Für heute und morgen will die Polizei in NRW und auch im Mühlenkreis das Tempo der Autofahrer verstärkt kontrollieren. Damit schließt sich die heimsches Polizei der landesweiten Geschwindigkeitskampagne "Brems Dich - rette Leben!" an, die NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) veranlasst hat.
Bis Samstagmorgen sind rund 50 Beamte mit Laserpistolen und Radargeräten im Kreis unterwegs. Außerdem werden die Einsatzwagen von Stadt und Kreis eingesetzt, sagt Polizeipressesprecher Ralf Steinmeyer.
Sinken die Temperaturen, kann es jedoch sein, dass die Aktion verschoben werden muss. Bei Werten ab minus zehn Grad funktionieren die mobilen Lasermessgeräte laut Gebrauchsanweisung nicht, sagt Ralf Steinmeyer. Wer jetzt hofft bei den frostigen Temperaturen rasen zu können, ohne erwischt zu werden, hat schlechte Karten. Die fest installierten Blitzer und Ampelanlagen funktionieren auch bei kaltem Wetter. Die Messgeräte seien für den Betrieb bis mindestens minus 20 Grad Celsius ausgelegt, ist vom ADAC zu erfahren.
Pro und Contra - Aktuell kommentiert
"Mehr Transparenz geht schon fast nicht mehr"
Ziel der Aktion: Temposünder bremsen und für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen. In Minden-Lübbecke gab es letztes Jahr im Landesvergleich einen deutlichen Rückgang an Todesopfern bei Verkehrsunfällen. Die Zahl der Verletzten stieg dafür an, sagt Ralf Steinmeyer. Genau Zahlen aus der aktuellen Verkehrsunfallstatistik dürfe er noch nicht nennen.
Die Schwerpunkte der Kontrollen bilden am Morgen die Straßen entlang von Schulen und Kindergärten. In der Nacht gilt das Hauptaugenmerk den jungen Fahrern. Damit sind vor allem die 18 bis 24-Jährigen angesprochen, die häufiger an schweren Verkehrsunfällen beteiligt sind, teilt der Polizeisprecher mit.
Verstärkte Radarkontrollen - sinnvoll oder Abzocke?
Auf MT-Online sorgt die Aktion unter den MT-Leserkommentatoren für Diskussionen. "RayJay" schreibt: "Manche kapieren anscheinend nicht, dass es ein ganz einfaches Mittel dagegen gibt. Einfach an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten." Auch die Veröffentlichung der Messpunkte sorgt für einen kontroversen Meinungsaustausch. So schreibt "RayJay" weiter: "Die kündigen ihre Aktionen ja sogar schon an. Ich meine mehr Transparenz geht schon fast nicht mehr." Leser "40plus" schreibt: "Man könnte ja noch zusätzlich, 500 Meter vorher, mit großer Leuchtreklame darauf hinweisen. Was allerdings bei Einigen auch nicht helfen wird."
Leserin "steffi" schreibt: "Es geht ja nicht nur darum, dass ein Raser sich totfährt, sondern auch um den Schutz der Anderen. Und ein Fußgänger hat deutlich höhere Überlebenschancen, wenn ein Pkw 30 Kilometer pro Stunde gefahren ist und nicht 50 Kilometer pro Stunde."
Leserkommentator "ne ne ne" schreibt zu den Kontrollen: "Ich finde es besser, wenn die Polizei anhalten und sagen würde: Du bist schnell gefahren." Auch Langsamfahrer müssten seiner Meinung nach bestraft werden.
"Abzocker" dagegen hält die Aktion für eine reine Einnahmequelle. "Mal abgesehen von Rasern, Unfällen, Verletzten usw., es ist und bleibt Abzocke. Wollen wir hoffen, dass es 15 Grad minus sind, Ostwind, Schneetreiben", schreibt der Leser. Auch die unrepräsentative Umfrage auf MT-Online spaltet die Leser. Etwa ein Drittel meint, die Aktion sei sinnvoll, ein weiteres Drittel hält das Blitzen für Abzocke.
Das Geld aus dieser und anderen Blitz-Aktionen der Polizei fließe übrigens in zwei Töpfe. Oliver Roth, Pressesprecher des Kreises Minden-Lübbecke sagt: "Verwarngelder gehen an die Landesregierung, Bußgelder an den Kreishaushalt." Das Geld aus dem Kreishaushalt werde zum Teil für Präventionsmaßnahmen und in die Verkehrserziehung gesteckt.
Hier noch einmal die Übersicht aller Stellen, wo nach Angaben der Polizei Radargeräte aufgestellt werden sollen:- Minden: Dützener Weg, Stemmer Landstraße, Ringstraße Hausberger Straße.
- Porta Westfalica: Möllberger Straße, Zur Porta, Veltheimer Straße, B482.
- Petershagen: Entlang der L770, der Bückeburger Straße, der Lahder Straße und der Mindener Straße.
- Hille: Hauptstraße, Nordhemmer Straße, Mindener Straße, Rahdener Postweg.
- Lübbecke: B239, Rahdener Straße, Eikeler Straße, Ravensberger Straße.
- Espelkamp: Vehlager Straße, Gestringer Straße, Koloniestraße, Benkhausener Straße.
- Rahden und Stemwede: Stemwederbergstraße, L770, Osnabrücker Straße.
- Preußisch Oldendorf: Berliner Straße
- Bad Oeynhausen: B61, Loher Straße, Bergkirchener Straße, Werster Straße.
Sie messen Radfahrer und Autofahre ja schon wieder mit zweierlei Maß. Warum sollen Radfahrer sich an allen Ampeln korrekt verhalten, wenn Autofahrer sich nur an Schulen oder Unfallschwerpunkten an die zulässige Höchstgeschwindigkeit halten sollen (oder wieso stellen sie dann das Blitzen an der Lübbecker Straße in Frage?).
Die StVO gilt für alle und überall.