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03.02.2012
Achim Post geht für SPD wieder ins Rennen
Vorstand der Sozialdemokraten im Mühlenkreis setzt auf stellvertretenden Bundesgeschäftsführer
VON HANS-JÜRGEN AMTAGE

Minden/Lübbecke (mt). Die Mühlenkreis-SPD setzt zur Bundestagswahl im Jahr 2013 erneut auf Achim Post. Am Dienstagabend hat der 30-köpfige Unterbezirksvorstand den stellvertretenden SPD-Bundesgeschäftsführer einstimmig als Direktkandidaten vorgeschlagen.

Stellvertretender SPD-Bundesgeschäftsführer Achim Post (52) soll 2013 für die Mühlenkreis-SPD erneut im Wahlkreis 135 kandidieren. | Foto: pr

Bereits Ende 2011 hätten auch die 73 sozialdemokratischen Ortsvereine im Wahlkreis 135 (Kreis Minden-Lübbecke ohne Bad Oeynhausen) einmütig signalisiert, der 52-Jährige aus dem Berliner Willy-Brand-Haus, der seine Wurzeln im Altkreis Lübbecke hat, solle für die Mühlenkreis-SPD ins Rennen gehen, erklärte gestern Unterbezirksgeschäftsführer Ulrich Pock. Zur Bundestagswahl 2009 hatte es einen Basisentscheid gegeben, in dem sich fünf Kandidatinnen und Kandidaten den Mitgliedern stellten. Darunter Post, der dann als Direktkandidat aufgestellt wurde.

Bei der Bundestagswahl war Achim Post als potenzieller Nachfolger des Mindener Bundestagsabgeordneten Lothar Ibrügger allerdings knapp am Direktmandat gescheitert. Christdemokrat Steffen Kampeter holte mit einem Vorsprung von rund 4200 Stimmen den Wahlkreis, der bis dahin immer in SPD-Hand war.

"Mit Achim Post wollen wir bei der Bundestagswahl im Jahr 2013 den Wahlkreis wieder für die SPD zurückerobern und erreichen, dass die Menschen im Kreis eine starke Stimme in Berlin bekommen", betonte Unterbezirksvorsitzender Michael Buhre gestern in einer Stellungnahme. Der in Rahden geborene Familienvater sei den Menschen im Kreis seit Jahrzehnten eng verbunden, er kenne Land und Leute ebenso wie die Probleme und die Chancen der Region. Über die Jahre hinweg sei Post Mitglied in vielen heimischen Vereinen und Institutionen und habe die Kontakte immer gepflegt, so Buhre.

Rechtliche Nominierung erfolgt im November

Die enge Bindung zwischen den Sozialdemokraten vor Ort und dem erneut nominierten Bundestagskandidaten Achim Post habe sich seit der letzten Bundestagswahl noch einmal verstärkt. "Auch bei der Bewertung der politischen Herausforderungen sowohl auf Bundesebene wie auch im Kreisgebiet bestehe große Einigkeit zwischen dem Bewerber und seiner Partei", sagte der Vorsitzende der Minden-Lübbecker SPD: "Mit dieser Vorentscheidung für die kommenden Aufgaben sehen wir uns bereits jetzt inhaltlich gut gerüstet."

Politisch werde Achim Post auf der Delegiertenkonferenz am 23. März im Preußen-Museum nominiert. Die rechtliche Nominierung als Direktkandidat für die Bundestagswahl 2013 erfolge Anfang November, erläuterte Ulrich Pock das weitere Vorgehen.

"Ich freue mich sehr über die eindeutige Unterstützung der SPD im gesamten Wahlkreis. Die frühzeitige Nominierung durch den Unterbezirksvorstand gibt mir die Möglichkeit, bereits jetzt mit aller Deutlichkeit für die Region Farbe zu bekennen", betonte Achim Post gestern vor Journalisten. Gleichzeitig betonte er, dass er bei dieser Wahl nicht von vornherein auf einen Listenplatz verzichten wolle.

"Ich will den Wahlkreis gewinnen", so der Sozialdemokrat auch in der Gewissheit, dass sich die Gesamtstimmung seit der letzten Bundestagswahl zugunsten der SPD deutlich verbessert habe. Damals hatte die Partei das schlechteste Ergebnis seit fast acht Jahrzehnten eingefahren. "Doch inzwischen haben wir viele Landtagswahlen wieder gewonnen."

