohmeier im Rathaus 'versackt' ist - denn nur bis dorthin konnte die Spur während der Ratssitzung verfolgt werden. Spontan fiel mir da ein Name ein: Klinter. Und damit verbunden ein sehr ungutes Gefühl...



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