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03.02.2012
Verbotene Raser auf der Fahrradstraße Eickhorstweg
Radelnde Schüler haben Vorrang / Autofahrer missachten Durchfahrverbot
VON HARTMUT NOLTE

Minden-Hahlen (mt). Christoph (12) radelt mit seinen Freunden von der Vincke-Real auf dem Eickhorstweg nach Hause. Sie radeln nebeneinander, als plötzlich ein Autofahrer wie wild hinter ihnen hupt und dann ebenso wild gestikulierend und schimpfend an ihnen vorbeidüst. Kein seltenes Bild zwischen Molkereiweg und Petershäger Weg.

Das Bild spricht für sich, aber laut Anwohnern nicht selten am Eickhorstweg. | MT-Foto: M. Otto

Wer nun meint, der Autofahrer rege sich zu Recht auf, irrt. In diesem Abschnitt durch die Feldmark ist die Strecke neben den Bahngleisen eine reine Fahrradstraße und da hat ein Auto nichts zu suchen.

"Klassische Schulwege werden zwar nicht mehr ausgewiesen. Da der Eickhorstweg aber eine Radwegverbindung von Hahlen zu mehreren Schulen sowie zu Sport- und Freizeiteinrichtungen darstellt, wurde im August 2000 der Weg in seiner gesamten Länge vom Molkereiweg bis zur Zähringerallee als Fahrradstraße ausgewiesen", beantwortet Leonie Bartsch von der Pressestelle der Stadt Minden eine MT-Anfrage. "Vom Molkereiweg bis zum Beginn der Bebauung Eickhorstweg 31 sind nur landwirtschaftliche Fahrzeuge zugelassen; vom Eickhorstweg 31 bis zur Zähringerallee auch andere Fahrzeuge", weist sie auf die Zusatzbeschilderung hin.

Bei Autofahrern beliebte Abkürzung

Doch die schnurgerade Straße ist dennoch eine bei ortskundigen Autofahrern beliebte Abkürzung, obwohl gegenüber der nahen Hahler Straße nur wenige Meter gespart werden.

"Besonders morgens und am späten Nachmittag ist auf dem Eickhorstweg viel los", berichten Anwohner. Es werde gerast "wie verrückt" und die radelnden Schüler an die Seite genötigt. "Radfahrer dürfen nebeneinander fahren und weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig müssen Kfz, wo sie zugelassen sind, ihre Geschwindigkeit weiter verringern. Für alle gilt maximal Tempo 30", erläutert Bartsch.

Die Ordnungsbehörde der Stadt Minden kenne das Problem aus Beschwerden von Radfahrern, Fußgängern oder Anwohnern des Eickhorstweges und der Straße Am Bahndamm, eine Zählung der Fahrzeuge gebe es aber nicht. Auch

auf Wunsch der Verkehrsbehörde seien mehrmals Polizeikontrollen vorgenommen worden. Ein Verstoß gegen das Fahrverbot kostet nach Ordnungswidrigkeitenkatalog zehn Euro, ein Tempoverstoß gibt einen Malus obendrauf.

Was die Anwohner wundert, ist die Pflege, die die Städtischen Betriebe dem Rand der Fahrradstraße angedeihen lassen. Gerade kürzlich sei der Randstreifen wieder geschottert worden. "Die Schotterung ist im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht notwendig. An der Fahrbahn muss der Bankettstreifen mindestens 0,5 Meter befestigt sein," weiß die Stadtsprecherin.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 02.02.2012 um 22:15:41 Uhr

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Kommentare
@Stefan
Also ich habe nirgendwo geschrieben, dass ich mich darüber amüsiere, wenn irgendjemand im Straßenverkehr zu Schaden kommt, leider haben Sie das nicht verstanden.
Ich amüsiere mich darüber wie widersprüchlich manche Leute sich hier äußern, wenn es um’s Blitzen geht. Generell ist es überall dort, wo es gemacht wird Abzocke, aber die meisten, die das hier kritisieren, wissen wieder bessere Stellen, an denen auf jeden Fall mal kontrolliert werden soll.
Tatsache ist doch, dass niemand geblitzt wird, der unschuldig war. Meist muss man doch schon 10 km/h schneller sein als erlaubt. Wer sich aber immer an die Geschwindigkeitsbeschränkungen hält, der muss auch nichts befürchten. Ich finde es gut, dass Polizei und Ordnungsamt auch an Stellen stehen, an denen man nicht damit rechnen muss, sonst würden die Leute ja noch mehr rasen. Und Deutschland sollte unbedingt die Verwarnungsgelder und Strafen an die anderen EU-Länder anpassen, damit Rasen hier endlich mal wirklich teuer wird. Zeitgleich sollten wir die Geschwindigkeitsbeschränkungen anderer Länder übernehmen und hätten hier vielleicht alle mal weniger Stress auf den Straßen.
Im übrigen, wenn mein Kind an einer Fußgängerampel angefahren worden wäre, würde meinen Ärger nicht nur in so einem Kommentar an dieser Stelle kundtun, sondern wäre schon längst bei der Polizei vorstellig geworden. Und wenn die nichts unternimmt, würde ich das MT bitten darüber zu berichten.

