Dass die Kandidaten um jede Stimme kämpfen, kann man anhand der Internetauftritte nicht behaupten
Zwar haben fast alle Kandidaten einen Facebook-Account, kaum jemand möchte ihn aber offensiv für seine politischen Ziele nutzen.
Einzig die Landtagsabgeordnete Inge Howe (SPD) traut sich. Am 16. März ist eine offizielle Facebook-Seite unter ihrem Namen angelegt worden, zwei Tage nach Auflösung des Landtags. Aufregend ist das alles aber nicht: Mitarbeiter tragen brav zusammen, was Howe im Wahlkampf erlebt. Das hört sich dann so an: "Das Thema Qualifizierte Pflege im Alter ist Howe sehr wichtig, deshalb hat sie sich für einen Tageseinsatz im Haus Emmaus entschieden, um hautnah die aktuelle Situation in der Pflege mitzuerleben." Ansonsten gibt es müdes Genörgel am politischen Gegner. Nicht mal 60 Leute wollten dafür bis gestern Abend den "Gefällt mir"-Button drücken.
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Bei Kirstin Korte von der CDU sieht es auch nicht besser aus: Hier muss eine offizielle Homepage reichen, die über den Charakter eines Wahlplakats nicht hinauskommt und ähnlich statisch wirkt wie ein Pappaufsteller.
FDP-Mann Kai Abruszat empfängt den Wähler auf seiner Homepage zumindest mit einem Video. In dem spielt zwar nicht er mit, sondern Christian Lindner - aber immerhin. Und siehe da: Abruszat hat eine Facebook-Seite, auf die er von seiner Homepage aus verlinkt. Will man sich dort allerdings Fotos angucken, reibt man sich verwundert die Augen: "Kai teilt nur einige Informationen öffentlich", heißt es da. Wieso verlinkt er dann? Will er so Facebook-Freunde sammeln?
Wer gehofft hatte, wenigstens Pirat Alexander Jäger würde in puncto Internetwahlkampf ein bisschen auf Zack sein, der irrt. Gerade mal vier Tage ist es her, dass sich Jäger einen Twitter-Account für Wahlkampfzwecke zugelegt hat, seine Piraten-Facebook-Seite ist unwesentlich älter. Immerhin hat er schon 40 Fans gesammelt.
Ganz auf virtueller Tauchstation sind Andreas Korff von der Linken und die Grüne Bettina Fuhg. Um irgendetwas im Netz über die Kandidaten zu erfahren, muss man sich langwierig durch die Parteiseiten klicken.
Fazit: Es kann nur besser werden.