Letzte Bauphase am Busbahnhof startet unangekündigt / Verkehr läuft wieder reibungslos
Fast hat es den Anschein, die Pannenserie rund um Mindens neuen Verkehrsplatz im Stadtzentrum nähme kein Ende. Der Start der letzten Ausbaustufe des ZOB war zwar lange geplant - angekündigt war er deshalb allerdings nicht. Und so wirkten Busfahrer und ihre Passagiere am Mittwochmorgen dort zunächst etwas orientierungslos: Einige Bussteige waren nämlich von Baufahrzeugen belegt, die Mittelinsel ist bis auf einen Durchgang mit Bauzäunen abgesperrt.
"Wir haben jetzt ziemlich kurzfristig angefangen", gibt Dirk Becker, Bauleiter bei den Städtischen Betrieben, zu. "Wir wollten eigentlich schon eher beginnen, hatten aber noch den Frost. Diese Woche hat sich nun das Wetter beruhigt, deswegen haben wir jetzt spontan begonnen." Komplikationen im Busbetrieb soll es nun aber nicht mehr geben: "Zu den Störungen ist es nur wegen der Materiallieferung gekommen, das war unglücklich", sagt der Bauleiter.
Nach dem Dach folgen die Sitzgelegenheiten
Die Verkehrsbetriebe, deren Busse den Busbahnhof ansteuern, waren nicht über den Baubeginn informiert worden. Und auch nicht die Fahrgäste. Das habe aber kaum zu Problemen geführt, sagt Jens Foppe von der Mindener Kreisbahn (MKB). "Aus unserer Sicht ist klar, das muss gemacht werden, das ist gut für die Fahrgäste." Zwar sei es im Verkehr am ZOB zu kleineren "Reibereien" gekommen, es habe jedoch keine Verspätungen im Linienverkehr gegeben. "Wir haben nichts gehört", sagt der MKB-Mann.
"Bei uns waren die Bussteige drei und sechs betroffen", sagt Sigrun Richter, Pressesprecherin von Busverkehr-Ostwestfalen (BVO). "Die Busse mussten an den beiden betroffenen Bussteigen in zweiter Reihe halten." Zwar habe es auch bei der BVO keine Verzögerungen gegeben, aber auch hier hätte man sich über eine Information der Stadt gefreut.
Für die Fahrgäste bedeutet das Dach in jedem Fall einen Gewinn. In sechs bis acht Wochen sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. "Zusätzlich werden dann noch Sitzgelegenheiten und Mülleimer aufgestellt. Dann ist der ZOB komplett fertig", sagt Dirk Becker. Die Überdachung wird mit einer kleinen Unterbrechung am Lüftungsturm der Tiefgarage die gesamte Mittelinsel überspannen. "Das neue Dach wird in der Breite und Höhe wie das Gebäudedach sein."
Die letzte Phase des insgesamt 2,5 Millionen Euro teuren ZOB-Neubaus wird noch einmal 240.000 Euro kosten. 85 Prozent der Kosten übernimmt auch dieses Mal der Zweckverband Nahverkehr Westfalen Lippe (NWL), die restlichen 15 Prozent (36.000 Euro) bringt die Stadt auf.