Erst Mitte März warnte die Polizei vor gefälschten Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen. Zahlreiche Computernutzer hatten bundesweit und auch in Minden per E-Mail Post einer angeblichen Anwaltskanzlei aus München bekommen. Es wurde behauptet, sie hätten urheberrechtlich geschützte Filme und Musikdaten heruntergeladen. Dafür waren dann 149,95 Euro an eine Bank ins Ausland zu überweisen. "Es hat hier einige Anzeigen gegeben, Geschädigte sind uns aber nicht bekannt", erklärte dazu Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Polizei im Kreis Minden-Lübbecke am Mittwoch.
Jetzt versuchen es Internet-Kriminelle erneut. Vermutlich Hunderte von gefälschten E-Mails zur Verbreitung von Schadsoftware haben sie in den vergangenen Tagen in den Kreis versandt. Nach Ermittlungen der Polizei werden die Mails von unterschiedlichen Absendern geschickt. Sie versprechen bis zu 500 kostenlose SMS im Monat sowie eine Erweiterung des Speicherplatzes. Verbunden damit ist eine Zahlungsaufforderung. Gleichzeitig wird um das Öffnen der beigefügten Anlage gebeten. "Das allerdings sollten die Empfänger auf keinen Fall tun", teilt Steinmeyer mit. Die Datei enthalte einen Trojaner, der den Computer der Opfer infiziere.
Dem PC-Nutzer wird mit dem Anhang suggeriert, auf einer Seite von Windows Update zu sein. Da aus angeblichen Sicherheitsgründen das System blockiert wurde, so der Text, solle der Anwender ein kostenpflichtiges Update herunterladen. 50 Euro müssen die Opfer zur Entsperrung per Ukash-Code in einem separaten Fenster zahlen.
Nach Auskunft der Polizei ist weder bei den Abmahnungen noch bei dem Trojaner das Erstatten einer Anzeige erforderlich. Die Ermittlungen sind schwierig, da sich die Absenderadressen im Ausland befinden. Steinmeyer: "Am besten löscht man einfach die E-Mails."