MT-Stadtgespräch macht Positionen und Meinungen zum 55000 Quadratmeter großen Grundstück an der Ringstraße deutlich
Interessiert und engagiert waren nicht nur die Gesprächsgäste - unter ihnen Fachleute, Gegner, Befürworter und Investoren sowie Vertreter der Kommunalpolitik -, sondern vor allem auch das Publikum bei der Sache. Mit Fragen, Zwischenrufen und viel Applaus begleiteten sie die Beiträge auf der Bühne.
Knapp zwei Stunden lang wurden komplexe Themen wie Lärmschutz, Begrünungskonzepte, Supermarktgrößen und Vermarktungschancen erläutert; alle Beteiligten bemühten sich um größtmögliche Klarheit und darum, die Fragen von Gegnern und Befürwortern zu beantworten.
Annäherungen der Positionen gab es dennoch kaum. Besonders die politischen Vertreter machten dieses deutlich. Ulrich Stadtmann, CDU: "Wir wollen, dass es jetzt weitergeht in Minden. Es kann nicht angehen, die Privatinteressen von Anliegern durch Einrichten eines Bürgerparks zu bedienen." Edith von Wrisberg, MI: "Dieses Filetstück verdient eine behutsamere Planung."
Anlieger und Initiatoren des Bürgerbegehrens betonten immer wieder, dass es ihnen um kleinere Einkaufsmarktgrößen, weniger Parkplätze - und dadurch Verkehr - sowie mehr Grün auf dem Gelände gehe. Vorstellungen, die sich nach Aussagen der anwesenden Fachleute wirtschaftlich nicht darstellen lassen.
"Sehen unseren Auftrag in Stärkung der Region"
Der Applaus des Publikums galt an diesem Abend mehrheitlich der Position der beiden heimischen Unternehmen, die sich auf dem Gelände engagieren möchten. Peter Scherf für die Volksbank Mindener Land und Karl-Stefan Preuß für den WEZ: "Wir sehen unseren Auftrag darin, die Region zu stärken."
Ebenfalls immer wieder diskutiert: der "Lärmschutzriegel", der die künftige Wohnbebauung vor Verkehrsgeräuschen der Ringstraße schützen soll. Auch dazu soll der rund 100 Meter lange Bau des Supermarktes dienen.
Lärmschutz ginge auch anders, meinte Projektkritiker Philipp Segler: Früher hätten da Bäume gestanden, die den Lärm abfingen. Doch die seien ja nun leider abgesägt.
Man könnte da auch Wohnungen hinbauen und dann eben Bad und Küche zur Ringstraße hin planen, so ein Einwurf aus dem Publikum. Das,
entgegnete Stadtplaner Achim Naujok trocken, sei in Großstädten üblich, lasse sich in Minden aber wohl nur schwer vermarkten: "Da zieht keiner hin."
Auch Bürogebäude und Arztpraxen böten sich nicht an, ergänzte Volksbank-Vorstandssprecher Peter Scherf. Möglicherweise interessierte Ärzte hätten inzwischen Praxen außerhalb aufgemacht und Büroflächen seien in Minden in dieser Größe nicht zu vermarkten.
Weiteres siehe Kommentar von "Anlieger" da ist alles gesagt.