Jahrespressekonferenz der Sparkasse Minden-Lübbecke / 70 Millionen Euro in "eigener Sache"
Und das soll als positives Signal verstanden werden, denn: Der Ist-Zustand der Sparkasse sei nahezu ideal. "Wir sind für die Zukunft gut aufgestellt", sagt Vorstandschef Wolfgang Kirschbaum gestern in der Jahrespressekonferenz. Was zu machen sei, habe man erledigt - und besonders die Zusammenlegung einzelner Geschäftsstellen habe die Betreuung der Kundschaft verbessert. Als gelungene Beispiele in 2011 nennt Kirschbaum die Fusionen der Filialen Sandtrift (jetzt mit Bärenkämpen) und Grillepark (jetzt mit Meißen und Dankersen).
Weiterhin hat die Sparkasse Umbau- und Renovierungsmaßnahmen in einzelnen Geschäftsstellen vorgenommen. 40 sind es im Kreis. Hinzu kommen sieben Zweigstellen, die auf Selbstbedienung ausgerichtet sind. Wolfgang Kirschbaum spricht von "guter Erreichbarkeit" in kurzer Zeit und: 69 Geldautomaten, 61 Kontoauszugsdrucker, 55 Giro-Scanboxen und vier Münzrollengeber stehen rund um die Uhr zur Verfügung.
Der Sparkassenchef wirkt zufrieden. Auch deshalb, weil die Turbulenzen der Finanzkrise sein Haus verhältnismäßig verschont haben. "Bei uns geht Sicherheit vor Rendite", sagt er. Und diese Grundhaltung zieht sich durch die gesamten Bereiche. So werde der bereits länger laufende Stellenabbau auf "eine moderate Art" (unter anderem mit Altersteilzeit) vollzogen. Betriebsbedingte Kündigungen gibt es nach Worten Kirschbaums nicht, dafür aber rund 150 Teilzeitstellen "mit unterschiedlichsten Modellen".
Ende 2011 ist die Zahl der Mitarbeiter erstmals seit Jahren unter 700 gesunken. Die Anzahl der Vollzeitstellen verringerte sich dabei von 616 im Vorjahr auf jetzt 592. "Ich denke, dass wir bis 2015 bei etwa 560 liegen werden", sagt der Sparkassen-Chef, der dadurch auch die Kostenstruktur auf einem guten Weg sieht. Was das Thema Ausbildungsplätze (derzeit 60) betrifft, geht der Trend in die andere Richtung. "Die Zahl wird in den nächsten Jahren eher noch steigen", sagt Kirschbaum. Grund sei unter anderem die demografische Entwicklung und: Die in den zurückliegenden Jahren oft beklagte Qualifikation der Azubi-Bewerber sei kein großes Thema mehr. "Ich sehe die schulische Bildung der jungen Leute auf einem guten Weg." Und Zukunft habe ein Job bei der Sparkasse auch.
Einiges hat sich 2011 auch wieder in Sachen Spenden, Stiftungsmittel oder Sponsoringleistungen getan. 900000 Euro sind geflossen. "Ohne die Sparkasse hätten viele kleine und große Vereinsprojekte in sportlichen, kulturellen oder sozialen Bereichen sicherlich nicht realisiert werden können", sagt Kirschbaum. Neben vielen Einzelspenden gab es auch einzelne Großprojekte. So haben beispielsweise 94 Schulen im Mühlenkreis eine finanzielle Unterstützung für Arbeiten erhalten.
Neben jährlichen Gewerbesteuerzahlungen von zwei bis drei Millionen Euro hat die Sparkasse ihren Eigentümern (Kreis Minden-Lübbecke sowie die Städte Minden und Petershagen) Ausschüttungen in Höhe von insgesamt 1,8 Millionen Euro zukommen lassen. "Das sind somit pro Jahr durchschnittlich zwischen fünf und sechs Millionen Euro, die quasi als Rendite für den Mühlenkreis und seine Bürger erwirtschaftet werden."
Und das Thema "Online-Banking" stehe bei der Sparkasse Minden-Lübbecke weiterhin ganz oben auf der Prioritätenliste. 90 Prozent der Geschäftskunden nutzen es bereits - bei den privaten Konten ist es rund ein Drittel. Durchgesetzt habe sich das sogenannte Chip-Tan-Verfahren, das 90 Prozent der Online-Kunden inzwischen haben. Die restlichen zehn Prozent verwenden das SMS-Tan-Verfahren. Dass es beim Online-Banking immer wieder neue Attacken von Bösewichten gibt, verschweigt Kirschbaum nicht. "In ein bis zwei Jahren stelle ich Ihnen vielleicht ein viel besseres System vor", sagt er. Momentan biete die Sparkasse aber das sicherste Verfahren in dem Bereich an.
Bilanz der Sparkasse Minden-Lübbecke auf Seite 27