So sei der Ausblick für die SPD gut, erklärte Post weiter: "Das Wichtigste aber ist, dass wir Geschlossenheit zeigen."

Soziale Gerechtigkeit zentrales Thema

Als große Themen sieht der 52-Jährige die soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Diese gelte es in praktische Politik umzusetzen. Und: "Die, die starke Schultern haben, müssen etwas abgeben", blickt er auf hohe Managergehälter und die großen wirtschaftlichen Gewinner im Staate.

Die kommenden Monate will Achim Post zur Begegnung und zum Austausch mit den Bürgern nutzen. Ähnlich wie auf Bundesebene soll das Wahlprogramm des Diplom-Soziologen, der im Vorstand der Bundespartei als Leiter der Abteilung Internationale Politik tätig ist und im Europäischen Parlament auch als Geschäftsführer der SPD-Fraktion, unter Beteiligung der Bürger entwickelt werden. Gerade auch unter Einsatz der Neuen Medien.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 02.02.2012 um 22:17:38 Uhr

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Kommentare
Freut mich zu hören, dass Achim Post wieder ins Rennen geht! Das weckt natürlich Erinnerungen ... auch an den Kandidaten-Blog von mt-online im Jahre 2009. Hoffentlich kommt es zu einer Neuauflage des Blog´s im Jahre 2013. Dann würde ich wieder ähnlich schöne Sachen schreiben, wie damals zum Besuch der Kanzlerin, Angela Merkel, am 10.09.2009 in Minden:

Märchenstunde der Kanzlerin (Originaltext in mt-online, Kandidaten-Blog)

"""Die Kanzlerin kommt nach Minden! Also, ich hin zur Groß-Veranstaltung auf dem alten Marktplatz. Dicht gedrängt im Getümmel auf der Nordseite vernahm ich akustisch ihren Einzug auf dem zur Arena umfunktionierten Markt. Starker, begeisternder Applaus schlug ihr in einem wirklich positiv anmutenden Rahmen entgegen.

Auf der Bühne angekommen, wurde die Kanzlerin von der regionalen CDU-Prominenz begrüßt. Nach einem kurzen, volkstümlichen Geplauder zwischen ihr und einem Moderator folgte noch die Live-Musik einer fröhlichen Pop-Band. Dann war es soweit, Angela Merkel sprach zu den über 4000 versammelten Bürgerinnen und Bürger - vermutlich überwiegend CDU-Wähler.

Ich hatte einen freien Blick auf die Kanzlerin. Aber was hörte ich? Eine Rede, die strukturell und inhaltlich wie ein Märchen aus alten Tagen verpackt war! Und das lautete sinngemäß so:

Eine handvoll böser, geldgieriger Menschen aus fernen Ländern habe die Finanzkrise verursacht und uns, die Guten, ins wirtschaftliche Tal gedrückt. Huuuuuuuu, welch´ ein Abschwung, welch´ tiefer Sturz. Und nun seien diese geldgierigen Leute "längst über alle Berge verschwunden". Oooooooh! Aber keine Angst, der Aufschwung komme, wenn wir wieder aus dem Tal sind. Das kann noch dauern und es wird nicht leicht sein. Doch mit der auf früheren Regierungshäuptern beruhenden Erfahrung könne dieser mühsame Weg möglich sein. Und unsere Gemeinschaft der Guten solle ähnlich wie damals nach dem Kriege keine Anstrengungen scheuen, diesen Weg zu gehen. Als Belohnung sei den Untertanen, die allein "den Karren aus den Dreck ziehen", Steuererleichterungen versprochen, damit sie "etwas" mehr Geld zum Leben haben ...

Der starke, begeisternde Applaus zur Begrüßung der Kanzlerin fiel zu ihrer Verabschiedung deutlich geringer aus. Zumindest unbewusst werden vermutlich die meisten Anwesenden dieses Märchen rasch gedeutet haben. Das haben Märchen so an sich, nämlich ihre selbst bei Erwachsenen unterschwellig beängstigende Art.

