In Nordrhein-Westfalen ist das für Schafe, Rinder und Ziegen gefährliche Schmallenberg-Virus erneut in mehr Beständen nachgewiesen worden. 230 Fälle sind in NRW bekannt: Zwölf Rinder-, 209 Schaf-, neun Ziegenhaltungen, meldet das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit in Deutschland.
Deutschlandweit wurde bisher bei Tieren aus 587 Betrieben das Schmallenberg-Virus festgestellt. Mit fast der Hälfte der bundesweiten Nachweise ist NRW das am stärksten betroffene Bundesland.
Für Menschen stelle das Virus kein Risiko dar. Das Virus könne nicht vom Tier auf dem Menschen übertragen werden, berichtet das Institut.
Hintergrund: Seit Ende des vergangenen Jahres kamen Hunderte nicht überlebensfähige Lämmer auf die Welt. Ihre Missbildungen sind die Spätfolge einer Infektion der trächtigen Muttertiere im Sommer und Herbst 2011.
Im November letzen Jahres war das Virus erstmals bei einem Rind aus Schmallenberg nachgewiesen worden - daher trägt es den Namen der Stadt aus dem Sauerland.
Wie das von Stechmücken übertragene Virus in die Herden kam, gibt den Fachleuten weiter Rätsel auf: "Wir haben Schafbestände, die bis zu 25 Prozent betroffen sind, andere in der räumlichen Nähe aber gar nicht", berichtete Peter Schütz, Sprecher des Landesumweltamtes.
Nun will das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) Landwirte gezielt zu den Umständen der Tierhaltung befragen: Wo wurden die Herden zum wahrscheinlichen Zeitpunkt einer Infektion gehalten - im Stall, im Freien, in einem Gatter?
Wie viele Kälber durch den Virus tot geboren werden, zeigt sich erst in den kommenden Wochen. Die Rinder werden im März und April kalben.