"Das jetzt dort zu beobachtende Pärchen scheint es ernst zu meinen", erläutert der frühere Ortsbürgermeister Friedrich Rösener, der seinerzeit zu den Mitinitiatoren der Nisthilfe-Aktion zählte. Den "Ernst" der Niederlassungsabsichten macht Rösener vor allen Dingen am Verhalten der beiden Adebare fest. So habe der männliche Vogel unter anderem sogleich mit dem Bau des Nestes begonnen. "Ich bin sicher, dass es diesmal nicht bei einer Stippvisite bleibt", erklärt Rösener.
Für eine dauerhafte Ansiedlung spreche zudem die Verteidigung des Nistplatzes gegenüber einem weiteren Paar, das den Erstankömmlingen das neue Domizil streitig machen wollte.
In Cammer herrscht derzeit großes Rätselraten darüber, warum die Störche gerade jetzt Interesse für den Riehegrund bekunden. Manche Bewohner führen die in Teilabschnitten erfolgte Renaturierung des kleinen Baches als mögliches Argument an, andere stellen einen Zusammenhang mit der hier jüngst errichteten Windkraftanlage her.
Gleichwohl beurteilen Experten die Aussicht auf eine gedeihliche Nachwuchsaufzucht durchweg positiv. Auch wenn die Cammeruner Störche - anders als die in Petzen und Evesen bereits seit längerer Zeit brütenden Artgenossen - das Brutgeschäft erst relativ spät aufgenommen hätten, steht den Fachleuten zufolge einem positiven Ergebnis nichts im Wege.
Bei Weißstörchen wird der Zeitraum für die Eiablage von März bis Mai kalkuliert. Mit dem Schlüpfen der Tiere ist nach etwa fünf Wochen zu rechnen.