warum ist dort nicht ein Schild?:Verbot für "ALLE"außer Landwirtschaft und Radfahrer?? Ich benutze als Radfahrer in meiner Freizeit von Hahlen kommend die Sackgasse rechts der Bahngleise .In Minden müßte vor jeder FAHRRADSRASSE ein STOPschild stehen ,damit man weiß ,was erlaubt ist oder nicht! In ganz Hahlen ist TEMPO 30 ZONE ,nur am Dornbusch nicht,wo ALLE aus Richtung Stifsallee durchfahren

@steffi: Schön das Sie sich darüber amüsieren und ihren Spass haben.
Es wäre zwar schöner gewesen wenn Sie verstanden hätten worum es geht aber ich möchte Ihnen auch den Spass nicht verderben. Ist ja auch schön wenn man sich einfach mal nur amüsieren kann ohne drüber nachzudenken.

Trotzdem - ich meine schon das es sinnvoller ist vor Schulen zu blitzen oder eben auch da zu kontrollieren wo das offensichtlich gefährliche Verhalten von Autofahrern Fußgänger und Radfahrer wirklich gefährdet anstatt sich bequem an schnurgerade Strassen und Stellen zu stellen, an denen definitiv noch nie ein Unfall oder ähnliches stattgefunden hat.
Ich habe kein Problem mit Kontrollen oder Blitzaktionen wenn sie denn wirklich mal dem Zwecke der Unfallverhütung dienen würden. Wir haben hier einige Ecken in Minden, in denen es ständig kracht und da wird es auch weiterhin krachen weil die Herrschaften sich dort nicht hinstellen sondern Stellen bevorzugen, die in relativ kurzem Zeitraum viel mehr Kohle einbringen.
Mein Kind ist gerade erst mit einem anderen Jungen zusammen auf dem Schulweg direkt an der Schule, sogar beim überqueren der Fußgängerampel, angefahren worden. Ich kann Ihnen versichern das das alles andere als "amüsant" gewesen ist, Noch weniger amüsant ist es zu sehen das dort die Leute nach wie vor weiter da langballern als wäre es ne Rennstrecke und das Ordnungsamt, während wir um unsere Kinder bangen müssen, gemütlich im warmen Auto in der schnurgeraden Fasanenstrasse auf dem Bürgersteig steht, Fußgänger behindert und auf Leute lauert, die sich durch diese schöne gerade und über 500 Meter einsehbare Strasse dazu hinreissen lassen 60 statt 50 zu fahren.
Da weiß man ganz genau wo in Minden die Prioritäten liegen.

...aber Hauptsache, sie amüsieren sich gut.

Die Beiträge in diesen Foren amüsieren mich immer köstlich ...
Zusammenfassend bleibt festzuhalten:
Wenn sich Vekehrsteilnehmer nicht an die Geschwindigkeiten halten, sind nicht die Verkehrsteilnehmer schuld (selbst wenn sie erwachsen und in Besitz eines Führerscheins sind) sondern die Polizei oder das Ordnungsamt.
Vor all unseren Haustüren und an den Schulen all unserer Kinder soll geblitzt werden. Wird das nicht gemacht, sind nicht die Raser schuld, dass sie rasen sondern Polizei und Ordnungsamt.
Auf all unseren regelmäßigen Wegen zur Arbeit, zum Einkaufen usw. soll auf keinen Fall geblitzt werden, ansonsten ist das Wegelagerei+Abzocke.
Könnte alles so schön funktionieren, wenn wir denn nicht alle an unterschiedlichen Orten wohnen und arbeiten würden.

@Jana & @ alles was recht ist:
Ich weiß von einer Person der Wache Minden, dass ab dem 1.9.2011 ein Personal abgebaut wird bzw wurde. Das wurde mir so erklärt, dass es eine Art Bedarfsstatistik gibt, nach der sich das Personal berechnet. D.h. wenn mehr Straftaten _aufgenommen_ werden, dann werden auch mehr Leute eingestellt.

Wenn also die Polizei immer mehr Sachen als Bagatelle (@Mühlenkreisler) aufnimmt, verschlankt sie sich also selbst.
Das kann ja nicht im Sinne des Erfinders sein.



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