Zwei Personen erleiden Rauchgasvergiftungen / Denkmalgeschütztes Haus an der Hahler Straße einsturzgefährdet
Die Bewohner des Hauses Nummer 9 wissen nicht, wie es nun weitergeht. Die Bauaufsicht hat das Gebäude wegen Einsturzgefahr gesperrt. "Der Arbeitsvertrag, den ich gerade unterschrieben habe, liegt noch drin", sagt ein junger Mann. Gegen 5.45 Uhr sei er von seinem Nachbarn geweckt worden, sofort habe er das Haus verlassen. Eine Bewohnerin aus dem Hinterhaus berichtet, dass sie nur ihr Laptop gerettet habe. Die Bewohner haben bei Nachbarn und Verwandten eine vorläufige Bleibe gefunden. Der Hausbesitzer war gestern nicht zu erreichen.
"Die Brandursache ist unklar", sagt Burkhard Lübker, Pressesprecher der Polizei. "Wir ermitteln sowohl in Richtung technischer Defekt, als auch in Richtung fahrlässige Brandstiftung."
Um 5.51 Uhr wird die Feuerwehr vom Mitarbeiter einer Reinigungsfirma gerufen. Sven Schubert und sein Kollege retteten mit ihrem Hubwagen einen Bewohner, der sich auf die Dachterrasse geflüchtet hat. Minuten später treffen die Rettungskräfte ein. Zehn Menschen haben da das Gebäude schon verlassen, zwei Menschen werden von der Feuerwehr gerettet. Etwa 60 Rettungskräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren Stadtmitte, Hahlen und Bölhorst sind im Einsatz, die Löschgruppe Leteln besetzt die Feuerwache.
Zu diesem Zeitpunkt können die Feuerwehrleute das Gebäude nicht mehr betreten. "Ein Innenangriff war uns nicht möglich, da das Treppenhaus in Vollbrand stand", sagt Norbert Riechmann, Pressesprecher der Feuerwehr. "Der Löschangriff fand über zwei Drehleitern statt."
Gegen 8.15 Uhr wird die Teleskopmastbühne der Petershäger Feuerwehr angefordert, mit dem die Feuerwehr vom Klausenwall aus dicht an den brennenden Dachstuhl herankommt. Die Maßnahmen zeigen Erfolg, doch es dauert bis etwa 14 Uhr, als der Brand gelöscht ist. "Die Brandstelle wird aber weiter überwacht", sagt Norbert Riechmann.
Die Bewohner werden während der Löscharbeiten im nahen Gerichtszentrum versorgt. "Zwei Personen mussten mit einer Rauchgasinhalation im Mindener Klinikum behandelt werden", sagt Einsatzleiter Brandamtmann Michael Rogge. Ob das Haus zu retten ist, ist unklar. "Wir haben das Bauordnungsamt hinzugezogen."
Um 15.15 Uhr gibt die Polizei den Verkehr auf der während der Löscharbeiten gesperrten Kreuzung Hahler Straße/Königswall wieder frei.
Das nenne ich eine stolze Leistung - vom Klausenwall bis zur Hahler Str. - 1x über die ganze Innenstadt... ;-))
@ MT: das sollte sicherlich Königswall heißen?