Sonnabend, 25.05.2013
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25.04.2012
MT-THEMA: STADTGESPRÄCH ZUR KLINIKUMSBRACHE
Lebhafte Diskussion um Zukunft des "Filetstücks"
MT-Stadtgespräch macht Positionen und Meinungen zum 55000 Quadratmeter großen Grundstück an der Ringstraße deutlich
VON MONIKA JÄGER (TEXT) UND JÖRG REINHARDT (FOTOS)

Minden (mt). Dicht gedrängt saßen und standen die Zuhörerinnen und Zuhörer des MT-Stadtgesprächs am Montagabend im Theatercafé. Dort ging es mit dem MT-Moderationsteam Hans-Jürgen Amtage und Carsten Korfesmeyer um das Thema "Zukunft der Brache Klinikum I".

Was soll aus dem Klinikum-I-Gelände werden? Bürger, Unternehmer und Politiker diskutierten. Vorne (v.l.) Ulrich Stadtmann (CDU), Moderator Hans-Jürgen Amtage (MT), Bernd Müller (SPD). Hinten v. l. Peter Scherf (Volksbank Mindener Land), Philipp Segler (Bürgerbegehren-Träger), Karl Stefan Preuß (WEZ), Anwohner Manfred Schülke und Moderator Carsten Korfesmeyer (MT).

Interessiert und engagiert waren nicht nur die Gesprächsgäste - unter ihnen Fachleute, Gegner, Befürworter und Investoren sowie Vertreter der Kommunalpolitik -, sondern vor allem auch das Publikum bei der Sache. Mit Fragen, Zwischenrufen und viel Applaus begleiteten sie die Beiträge auf der Bühne.

Knapp zwei Stunden lang wurden komplexe Themen wie Lärmschutz, Begrünungskonzepte, Supermarktgrößen und Vermarktungschancen erläutert; alle Beteiligten bemühten sich um größtmögliche Klarheit und darum, die Fragen von Gegnern und Befürwortern zu beantworten.

Annäherungen der Positionen gab es dennoch kaum. Besonders die politischen Vertreter machten dieses deutlich. Ulrich Stadtmann, CDU: "Wir wollen, dass es jetzt weitergeht in Minden. Es kann nicht angehen, die Privatinteressen von Anliegern durch Einrichten eines Bürgerparks zu bedienen." Edith von Wrisberg, MI: "Dieses Filetstück verdient eine behutsamere Planung."

Anlieger und Initiatoren des Bürgerbegehrens betonten immer wieder, dass es ihnen um kleinere Einkaufsmarktgrößen, weniger Parkplätze - und dadurch Verkehr - sowie mehr Grün auf dem Gelände gehe. Vorstellungen, die sich nach Aussagen der anwesenden Fachleute wirtschaftlich nicht darstellen lassen.

"Sehen unseren Auftrag in Stärkung der Region"

Der Applaus des Publikums galt an diesem Abend mehrheitlich der Position der beiden heimischen Unternehmen, die sich auf dem Gelände engagieren möchten. Peter Scherf für die Volksbank Mindener Land und Karl-Stefan Preuß für den WEZ: "Wir sehen unseren Auftrag darin, die Region zu stärken."

Ebenfalls immer wieder diskutiert: der "Lärmschutzriegel", der die künftige Wohnbebauung vor Verkehrsgeräuschen der Ringstraße schützen soll. Auch dazu soll der rund 100 Meter lange Bau des Supermarktes dienen.

Lärmschutz ginge auch anders, meinte Projektkritiker Philipp Segler: Früher hätten da Bäume gestanden, die den Lärm abfingen. Doch die seien ja nun leider abgesägt.

Man könnte da auch Wohnungen hinbauen und dann eben Bad und Küche zur Ringstraße hin planen, so ein Einwurf aus dem Publikum. Das,

entgegnete Stadtplaner Achim Naujok trocken, sei in Großstädten üblich, lasse sich in Minden aber wohl nur schwer vermarkten: "Da zieht keiner hin."

