Doch Vorsicht: Das Betreten der Eisfläche ist offiziell verboten und somit auf eigene Gefahr. "Wir können den Teich nicht freigeben, weil die Stadt ansonsten auch die Verantwortung übernehmen müsste", erklärt Susann Lewerenz, Pressesprecherin der Stadt. Das könne die Behörde jedoch nicht gewährleisten. "Auf jeden Fall sollten die Schlittschuhfreunde nicht am Übergang zur Bastau beziehungsweise direkt auf der Bastau das Eis zu betreten", warnt die Pressesprecherin. Durch die ständige Bewegung der Bastau sei das Eis dort nämlich zu dünn und somit brüchig.
Martin Lorenz, der zusammen mit seiner achtjährigen Tochter Jette gestern Nachmittag zum Schlittschuhlaufen zum Schwanenteich kam, hat Verständnis, dass die Stadt für das Eisvergnügen keine Verantwortung übernimmt. "Schließlich kann sie ja nicht Tag und Nacht eine Aufsichtskraft abstellen, die hier nach dem Rechten schaut", so der Vater. Hier sei einzig und alleine Eigenverantwortung gefragt.
"Ich würde meine Tochter niemals alleine hierher schicken, aber wenn ich dabei bin, habe ich keine Bedenken", meint Martin Lorenz. Schließlich halte die Kälteperiode ja schon ein paar Tage an und der Schwanenteich sei ja auch nicht sehr tief. "Auf dem Gevattersee würde ich mein Kind nicht laufen lassen", erklärt der Vater. Toll fände Martin Lorenz es, wenn eine Glühwein- und Bratwurstbude kurzfristig aufgestellt werde. "Dann wäre hier bestimmt einiges los". Für Jette, die souverän ihre Runden dreht, ist es auf jeden Fall ein großer Spaß.
Auch Tanja Orth nutzte gestern die Sonnenstunden, um mit ihren beiden Töchtern Isabelle (neun Jahre) und Sophia (vier Jahre) einige Runden auf dem zugefrorenen Schwanenteich zu drehen. "Ich bin schon als Kind mit meinem Vater hierher gekommen", erinnert sich die 38-Jährige. Schön, dass ich diesen Spaß nun auch mit meinen Kindern erleben kann. Dass in Hille ein Sportplatz geflutet wurde, findet Tanja Orth eine tolle Idee. "Schade, dass es so etwas nicht auch in Minden gibt. Dann bräuchte ich mir überhaupt keine Sorgen zu machen."
In vergangenen Jahren hätten die Städtischen Betriebe Minden schon einmal überlegt, eine künstliche Eisfläche auf Kanzlers Weide oder auf dem Simeonsplatz anzulegen, erläutert Susann Lewerenz. "Der finanzielle Aufwand dazu wäre jedoch recht hoch und deshalb wurde davon Abstand genommen", erklärt die Pressesprecherin. Das Angebot sei in erster Linie auf engagierte Bürger sowie auf die Spende eines Bauunternehmens zurückzuführen. "Hier in Minden hat es einen ähnlichen Vorstoß bislang noch nicht gegeben", so Susann Lewerenz.