Die mehrjährige, wintergrüne Art ist in krautreichen Laubwäldern zu finden, aber auch in Nadelwäldern. Keine andere Waldpflanze erträgt tieferen Schatten als der Wald-Sauerklee.
Die Blätter bestehen aus einem langen Blattstängel mit drei kleinen herzförmigen Blättchen, die mit der Spitze am Stängel ansetzen. Im zeitigen Frühjahr erscheinen weiße Blüten, die einzeln an langen Stielen sitzen. Die Blütenkronblätter des Wald-Sauerklees weisen eine deutlich violette oder rote Äderung auf.
Gierschpaste mit Sauerklee
- Benötigt werden drei Handvoll Blätter Giersch (oder Spinat) und Sauerklee, Pflanzenöl, Salz.
- Blätter waschen, trocken schleudern und klein hacken, mit Öl und Salz verrühren. Die Kräuterpaste eignet sich als Füllung für delikate Blätterteigtaschen, schmeckt aber auch köstlich zu Pasta.
Wird es der Pflanze zu dunkel oder auch zu hell, kommt es gar zu Erschütterungen in ihrer Nähe oder zu einer Berührung, klappt sie ihre ansonsten waagerechten Blätter nach unten. Auch die Blüten schließen sich. In dieser Schlafstellung wird die Transpiration verringert, ungünstige Lebensbedingungen werden energiesparend überbrückt.
Wie der Name schon sagt, weist der kleine Frühblüher einen sauren Geschmack auf. Dieser ist auf die Inhaltstoffe Oxalsäure und Kleesalz zurückzuführen. Oxalsäure wurde erstmalig im Jahre 1769 im Sauerklee entdeckt und war zuerst unter dem Namen "Kleesalz" bekannt. Synthetisch wurde der Stoff erst im Jahre 1824 hergestellt.
Wanderer machen sich den angenehm säuerlichen Geschmack der kleeartigen Blättchen zunutze. Auch in der Küche kann man die Pflanze verwerten. Vor allem roh als Zutat zu Salaten, in Kräuterquark oder gehackt auf dem Butterbrot ist das Kraut zu empfehlen, aber auch als Beigabe zu Suppen und Gemüse. Zerquetschte Blätter für zwei oder drei Stunden in Wasser eingelegt ergeben ein erfrischendes Getränk.
Zu viel darf man davon aber nicht verzehren, weil sie wie Rhabarber aufgrund des Oxalsäure-Gehaltes schwach giftig sind. Vor allem Menschen, die eine Neigung zu Nierensteinen aufweisen, sollten Vorsicht walten lassen.
Da der Wald-Sauerklee sehr Vitamin-C-haltig ist, hat man früher die Blätter für den Wintervorrat in Honig oder Zucker eingelegt. Getrocknet ist er wenig geeignet. Nicht nur zum Verzehr wurde das Kraut früher geerntet. Das "Kleesalz" diente auch als Bleich- und Fleckentfernungsmittel.