Marie-Luise Kugel arbeitet auch zwei Jahre nach der Pensionierung noch als Verkäuferin bei Hagemeyer
Doch wie sieht es in der Modebranche - in der Jugend und Schönheit oft im Mittelpunkt stehen - aus? Ist eine 60-jährige Verkäuferin noch trendig genug, um eine Mittzwanzigerin in der Fashionabteilung zu bedienen? Oder wird die Seniorin ab einem gewissen Alter in eine andere Abteilung versetzt?
"Bei uns hat es noch keine altersbedingte Versetzung gegeben", erklären Kornelia Schultze und Martin Heinzmann, Betriebsratsvorsitzende beziehungsweise Geschäftsführer im Hause Hagemeyer übereinstimmend. Sollte sich ein Mitarbeiter in einer Abteilung zu alt fühlen, könne er selbstverständlich in einen anderen Bereich wechseln. "Aber das hat es ebenfalls noch nicht gegeben", meint Kornelia Schultze.
Rente mit 67 wäre für Marie-Luise Kugel kein Problem. Auch zwei Jahre nach ihrer Pensionierung arbeitet sie an zwei Tagen als Verkäuferin. | Foto: Alexander Lehn
Das Modebewusstsein älterer Leute habe sich im Laufe der Jahre stark geändert. "60-Jährige kleiden sich heute sehr modern", betont Martin Heinzmann. Vor einigen Jahren habe sich die Modebranche deshalb vom Alter verabschiedet. Heute seien die Lebensumstände der Kunden in erster Linie ausschlaggebend für den Modestil. Da das Personal sozusagen an der Quelle sitze, sei es in der Regel recht modisch gekleidet. "Ich glaube außerdem, dass es der Kundschaft gleichgültig ist, ob sie von einer 30- oder 60-Jährigen bedient wird. Wichtig ist vielmehr eine gute Beratung", ist Kornelia Schutze überzeugt.
Bei allem Elan lasse sich das Alter der Mitarbeiter jedoch nicht wegdiskutieren. "Der Altersdurchschnitt unserer Mitarbeiter liegt zurzeit bei 40 Jahren", erklärt Martin Heinzmann. Vor einigen Jahren entschloss sich das Haus deshalb, mehr für die Gesundheit des Personals zu tun. "Seit einiger Zeit werden - in Kooperation mit einem örtlichen Gesundheitszentrum - regelmäßig Rückenschulungen angeboten", erläutert Kornelia Schultze. Darüber hinaus habe man vor geraumer Zeit allen Angestellten einen Gesundheitscheck angeboten. "Die Ergebnisse haben natürlich ausschließlich die Betroffenen erfahren", stellt die Betriebsratsvorsitzende klar.
Bei allem Elan lasse sich das Alter der Mitarbeiter jedoch nicht wegdiskutieren. "Der Altersdurchschnitt unserer Mitarbeiter liegt zurzeit bei 40 Jahren", erklärt Martin Heinzmann. Vor einigen Jahren entschloss sich das Haus deshalb, mehr für die Gesundheit des Personals zu tun. "Seit einiger Zeit werden - in Kooperation mit einem örtlichen Gesundheitszentrum - regelmäßig Rückenschulungen angeboten", erläutert Kornelia Schultze. Darüber hinaus habe man vor geraumer Zeit allen Angestellten einen Gesundheitscheck angeboten. "Die Ergebnisse haben natürlich ausschließlich die Betroffenen erfahren", stellt die Betriebsratsvorsitzende klar.
Besonders zu Stoßzeiten könne es im Verkauf jedoch mitunter etwas stressig werden, weiß Kornelia Schultze. In der Regel seien es dann aber gerade die älteren und erfahrenen Kolleginnen und Kollegen, die für Ruhe und Entspannung sorgten. "Jüngere Leute sind schneller überfordert."
Das bestätigt auch Marie-Luise Kugel, Verkäuferin in der Damen-Oberbekleidung des Hauses. "In jüngeren Jahren war ich ungeduldiger. Heute bleibe ich deutlich gelassener", erzählt die 67-Jährige, die seit zwei Jahren offiziell im Ruhestand ist. Da der rüstigen Seniorin jedoch ihre Arbeit stets sehr viel Spaß bereitete, nahm sie das Angebot, zweimal in der Woche als Aushilfskraft zu arbeiten, gerne an. "Ich bin sehr glücklich, dass ich noch nicht voll und ganz im Ruhestand bin", meint sie. Auch zahlreiche Stammkunden freuten sich, dass sie tageweise noch im Hause sei.
"Ich wollte schon als Kind Verkäuferin bei Hagemeyer werden", erinnert sich die 67-Jährige. 1959 begann sie ihre Lehre, pausierte jedoch neun Jahre später für acht Jahre, um sich voll und ganz der Erziehung ihrer beiden Söhne zu widmen. 1977 kehrte sie als Teilzeitkraft zurück. Arbeitete sie anfangs nur eineinhalb Tage in der Woche, so wurden es schnell mehr Tage. Schließlich waren es im Schnitt vier Tage pro Woche.
"Wenn ich gesundheitlich fit bleibe, würde ich gerne noch einige Jahre weiter arbeiten", meint Marie-Luise Kugel. "Denn es ist ein sehr schönes Gefühl, noch etwas leisten zu können."