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10.02.2012
Blitz-Marathon soll Raser bremsen
MT-Leserkommentatoren diskutieren / Video zu den Kontrollen folgt
VON NADINE SCHWAN

Minden (mt). Ab heute Morgen, sechs Uhr, ist die Wahrscheinlichkeit geblitzt zu werden, besonders hoch. 24 Stunden lang stehen Polizisten an über 60 Stellen im Kreis - vorausgesetzt das Wetter spielt mit.

Je nach Wetterlage wird heute NRW-weit verstärkt geblitzt. | Symbolfoto: dpa-Archiv

Für heute und morgen will die Polizei in NRW und auch im Mühlenkreis das Tempo der Autofahrer verstärkt kontrollieren. Damit schließt sich die heimsches Polizei der landesweiten Geschwindigkeitskampagne "Brems Dich - rette Leben!" an, die NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) veranlasst hat.

Bis Samstagmorgen sind rund 50 Beamte mit Laserpistolen und Radargeräten im Kreis unterwegs. Außerdem werden die Einsatzwagen von Stadt und Kreis eingesetzt, sagt Polizeipressesprecher Ralf Steinmeyer.

Sinken die Temperaturen, kann es jedoch sein, dass die Aktion verschoben werden muss. Bei Werten ab minus zehn Grad funktionieren die mobilen Lasermessgeräte laut Gebrauchsanweisung nicht, sagt Ralf Steinmeyer. Wer jetzt hofft bei den frostigen Temperaturen rasen zu können, ohne erwischt zu werden, hat schlechte Karten. Die fest installierten Blitzer und Ampelanlagen funktionieren auch bei kaltem Wetter. Die Messgeräte seien für den Betrieb bis mindestens minus 20 Grad Celsius ausgelegt, ist vom ADAC zu erfahren.

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Info
Pro und Contra - Aktuell kommentiert



"Mehr Transparenz geht schon fast nicht mehr"

Ziel der Aktion: Temposünder bremsen und für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen. In Minden-Lübbecke gab es letztes Jahr im Landesvergleich einen deutlichen Rückgang an Todesopfern bei Verkehrsunfällen. Die Zahl der Verletzten stieg dafür an, sagt Ralf Steinmeyer. Genau Zahlen aus der aktuellen Verkehrsunfallstatistik dürfe er noch nicht nennen.

Die Schwerpunkte der Kontrollen bilden am Morgen die Straßen entlang von Schulen und Kindergärten. In der Nacht gilt das Hauptaugenmerk den jungen Fahrern. Damit sind vor allem die 18 bis 24-Jährigen angesprochen, die häufiger an schweren Verkehrsunfällen beteiligt sind, teilt der Polizeisprecher mit.

Umfrage
Verstärkte Radarkontrollen - sinnvoll oder Abzocke?






Auf MT-Online sorgt die Aktion unter den MT-Leserkommentatoren für Diskussionen. "RayJay" schreibt: "Manche kapieren anscheinend nicht, dass es ein ganz einfaches Mittel dagegen gibt. Einfach an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten." Auch die Veröffentlichung der Messpunkte sorgt für einen kontroversen Meinungsaustausch. So schreibt "RayJay" weiter: "Die kündigen ihre Aktionen ja sogar schon an. Ich meine mehr Transparenz geht schon fast nicht mehr." Leser "40plus" schreibt: "Man könnte ja noch zusätzlich, 500 Meter vorher, mit großer Leuchtreklame darauf hinweisen. Was allerdings bei Einigen auch nicht helfen wird."

Leserin "steffi" schreibt: "Es geht ja nicht nur darum, dass ein Raser sich totfährt, sondern auch um den Schutz der Anderen. Und ein Fußgänger hat deutlich höhere Überlebenschancen, wenn ein Pkw 30 Kilometer pro Stunde gefahren ist und nicht 50 Kilometer pro Stunde."

Leserkommentator "ne ne ne" schreibt zu den Kontrollen: "Ich finde es besser, wenn die Polizei anhalten und sagen würde: Du bist schnell gefahren." Auch Langsamfahrer müssten seiner Meinung nach bestraft werden.

"Abzocker" dagegen hält die Aktion für eine reine Einnahmequelle. "Mal abgesehen von Rasern, Unfällen, Verletzten usw., es ist und bleibt Abzocke. Wollen wir hoffen, dass es 15 Grad minus sind, Ostwind, Schneetreiben", schreibt der Leser. Auch die unrepräsentative Umfrage auf MT-Online spaltet die Leser. Etwa ein Drittel meint, die Aktion sei sinnvoll, ein weiteres Drittel hält das Blitzen für Abzocke.

Das Geld aus dieser und anderen Blitz-Aktionen der Polizei fließe übrigens in zwei Töpfe. Oliver Roth, Pressesprecher des Kreises Minden-Lübbecke sagt: "Verwarngelder gehen an die Landesregierung, Bußgelder an den Kreishaushalt." Das Geld aus dem Kreishaushalt werde zum Teil für Präventionsmaßnahmen und in die Verkehrserziehung gesteckt.