Die Rede der Kanzlerin war entsprechend deutlicher und inhaltsvoller, als manche glauben - und weil die Rede als Märchen verpackt war, dürfen wir auf das uns noch bevorstehende Grauen gespannt sein.

Ob es am Ende für die Untertanen aber zu spürbaren Steuererleichterungen kommen wird, sei dahin gestellt."""

Wie es seitdem weiter mit dem Märchen der Kanzlerin ging, würde mich dann schon reizen darzustellen: Zum Beispiel zum so genannten "XXL-Aufschwung"; zur neuen deutschen Angst- und Strafkultur, die auf Europa übertragen wird; zur Umbenennung der spekulativen Finanzschuldenkrise in eine angebliche Staatsschuldenkrise usw. Mal schauen, wenn ich bis dahin nicht überrumpelt und platt gemacht worden bin, wird man sich wieder auf nette Kommentare von mir freuen dürfen - in erster Linie gegen schwarz, gegen gelb ....

Aber wie dem auch sei, wünsche ich Achim Post viel Erfolg .... und Glückskekse bringe ich ihm mal persönlich vorbei.

Auch der "Kasperl" liegt falsch. Der Landrat kommt aus Münster und ist z. T. in Minden zur Schule gegangen. Im Übrigen teile ich die Auffassung des Schaumburgers: es ist schon ziemlich traurig, dass die SPD im Mühlenkreis keinen geeigneten, im Mühlenkreis lebenden Kandidaten findet. Herr Post lebt seit Jahrzehnten in Berlin und hat mit seiner "ostwestfälischen" Heimat nur noch gemeinsam, dass hier einige seiner Verwandten leben. Ab wenn es auch diesmal klappt, dass Posten in Berlin ist sicher...;-)

Heh Schaumburger!
Wenn Du Dich schon nach NRW wagst: Vielleicht kandidiert Post hier, weil er aus Rahden stammt und in Espelkamp aufgewachsen ist.
Nebenbei ist es höflich anderen Lesern gegenüber, wenn man seinen Kommentar nochmal liest, dann hat man nicht so viele Fehler drin und die anderen können einem folgen.
(Parteien fallen nicht tief sondern sinken. Nicht Berlin kommt (haha) sondern einer aus Berlin. Klammern die man aufmacht, kann man auch wieder zumachen, sonst zieht's! Nicht die Partei hält das Wahlvolk für dumm, die ist ein Ding und kann nicht halten. Der Sigmar kann vielleicht halten oder die Andrea oder sonst ein Genosse. Frau Korte hat nichts mit dem Bundestag zu tun, sie ist stellvertretende Landrätin. Für den Bundestag ist bei der CDU hierzulande Herr Kampeter zuständig. Und der Landrat stammt auch aus der ostwestfälischen Provinz (von hier). Und welche Gute soll im Osten bleiben? Und Klammer zu geht so: )
Tut mir leid aber das musste mal 'raus!

Arme SPD Minden Lübbecke,
wie tief ist diese Partei schon gefallen !
So Roten, oder das was davon über geblieben ist, sind nicht in der Lage eine Kandidatin oder Kandisaten im heimatlichem Kreis zufinden. Da wird nun einer Berlin kommen und für die Zeit des Wahlkampfes so tun als hätte er schon nur an das Wohl der Mindener gedacht und anschließend (falls er nicht wieder vom Wähler abgestraft wird, nach Berlin zurück kehren und sich genau so wenig um diesen Kreis kümmern wie viele Jahre davor.
Für wie dumm hält diese Partei eigentlich das Wahlvoilk ? Noch plumper gehts kaum noch und es zeigt deutlich wie schwach dieser Haufen noch ist. Die Union dürfte jetzt sicher Beifall klatschen und wird mit Frau Korte die deutlich besseren Katren haben, zumindest gefühlt steht die CDU noch mit beiden Beinen hier vor Ort im Mühlenkreis und benötigt keine Berlinimporte. Uns reicht ja eigentlich schon der Brandenburger Landrat der wohl besser in der Union aufgehoben wäre und seit langem den Rechtsaussen der Sozis spielt.
Auch hier wäre es besser für Mindener gewesen wenn die Gute im Osten bzw. in der Nähe Berlins geblieben wäre.


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