Auf der Suche nach der Dioxinbelastung von Bioeiern des Stemweder Erzeugers hatte das Lanuv erhöhte Gehalte an PCB auf zwei von zehn untersuchten Freilaufflächen festgestellt, acht Proben waren unauffällig. "Da damit die Bodenbelastung als Ursache nicht ausgeschlossen werden konnte, wurden weitere, am 10. April aus dem Freilaufbereich des konventionell bewirtschafteten Betriebes entnommene Bodenproben untersucht", so die gestrige Erklärung. Drei Mischproben, deren Ergebnisse jetzt vorliegen, ergaben in zwei Fällen auffallend hohe Gehalte an PCB (dl-PCB und PCB6).
"Einzelne Teilflächen im Bereich des konventionell bewirtschafteten Betriebsteils müssen somit als PCB-belastet bezeichnet werden", teilte das Lanuv mit. "Außerdem zeigen sich Ähnlichkeiten im Belastungsmuster von untersuchten Boden- und Eierproben." Weitere Ermittlungen sollen zeigen, ob es einen direkten und eindeutigen Zusammenhang gibt.
Auf den Bericht des Lanuv hin wurde am Freitagabend auf Veranlassung des Ministeriums per Ordnungsverfügung nun auch der konventionell bewirtschaftete Geflügelhof durch den Kreis Minden-Lübbecke gesperrt (MT vom 23. April). Die Ergebnisse der Tierkörperuntersuchungen aus dem konventionellen Betrieb liegen jetzt auch vor, wie der Kreis am Montag mitteilte. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe (CVUA MEL) habe keine auffällige PCB-Belastung der Hennen festgestellt.
Der Kreis prüft zurzeit, ob die vom Lanuv festgestellten Bodenbelastungen mit den vor Ort ermittelten Erkenntnissen übereinstimmen. Die Sperrung des Betriebes bleibt bis auf Weiteres erhalten.
Ebenfalls im konventionellen Teilbereich der Freilandhaltung des Betriebes entnimmt das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises Minden-Lübbecke gestern weitere Eierproben. Mit Ergebnissen der Proben ist frühestens Ende der Woche zu rechnen. Bisher hatten die Eier aus der konventionellen Haltung des Betriebes jedoch keine PCB-Belastung aufgewiesen.