Neues Lehrbuch für Pflegende soll Abläufe in der Behandlung und Diagnostik von Patienten weiter optimieren
Unterstützung bietet (neben Angehörigen und Ärzten) vor allem qualifiziertes Pflegepersonal. Die Ansprüche an Schwestern und Pfleger sind hoch, da sie es mit einer komplexen neurologischen Symptomatik zu tun haben. Spezialstationen für Schlaganfall (sogenannte Stroke Units) zeichnen sich durch ein interdisziplinäres Team aus, das sich aus Pflegern, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden, Sozialarbeitern und Ärzten zusammensetzt. An der Neurologischen Klinik am Klinikum Minden gibt es bereits seit 1996 eine Stroke Unit. Sie gehörte zu den ersten Spezialstationen dieser Art in Deutschland. Jährlich werden hier mehr als tausend akute Schlaganfallpatienten behandelt.
Erstmals spezielle Literatur zur Pflege
Dieses geballte Fachwissen gibt es jetzt schwarz auf weiß: "Pflege von Patienten mit Schlaganfall - Von der Stroke Unit bis zur Rehabilitation" heißt das 235 Seiten umfassende Fachbuch (29,90 Euro). Erschienen ist es im Stuttgarter Verlag Kohlhammer, der mit zu den größten wissenschaftlichen Verlagen in Deutschland zählt (Auflage 1500 Stück).
Herausgeber sind drei Fachleute: Neben Dr. Anne-Kathrin Cassier-Woidasky (Pflegepädagogin aus Karlsbad) sind das Berufspädagoge Jörg Nahrwold und Dr. Joerg Glahn, Facharzt für Neurologie und Intensivmedizin. Beide sind am Johannes-Wesling-Klinikum tätig. Glahn ist darüber hinaus federführend für die Pflegefortbildung auf der Schlaganfallstation. Die Herausgeber haben ein Team von 15 Autoren für das Projekt gewinnen können, sechs davon kommen aus Minden.
Das Buch ist streckenweise wissenschaftlich formuliert und eignet sich kaum für Laien. Es soll hauptsächlich in der Weiterbildung der Pflegenden eingesetzt werden. "Die Pflegekräfte sind es, die kontinuierlich am Patienten tätig sind und deshalb vor besondere Herausforderungen gestellt werden", schreibt Prof. Dr. Otto Busse, Generalsekretär der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), im Vorwort. Mit diesem Buch erscheine erstmals eine spezielle Literatur zur Pflege von Schlaganfallpatienten auf der Stroke Unit.
Interessant sind die unterschiedlichen Perspektiven auf den Schlaganfall. Während Dr. Glahn selbst die medizinischen Grundlagen des Schlaganfalls beleuchtet, beschreibt die Mindener Logopädin Franziska Schumann Sprachstörungen (Aphasie) und deren Behandlung. Weil ein Schlaganfall in der Regel ältere Menschen trifft, widmet sich der Mindener Altenpfleger Peter Kohn (Diakonie Stiftung Salem) dem Thema Rehabilitation in der stationären Altenpflege. Ihm gefällt an der Neuerscheinung besonders, dass sie thematisch rund ist: "Vom akuten Krisenfall bis zur Entlassung ist alles beschrieben."
Das Buch ist ein konsequenter Schritt, denn schon vor Jahren hat das Institut für Fort- und Weiterbildung am Klinikum Minden gemeinsam mit der Neurologischen Klinik eine Fachweiterbildung etabliert. Diese ist als erste von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft zertifiziert worden.
Herausgeber
Dr. med. Joerg Glahn, Facharzt für Neurologie und Intensivmedizin, Krankenpfleger, Leiten- der Oberarzt, Kursleiter am Johannes-Wesling-Klinikum.
Jörg Nahrwold, Diplom-Berufspädagoge, Gesundheits- und Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie, Leiter der Fort- und Weiterbildung. Akademie für Gesundheitsberufe der Mühlenkreiskliniken.
Autoren
Burkhard Bornemeier, Fachkrankenpfleger für Innere- und Intensivmedizin, Kinaesthetics-Trainer am Klinikum Minden.
Rüdiger Haupt, Fachkrankenpfleger für Intensiv-pflege und Anästhesie, Klinikum Minden.
Peter Kohn, Altenpfleger, Qualitätsmanager, Bereichsleiter stationäre Altenhilfe, Diakonie Stiftung Salem (Minden).
Matthias Kruse, Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie.
Franziska Schumann, Logopädin am Klinikum Minden.
Helge Wuttig, Gesundheits- und Krankenpfleger, Studienkoordinator am Klinikum Minden.
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