Sechste Filiale von Teddy Toys Kinderwelt eröffnet im März im Haus Becker am Markt
Mester ist in Sachen Spielzeug in der Region kein Unbekannter. Seit 1994 existiert das ostwestfälische Unternehmen. Der Mittelständler betreibt Filialen in Bielefeld, Herford, Bad Salzuflen und im Werrepark in Bad Oeynhausen. Auch im niedersächsischen Hameln ist er aktiv und gilt mit seiner Teddy Toys Kinderwelt als einer der größeren Fachmärkte im Heimatraum. Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt seine Firma.
Während er in den anderen Filialen Spiel- und Babywaren anbietet, wird sich Torsten Mester in Minden ausschließlich auf das Segment Spielzeug konzentrieren. "Unser Angebot umfasst rund 40000 Artikel", erläuterte er gestern im Gespräch mit dem MT. Neben dem klassischen Sortiment werden auf den 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche im Hause Becker am Markt aktuelle Aktionswaren angeboten, die beispielsweise zum Start von Kinofilmen wie Star Wars in die Läden kommen.
Der Spielzeug-Unternehmer versteht seine Geschäfte als Erlebniswelten. "Bei uns können die Kinder die Spielwaren in den Gängen ausprobieren."
Heidi Kuhlmann-Becker, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Heinrich über viele Jahrzehnte das Traditionshaus Becker am Markt führte und im Februar 2009 das Familienunternehmen aus gesundheitlichen Gründen und wirtschaftlichen Überlegungen schloss, ist glücklich, wieder ein angesehenes Geschäft für ihre Räumlichkeiten gefunden zu haben.
Räumlichkeiten stehen erneut leer
Nach längerem Leerstand war 2010 "MWM - Lifestyle 4 You" in die Räumlichkeiten in zentraler Innenstadtlage eingezogen. Doch ein gutes halbes Jahr später meldete Geschäftsführer Manfred Knapperzbusch, der zuvor schon Hertie an der Bäckerstraße abwickeln musste, Insolvenz an. Einige Wochen später war Schluss bei MWM und für die Mitarbeiter, die der Geschäftsmann zum Teil von Hertie mit in sein neues Unternehmen gezogen hatte. Erneut standen die zuvor modernisierten Räumlichkeiten leer.
Immer wieder gab es Gerüchte, ein Billigtextiler werde in die Geschäftsräume in guter Innenstadtlage einziehen. Doch im Hintergrund spielte sich für Heidi Kuhlmann-Becker nach der MWM-Erfahrung ein neues Vermietungsdrama ab. Der hessische Elektronik-Filialist Mediastar hatte einen Mietvertrag mit der erfahrenen Geschäftsfrau geschlossen. Unternehmer Sezgin Yazici wollte seine angeblich gut laufende Kette von elf auf 80 Filialen erweitern. Darunter das Geschäft in Minden, in dem er die Flachbildschirme, Beamer oder Videoprojektoren verkaufen wollte. Doch plötzlich hörte Kuhlmann-Becker nichts mehr von ihrem neuen Mieter, der sich bei verschiedenen deutschen Banken Gelder für seine Expansion besorgt haben soll, darunter auch ein Kreditinstitut in der Weserstadt.
Stattdessen erfuhr sie von der Staatsanwaltschaft Darmstadt, man ermittle gegen den Mediastar-Geschäftsführer, der auf der Flucht sein soll. Dem 39-Jährigen werde Betrug vorgeworfen und Insolvenzverschleppung. Der Leerstand am Markt dauerte vor diesem Hintergrund weiter an.
Inneneinrichtung schon geordert
Doch mit Torsten Mester kam die Wende. Der machte Ende 2010 ähnlich schlechte Erfahrungen, wie jetzt Heidi Kuhlmann-Becker. Er hatte damals einen Mietvertrag für Geschäftsräume in der Mindener Obermarktpassage in der Tasche. Die sollte vom neuen Eigentümer, der Wiesbadener Secur, für rund 13 Millionen Euro umgebaut werden. Mester hatte die Inneneinrichtung schon geordert, um zum Weihnachtsgeschäft 2010 starten zu können. Doch dann kam die Secur-Insolvenz. Beim Ladenbauer ließ der Spielwaren-Fachmann die bestellten Regale und Tresen eingelagert. Jetzt kommen sie bei Becker am Markt für die aktuellen Spielwaren zum Einsatz.