Das Haus hatte am Dienstagmorgen vergangener Woche in Flammen gestanden: Auslöser für den Brand, der das ganze Haus ergriffen hatte, war eine brennende Kerze in einer der Wohnungen. Nach den Löscharbeiten wurden im Laufe der vergangenen Woche noch mehrere Haustiere aus der Brandruine gerettet.
Wegen der Einsturzgefahr dürfen die Bewohner ihre Wohnungen nicht mehr betreten, sie kamen bei Verwandten und Bekannten unter. Überlegungen, das Zutrittsverbot zu lockern, wurden wieder fallen gelassen: "Nach der genauen Begutachtung lassen wir keinen rein", sagt Uwe Uphoff. Der Architekt und Bauleiter von der Firma Droste überwacht die Aufräum- und Beseitigungsmaßnahmen. Bauzäune verhindern weiter den Zutritt, alle Zugänge zum Gebäude müssen nach dem Verlassen wieder verschlossen werden.
Brauchen die Bewohner etwas aus ihren Wohnungen, müssen sie sich an Uphoff wenden. Bis auf die Hausratten sei kein Wunsch mehr geäußert worden, noch etwas herauszuholen, wie Ernst Meistrell, Bereichsleiter Bauen und Wohnen der Stadt berichtet. Die Behörde hat die Aufräum- und Beseitigungsmaßnahmen Donnerstag in die Verantwortung des Eigentümers übergeben.
Zu den anstehenden Aufgaben gehört nun die Reinigung von Hof und Gebäude. Weitere Beschädigungen, etwa durch herabfallende Ziegel, sollen verhindert werden, erklärt Bauleiter Uphoff. Die abgehängten Rigipsdecken werden beseitigt und zum Beispiel Abstützungen im Inneren des Gebäudes vorgenommen werden, teilt die Stadt weiter mit.
Nur vorsichtig und langsam können die Arbeiten vorangehen, da die Bauarbeiter lediglich dort wirken können, wo sie selber keiner Gefahr ausgesetzt sind. "Wir bauen von oben nach unten", erklärt Architekt Uphoff. Wahrscheinlich werde ein Hubwagen oder Kran zum Einsatz kommen.
Neben der Einsturzgefahr stellt der für das um 1767 gebaute Haus geltende Denkmalschutz eine weitere Schwierigkeit dar. Auf denkmalgeschützte Bereiche wie etwa den Giebel müsse besondere Rücksicht genommen werden, so Uphoff: "Das Ganze ist ein bisschen komplizierter." Wann die Bauarbeiten beendet werden, steht noch nicht fest.