Auch Bürogebäude und Arztpraxen böten sich nicht an, ergänzte Volksbank-Vorstandssprecher Peter Scherf. Möglicherweise interessierte Ärzte hätten inzwischen Praxen außerhalb aufgemacht und Büroflächen seien in Minden in dieser Größe nicht zu vermarkten.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2013
Dokument erstellt am 24.04.2012 um 23:27:41 Uhr
Letzte Änderung am 25.04.2012 um 00:13:19 Uhr

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Kommentare
Lieber (mit-)MIndener, zur Zeit geht es vor allem über den unsäglich großen Flächenberbrauch den der Markt dort verursacht, bei gleichzeitigem Überangebot an bereits versiegelten Flächen. Die gefällten Bäume wurden vom Eigentümer als Altlast gesehen und entsorgt. Dennoch waren Sie zumindest im Sommer ein auch optisch ansprechender Puffer gegen den Straßenlärm zuzüglich den Vorteilen die vorhandene Bäume noch so mit sich bringen. Dringlicher als die die Lärmemission von Ringstraße oder Haustechnik ist in der Tat die Diskussion über den Verkehr in Friedrichstr., Steinstr., Moltkestr., Roonstr, Bürgermeister...-Str, Hardenbergstr. (...) Zur Zeit gibt es dort 30er Zonen, die von einer nicht allzu kleinen Anzahl von Autofahrern missachtet werden. Das Gebiet ist eine beliebte Abkürzung um die Schulen oder die Stadt zu erreichen. Kürzlich wurden 2 Fahrradfahrer Ecke Moltke/Hardenbergstr. von einem zu schnell fahrenden Nichtanwohner angefahren und verletzt. Das MT berichtete meines Wissens nicht.
Weiteres siehe Kommentar von "Anlieger" da ist alles gesagt.

Es ging mir nur darum, die Mitbürger aufzuklären, dass Bäume und Sträucher, keine Verbesserung bringen. Mir scheint, dass viele Menschen, aus Unkenntnis, Bäume für einen hervorragenden Pegelminderer halten.
Um auch etwaige Klimaanlagen erwähnt zu haben: Die Ventilatoren laufen heutzutage so leise, dass sie auch von direkten Anliegern nicht hörbar sein würden, die Kältemaschinen von Kühlräumen, etc. werden grundsätzlich in schallgedämmten Räumen untergebracht, sodass auch von diesen keine hörbaren Immisionen ausgehen können.
Das einzige, was Anlieger hören würden, wären die Autos auf der Ringstraße. Diese Geräusche würden aber, wie vorhin beschrieben, mit einem Gebäude durchaus besser reduziert werden, als durch das noch so schöne Grün von Botanik.

Die Angst vor zusätzlicher Belästigung von Parkplatzverkehr, von direkten Anwohnern kann ich durchaus nachvollziehen. Eine Anbindung über die Ringstr. ist vielleicht auch ein guter Ansatz. Aber das Genörgel und die Klagen von Anwohnern, wie z.B. der Roonstr., die nicht direkt an diesem Baugrund liegt, kann ich nicht verstehen

Zitat des Votings Mindener: Durch Bäume und Sträucher erreicht man so gut wie gar keine Immisionsminderung (maximal einige wenige db)

…und das Gebläse der Klimaanlagen ist gegenüber dem Rauschen der Blätter eher einschläfernder, da Tag und nach gleichbleibend…

nur zur Information: Durch Bäume und Sträucher erreicht man so gut wie gar keine Immisionsminderung (maximal einige wenige db). Somit ist diese "Lösung" zur Pegelreduzierung gänzlich ungeeignet und auch das trauern um die alten Bäume, hinsichtlich des Lärmschutzes, nicht notwändig;

Der Applaus des Publikums galt an diesem Abend mehrheitlich der Position der beiden heimischen Unternehmen, die sich auf dem Gelände engagieren möchten: Karl-Stefan Preuß für den Wez und Peter Scherf für die Volksbank Mindener Land ...."

Das sollte man nicht als Maß der Dinge an diesem Abend ansehen. Es waren vorwiegend Mitarbeiter und Vertreter der Stadt, vom Kreis, von den Profiteuren und von den Betonparteien anwesend, als eigens dafür abgestelltes Klatschpublikum. Leider wurde jegliche Diskussion durch die ungerechte Aufteilung der Redezeiten durch das MT-Personal unterbunden. Alles in allem war dieser Abend langweilig wie ein KP-Parteitag, bei gleicher Meinungsvielfalt.



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