Wer außerhalb der Sprechzeiten unter einer Erkrankung leidet, mit der er normalerweise einen niedergelassenen Arzt in der Praxis aufsuchen würde, aber mit dem Besuch nicht bis zum nächsten Tag warten kann, braucht die Hilfe des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Über die Notrufnummer kann er erfahren, welcher Arzt in seiner Umgebung aktuell für ihn zuständig ist. Da dies in der Vergangenheit mitunter zu Problemen geführt hatte, organisiert die Kassenärztliche Vereinigung diesen Service durch einen zentralen Dienst. In Ostwestfalen geschieht dies nun schon seit einem Jahr über ein Callcenter in Duisburg. Angeschlossen ist neben dem ärztlichen Notdienst für Allgemeinmediziner auch der augenärztliche und kinderärztliche Notdienst. Nun soll das Ganze auch bundesweit möglich werden.
Schwierigkeiten bei kleinteiliger Struktur
"Wir sind noch nicht ganz glücklich mit dieser Regelung", meint Dr. Erik Fischer, Leiter der Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Minden. Andere Gebiete seien möglicherweise durch ihre kleinteilige Struktur auf eine derartige zentrale Regelung nicht vorbereitet. Für den Raum Minden-Lübbecke gebe es dagegen aufgrund des seit einem Jahr bestehenden Angebotes keine Schwierigkeiten. Der bestehende Dienst werde an den neuen einfach angegliedert. Beide Nummern sind weiterhin gültig.
In der niedersächsischen Nachbarschaft ist übrigens der ärztliche Notdienst noch dezentral geregelt. Für Bückeburg sowie Uchte, Warmsen, Diepenau gab es bislang zwei unterschiedliche Nummern.
Deutschland ist übrigens das erste Land in der Europäischen Union, das mit der 116117 eine einheitliche Notdienst-Nummer eingeführt hat. Später soll es das Angebot europaweit geben. Es ist kostenlos, hat keine Vorwahl und ist auch über Mobiltelefone abrufbar. Allerdings lassen sich in den ersten Wochen nach der Einführung am kommenden Montag noch nicht alle Regionen erreichen. Baden-Württemberg und das Saarland sowie Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen folgen später.
































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