Hier noch einmal die Übersicht aller Stellen, wo nach Angaben der Polizei Radargeräte aufgestellt werden sollen:

  • Minden: Dützener Weg, Stemmer Landstraße, Ringstraße Hausberger Straße.
  • Porta Westfalica: Möllberger Straße, Zur Porta, Veltheimer Straße, B482.
  • Petershagen: Entlang der L770, der Bückeburger Straße, der Lahder Straße und der Mindener Straße.
  • Hille: Hauptstraße, Nordhemmer Straße, Mindener Straße, Rahdener Postweg.
  • Lübbecke: B239, Rahdener Straße, Eikeler Straße, Ravensberger Straße.
  • Espelkamp: Vehlager Straße, Gestringer Straße, Koloniestraße, Benkhausener Straße.
  • Rahden und Stemwede: Stemwederbergstraße, L770, Osnabrücker Straße.
  • Preußisch Oldendorf: Berliner Straße
  • Bad Oeynhausen: B61, Loher Straße, Bergkirchener Straße, Werster Straße.


Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 09.02.2012 um 22:59:18 Uhr
Letzte Änderung am 10.02.2012 um 10:26:37 Uhr

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Kommentare
Hallo Jana,
Sie messen Radfahrer und Autofahre ja schon wieder mit zweierlei Maß. Warum sollen Radfahrer sich an allen Ampeln korrekt verhalten, wenn Autofahrer sich nur an Schulen oder Unfallschwerpunkten an die zulässige Höchstgeschwindigkeit halten sollen (oder wieso stellen sie dann das Blitzen an der Lübbecker Straße in Frage?).
Die StVO gilt für alle und überall.

@jon ho:
Eine grüne Ampel bedeutet eben nicht das man gefahrlos die Strasse überqueren kann. Das lernt man schon im Kindergarten in der ersten Verkehrserziehung.
Ich behaupte nicht das es nicht auch Autofahrer gibt, die rote Ampeln mißachten. Man sieht oft genug das viele noch bei "dunkelgelb" Gas geben. Andererseits ist es eher selten das Autofahrer an einer Ampel anhalten und sich dann 10 oder 20 Sekunden später überlegen das rote Ampeln doof sind und dann doch losfahren. DAS ist ein Verhalten, das man bei Radfahrern wirklich ständig sieht.
Von 20 Radfahrern glauben 17 das die Verkehrsregeln für sie nicht gelten. Das bezieht sich auf Verkehrszeichen genauso wie auf die Sache mit der Beleuchtung bei Dunkelheit.
Vollkommen egal ob Radfahrer oder Autofahrer, selbstverständlich bin ich dafür das sowas geahndet wird weil es nicht nur sie selber sondern, das ist viel wichiger, andere gefährdet.

Ebenso halte ich Blitzeraktionen für wichtig. Natürlich hat jeder seine Vorstellung wo geblitzt werden sollte aber es wird uns ja immer wieder weisgemacht das man angeblich vorrangig an Gefahrenstellen blitzen würde und wenn man dann bei berufener Stelle mal explizit nachfragt wo denn z.B. an der Lübbecker Str. die Gefahr lauert, dann bekommt man Schulterzucken und keine Auskunft. Wenn dann andererseits an Schulen Kinder angefahren werden und dort vieleicht alle Jubeljahre mal gemessen wird, während man alle 3 Tage an der Lübbecker steht, dann darf man den tatsächlichen Sinn solcher Aktionen wohl durchaus infrage stellen.

@ Stefan, Jana (Franke), Mindener:

Stellen Sie sich vor, Sie sind Fußgänger oder Radfahrer und möchten eine Ampel überqueren. Die Ampel springt auf grün. Das bedeutet für Sie, Sie können die Kreuzung nun gefahrlos überqueren.

Jetzt stellen Sie sich weiter vor Sie sind nicht im Winter unterwegs, sondern im Sommer und die Straße ist trocken.

Sie befinden sich mitten auf der Kreuzung und werden dann von diesem Pkw angefahren, der denkt, für ihn gelten rote Ampeln nicht.

So oder so ähnlich passiert es mittlerweile an vielen Ampelkreuzungen in Minden.

Ich denke, Sie wären die Ersten, die sich hier über die fehlende Obrigkeit beschweren würden.

Ein dreister Fall, gerade eine Woche alt:
Ampelkreuzung: Hahler Straße/Ecke Wittelsbacher Allee.
Ich werde von einem Sportwagen auf Höhe der Bessel-Fußgänger-Ampel überholt.

Die Ampel der besagten Ampelkreuzung springt von grün auf gelb und rot.
Ich denke bei mir, toller Typ! Überholen, um dann vor der roten Ampel. Naja, dann kann ich mir mal das Fabrikat anschauen (man möchte sich ja vielleicht verbessern).

Aber, Pustekuchen! Der Fahrer biegt in vollem Bewusstsein bei rot (mehrere Sekunden) mit seinem Wagen ab.

...im Übrigen: solange aus dem Geschriebenen der Sinn zu entnehmen ist - so what! Viele Jugendliche sind nicht mal mehr in der Lage einen vernünftigen Satz auszuformulieren.

...schieß in den Wind

Also ich bin heute die Strecke durch Minden und auf L770 zweimal gefahren, und habe keine Blitzer bzw. Polizei gesehen... Es kann aber auch sein, dass ich sie einfach übersehen habe. :D

@Holskenkerl:
So ein Blödsinn schon wieder...
Was denkst du, wann "Blitzaktionen" etwas gebrachthaben, wenn massenweise Fahrzeuge geblitzt werden oder wenn eher wenig Fahrzeuge geblitzt werden?



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